Volltext : Beschreibung der Einweihung des neuen Gebäudes der K. Polytechnischen Schule in Stuttgart

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dahier,  an  den  Stadtdirektor  und  den  Kameralverwalter  dahier,  an  den  Stadtscliultheiss  und  den  Bürgeraussehussobmann
  der  Stadt  Stuttgart,  an  die  Vorstände  des  Gewerbevereins  und  des  Handelsvereins
dahier  u.  s.  w.
ln  dem  mit  der  Büste  Seiner  Majestät  des  Königs  geschmückten  Museumssaale  fanden  sich  zur
festgesetzten  Zeit  im  Ganzen  120  Gäste  zum  Festmahl  ein.
Unter  denselben  haben  wir  Namen  zu  verzeichnen,  wie  v.  Etzel,  v.  Kessler,  v.  Gaab,  Jobst,  Ostertag ­
  u.  a.  M.  Eine  weitere  Notabilität  hatte  die  Versammlung  in  ihrer  Mitte  zu  begrüssen  in  der  Person
des  Geheimen  Raths  Dr.  v.  Wächter  aus  Leipzig,  vormaligen  Kanzlers  der  Universität  Tübingen  und
vieljährigen  Präsidenten  der  Kammer  der  Abgeordneten,  welcher  in  diesen  Tagen  gerade  in  Stuttgart
weilte,  und  durch  freundliche  Theilnahme  an  dem  Feste  der  polytechnischen  Schule  von  seiner  fortdauernden ­
  Anhänglichkeit  an  die  alte  Heimath  erfreuliches  Zeugniss  ablegte.
Das  Festmahl  nahm,  unter  den  frischen  Klängen  einer  Tafelmusik,  den  besten  Verlauf  und  erhielt
bald  auch  seine  geistige  Würze  durch  eine  Reihe  von  Toasten,  von  welchen  der  erste  von  Sr.  Excellenz
dem  Herrn  Cultminister  Dr.  v.  Golther  auf  Seine  Majestät  unsern  allergnädigsten  König,  den
erhabenen  Förderer  des  Unterrichtswesens,  den  hohen  Beschützer  und  Patron  unserer ­
  polytechnischen  Schule,  ausgebracht  wurde  und  in  der  ganzen  Versammlung  begeisterten
Wiederhall  fand.  Der  zweite,  von  dem  Präsidenten  der  Kammer  der  Abgeordneten,  Obertribunalrath
v.  Weber,  ausgebrachte  Toast  galt  Ihrer  Majestät,  unserer  allverehrten  Königin,  und  wurde
gleichfalls  von  der  Versammlung  mit  Begeisterung  aufgenommen.  Weitere  Toaste,  die  ausgebracht  wurden
und  wärmsten  Anklang  fanden,  waren:
auf  die  Stände  des  Königreichs!  —  von  dem  Herrn  Chef  des  Fiuanzdepartement,  Staatsrath  v.  Renner,
auf  die  polytechnische  Schule!  —  von  Sr.  Excellenz  dem  Herrn  Minister  der  auswärtigen  Angelegenheiten, ­
  Freiherrn  v.  Varnbüler,
auf  Se.  Excellenz  den  Herrn  Cultminister!  —  von  Herrn  Rektor  v.  Gugler,
auf  Oberbaurath  Egle!  —  von  Sr.  Excellenz  dein  Herrn  Minister  des  Innern,
auf  die  beiden  neuen  Ehrenbürger  der  Stadt  Stuttgart!  —  von  Herrn  Oberbürgermeister  Sick,
auf  den  Direktor  der  polytechnischen  Schule,  Holtzmann!  —  von  Polytechniker  Wiest,
auf  die  an  der  Anstalt  studirende  Jugend!  —  von  Herrn  Oberbaurath  Leins.
Von  der  grossen  Zahl  der  weiteren  Toaste,  welche  im  ferneren  Verlaufe  des  Festmahls  ausgebracht ­
  wurden,  möge  nur  noch  hervorgehoben  werden  der  Toast  des  Herrn  Vorstands  der  Kunstschuledirektion, ­
  Consistorialpräsidenten  v.  Köstlin,  welcher,  anknüpfend  an  die  frühere  organische  Verbindung
der  Kunstschule  mit  der  Gewerbeschule,  die  Fortdauer  der  innigsten  Beziehungen  zwischen  der  nunmehrigen ­
  polytechnischen  Schule  und  der  Kunstschule  als  Ziel  seines  Wunsches  bezeichnete,  sowie  der
von  dem  Herrn  Stiulienraths-Direktor  Dr.  v.  Sehmidlin  ausgebrachte  Toast,  in  welchem  er  anführte,  wie
in  folge  der  neueren  Entwicklung  der  polytechnischen  Schule  der  K.  Studienrath  selbst  auf  Exemtion
derselben  von  seiner  Aufsicht  und  ihre  unmittelbare  Unterordnung  unter  das  Ministerium  den  Antrag
gestellt  habe,  und  worin  er  mit  den  besten  Wünschen  für  das  fernere  Gedeihen  der  Anstalt  auf  dem
von  ihr  nunmehr  eiugeschlagenen  Wege  schloss.
Noch  haben  wir  hier  zu  erwähnen,  dass  während  des  Festmahls  unter  sämmtliche  Theilnehmer
au  demselben  eine  sehr  schön  ausgestattete  „Denkschrift  zur  Feier  der  Einweihung  des  neuen
Gebäudes  der  polytechnischen  Schule  in  Stuttgart“  vertheilt  wurde,  welche,  ausser  dem
Jahresberichte  über  das  abgelaufene  Schuljahr  18 68 /64,  unter  der  Aufschrift:  „Beitrag  zur  Kcnntniss  der
vaterländischen  Kirchenbauten,“  eine  von  Herrn  Oberbaurath  Leins  verfasste  sehr  interessante  baugeschichtliche ­
  Abhandlung  mit  7  lithographirten  Tafeln  und  15  Holzschnitten  enthält.
Erst  spät  am  Abend  trennte  man  sich  in  der  heitersten  Stimmung.
            
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