Treppengeländer.
Wenn wir in den häusern
inserer Altstädte Studien
nachen, so fallen uns die ver⸗
chwenderisch angelegten Vor—
olätze mit den geräumigen
Treppenanlagen auf. Wir be—⸗
nerken, mit welcherCiebe unsere
Porfahren die Treppengelän—
der ausgebildet haben. Kunst⸗
ioll geschnitzte Antrittspfosten
und Handleisten, reich profi—
lierte Staketen oder Brettchen
ind nichts Seltenes. Wenn
wir nun heute beim Bau von
Zürgerhäusern in den meisten
Fällen nicht mehr so üppig
porgehen können, so soll doch
das, was gemacht wird, in
defriedigender Weise gelöst
werden, um so mehr als die
Treppenanlage den ersten Ein⸗
odruck auf den Besucher eines
hauses macht.
Unsere heutige Abbildung
zeigt verschiedene Behandlungs⸗
veisen von einfachen Treppen⸗
geländern. In den letzten
Jahrzehnten wurden Staketen⸗
zeländer beinahe ausschließlich
oerwendet; man vergaß, daß
sich auch mit profilierten Brettchen hübsche Wirkungen er⸗
zielen lassen. Erst in neuerer Zeit greift man glüñlicher—
weise auch auf diese wieder zurück. Eine gute Wirkung
äßt sich ferner mit einer Kombination beider Konstruk-
tionen erzielen.
Aber nicht nur bezüglich der Form, sondern auch be—
züglich des Materials ging man sehr einseitig vor. Ahorn—
taketen mit Kirschbaumhandagriff lautete beinahe jeder
—IXL
um wurde nicht
auch Forchen⸗, Ei⸗
hen⸗ oder Buchen⸗
holz verwendet,
welche holzarten
ebensosehr, wenn
aicht besser, für
eine gute Ausbil⸗
dung der Gelän⸗
der geeignet sind
und zudem keine
o hohen Rosten
derursachen. Eine
Zolitur ist in der
Kegel nur für
)en Handgriff not⸗
vendig, für die
ibrigen Teilenicht.
Nan kann letz⸗
ere lasieren und
ackieren, beizen
»der mattieren.
Nögen diese Zei⸗
en dazu bei—
ragen, namentlich
ei den Treppen⸗
nachern auf dem
ande anregend zu
virken.
Ctwas über
Brandmauern.
Wir wollen heute besonders
diejenigen Brandmauern etwas
näher beleuchten, die bei ge—
chlossener Bauweise oder beim
zusammenbauen von zwei
bebäuden kraft des Gesetzes
errichtet werden müssen. In
ehr vielen Fällen hat der Laie
on dem Vorhandensein der⸗
elben keine Ahnung, weil die
ʒebäulichkeiten die gleiche
)öhe haben. Bei geringen
öhendifferenzen zweier Häuser
zönnen durch das Sichtbar—
verden von Brandmauern ganz
yübscheWirkungen im Straßen⸗
pild entstehen. Anders wird
die Sache, wenn aus einer
zeihe alter trauter Nachbar—
yäuser eines herausgerissen
vird, um einem Warenhaus,
Heschäftshaus oder einer Miets
zaserne Platz zu machen. In
den meisten Fällen entsteht
dann durch die Brandmauer
eine große leblose Fläche, die
malerische Straßenbilder be—
einträchtigen und hübsche Aus-
licke verdecken kann. Besonders schlimm wird die Sache,
venn das Haus kein normalausgebildetes Dach erhält,
ondern eines jener abgesägten Dächer, die wir in einer
er letzten nummer schon besprochen haben, oder wenn die
fläche für Reklamezwecke ausgenützt wird. Was man
on den Bauherrn bezw. ihren Architekten zum mindesten im
nteresse der Erhaltung guter Straßenbilder verlangen kann,
st die Anbringung eines Bestiches oder eines Verputzes auf
den Bachsteinen.
tine helle Fläche
vird in jedem Fall
veit besser wirken
vie eine rote Brand⸗
nauer. Diejenigen,
velche die Sache
ioch besser machen
vollen, können oh⸗
ne nennenswerte
Mehrkosten durch
Hesimse oder ge—
ichickte Vertikal⸗
zliederungen die
große Fläche auf⸗
lösen und dadurch
hdis zu einem ge—
vissen Grade die
chlechte Wir⸗
zung hinwegtäu—
schen. Man baue
also nicht einfach
drauf los, sondern
überlege auch, wie
eine solche Brand⸗
nauer wirken wird
ind wie sie aus—
zugestalten ist, um
richt ein Stein des
Instoßes zu sein.
—— — — —
Grundrisse.
Hottesacker-Kapelle in Weilderstadt.
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