Title:
Rings fallen Sterne
Creator:
Heynicke, Kurt
Shelfmark:
1L 3118
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1441892180471/52/
Gedichte 
Am Abend sinken alle Worte in den Wald 
und sterben dunkelüber in die Ewigkeit 
und neue Taten werden aus dem Ursprung. 
An fremden Ufern wandeln fremde Sterne 
auf stillen Straßen stehen ernste Tränen 
und vor den Häusern wohnen Trauerweiden, 
sie wachsen von dem Blute vieler Tage. 
Die Sonne schweigt, 
die Nacht wirft Nebel über ihren Glanz 
und alles Atmen 
wird ein Schlaf. 
Am Tor der Sonne schläft mein Atem ein. 
Ich bin das blaue Kleid des Tags 
und klinge Frühling in der Brust. 
Hoch 
geht mein Herz die goldne Pforte 
viel weiße Hände tauen in mein Haar. 
Auf Strahlen wächst mein Blick empor, 
ich bin die Wolke ohne Uferziel. 
Tag ist mein Gang 
alle Sonnen lächeln mildes Licht 
meines Herzens Dienerinnen. 
Kinderschritte sind meine Augen, 
ein Lächeln fällt zu Gottes Fuß, 
Sterne reigen Tänze mir zur Lust 
und ich blühe 
Jugend hinauf 
sonnenüber in das Allein. 
* 
Nun bin ich Wald im Sternenmantel 
ich wehe kühl zu Füßen deiner Liebe. 
In deinem Antlitz suche ich mein Herz 
meine Seele zuckt hinter deinem Gang. 
Ich kleide dich mit meinem Blut 
und trinke Tränen deinem Schmerz. 
Deines Lebens Magd ist mein Leib. 
In hellen Nächten bin ich tot an deiner Brust. 
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