Title:
Die Härte der Weltenliebe
Creator:
Walden, Herwarth
Shelfmark:
2Fa 144-65
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1442223239938/20/
Doch, doch, sehen Sie genau hin, Sie müssen es sehen. Sehen 
Sie nicht hier? Hier liegt der Ringfinger. Der hat sich 
ganz tief eingegraben, denn er trug einen Edelstein. 
Mein liebes Fräulein. 
Ganz tief eingegraben ist er, der Ringfinger. Sie müssen es 
sehen. Es ist unmöglich, daß Sie es nicht sehen. 
Warum muß ich es sehen. 
Weil Sie mich lieben. 
Ich liebe Sie so, wie Sie mich nicht lieben. Sie dürfen sich 
nicht so hingeben. 
Das dürfen Sie nicht sagen. So dürfen Sie nicht sagen. Ich 
kann mich nicht hingeben. Ich kann mich nicht hergeben. 
Wenn ich doch vorausbestimmt wäre. Aber die kalte 
Hand bestimmt. 
Ich glaube nicht, daß Sie Kind etwas Böses haben tun können. 
Ich sah einen Mann, der war sehr traurig. Da sagte ich zu 
meiner Mutter: Sieh, der Mann sieht aus wie Jesus von 
Nazareth. 
Da hat Sie Kind die Mutter geschlagen? 
Wir sind Juden. Ich hasse die Juden. 
Warum hassen Sie die Juden. 
Weil sie Jesus nicht lieben. 
Warum lieben Sie Jesus. 
Weil er die Nächsten liebt. 
Warum lieben Sie die Nächsten. 
Weil sie gut zu mir sind. Sie bezahlen mich, wenn ich arbeite, 
und ich kann dann ins Theater gehen, wo alles für alle 
vorausbestimmt ist. 
Und ihre Allernächsten hassen Sie. Jesus hat die andere 
Wange gegeben. 
Das glaub ich nicht. 
Weil Sie nicht an Christus glauben. 
Ich liebe Jesus. Und .wer die eine Wange gegeben hat, ist 
gezeichnet für das ganze Leben. 
Werde meine Frau, damit ich sehr sanft zu Dir sein kann. 
Ich muß nach Hause. Es ist elf Uhr. Mutter wartet auf mich. 
Komm mit mir. 
Dann wirft mich Mutter hinaus, ich komme um meine Stellung 
und kann nichts mehr bezahlen. 
Ich will Dir alles schenken. 
Ich lasse mir nichts schenken 
Nimm diesen Stein von meinem Ringfinger. Er brennt, aber 
er verletzt nicht. 
Ich nehme den Ring nicht. 
Willst Du mich verletzen.
        

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