Title:
Die Härte der Weltenliebe
Creator:
Walden, Herwarth
Shelfmark:
2Fa 144-65
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1442223239938/25/
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Vielleicht kommt Vater mit. 
Deinem Vater ist es zu langweilig, mit mir spazieren zu gehen. 
Du bist auch gar nicht müde. Dir ist es nur auch in 
meiner Gesellschaft zu langweilig. 
Ich komme. 
Kinder sind immer undankbar. Erst plagt man sich für sie 
zu Tode und nachher wollen sie einem nicht den kleinsten 
Gefallen tun. 
Ich will keine Kinder haben. 
Wieder so ein moderner Unsinn. Warum nicht. 
Weil ich meine Kinder nicht zu Tode plagen will. 
Das ist das Resultat meiner Erziehung. Ich war stets zu gut 
zu Dir. Weil Du mit mir einmal im Jahr spazieren gehen 
sollst, erzählst Du aller Welt, ich plage Dich zu Tode. Gut, 
daß Mütter nicht wissen, wie undankbar Kinder sind. 
Sonst würden sie sie nicht mit Schmerzen in die Welt 
setzen. Komm. Setz den Hut anständig und zieh die 
Schulter zurück. Das stört mich. 
Wartet der Herr etwa auf Dich. 
Nein, Mutter. 
Wenn Du mir Herrenbekanntschaften machst, werfe ich Dich 
sofort hinaus. Wir sind eine anständige Familie. Du wirst 
einen Mann bekommen, wenn es soweit ist und wenn Deine 
Eltern ihn für richtig halten. So ist es stets in unserer 
Familie gewesen. 
War das nicht das kleine Bürofräulein von Vater. 
Ich glaube, Irma. 
Sehen Sie, Marie, ein Herr geht ihr nach. 
Der Herr geht nur die selbe Straße. 
Sie können nicht sehen. Er folgt ihr. Sehen Sie doch, er nimmt 
den gleichen Schritt wie sie. 
Wir müssen uns beeilen. • 
Er sieht gut aus, der Mann. Den würde ich heiraten. 
Ein Mann, der einem Bürcfräulein nachrennt. 
Ein Bürofräulein ist auch ein Mensch.
        

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