Full text: Die Härte der Weltenliebe

Ich habe Dich gewarnt, Irma. Warum hast Du diese Ehe er 
zwungen. 
Warum bist Du gut zu mir gewesen. 
Ich bin allen Menschen gut. 
Mir bist Du nicht gut. 
Auch Dir bin ich gut, denn ich bin allen Menchen gut. 
Die Menschen sind Deine Güte nicht wert. Sie lachen über 
Dich. Sie hintergehen Dich. Sie nutzen Dich aus. Alle. 
Alle. Auch die Lotte. 
Sprich nicht von ihr, sprich nie von ihr, um unserer Freundschaft 
willen. 
Sie hat sich fortgeworfen. 
Wer wagt das zu sagen. 
Sie selbst. 
Du hast sie aufgesucht. 
Sie war bei mir. Um zu gestehen. Um sich zu entlasten. Um 
sich zu befreien. Du törichter großer Mann, um Dich zu 
befreien, von Deiner Weltenliebe. 
Wo ist sie. 
Schwester. 
Unmöglich. Was ist Dir das Heiligste. 
Meine Liebe zu Dir. 
Schwörst Du mir, bei dieser Deiner Liebe zu mir, daß Du die 
Wahrheit sprichst. 
Ich lüge nicht. 
Das hat sie Dir gestanden. 
Ich schwöre es bei meiner Liebe zu Dir. 
Fortgeworfen. 
Fortgeworfen. Bei meiner Liebe zu Dir. 
Taube meines Glaubens. Was muß sie gelitten haben. 
Liebst Du sie noch. 
Meine Liebe ist nicht von dieser Erde. 
So gib mir doch Deine Liebe dieser Erde. So teile doch. Nie 
hat mich ein Mann berührt. Mich hat nie ein Mann be 
rührt. Ich habe gewartet, auf Dich gewartet und werde 
auf Dich warten. Ich lasse Dich nicht, Du liebst mich denn. 
Ich bin Dir gut, Irma. Ich bin Dir traurig, Irma. Laß mich zu 
mir kommen, zurück zu mir, laß mich zu Dir kommen, 
wann ich zu Dir kommen kann. 
Nun ist es Nacht, Du namenlos Geliebter. 
Ein Kind kam zu mir, einst, sehr jung. Schwer legte sie sich 
auf mein Herz. Meine Glieder drängten ihr entgegen. Ich 
nahm sie. Ich war sehr jung. Dann schrie ein Weinen 
aus ihren Augen, daß mein Herz zersprang. 
Darüber kommt jeder Mann hinweg.
	        

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