Volltext : Theatrum Pontificiale, Oder Schau-Platz der Brücken und Brücken-Baues

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Cap.I.  Von  Brücken-Bau.  Tab.I.
H.  Bewegliche  Ad:
1.  Schlag-und  Fall-Brücken,  und  diese  sind  ferner  :
a.  einfach,
b.  doppelt,
c.  mitGegen-Getvicht,
d  mit  Machinm  zum  auf-  und  zuziehen.
2.  Schiebe-Brücken,  und
3.  Dreh-Brücken,
4.  Schiff-Brücken,
5.  Fahren,  mit  und  ohne  Seit,
6.  Fliegende  Brücken,
7.  Sturm-Brücken,
8.  Feld-oder  Soldaren-Brücken.  (Pontons)
2.  )  Metallnc,  darunter  die  Pontons,  so  bey  Armeen  geführet  werden,  undvonKupft
fer  oder  Bleck  sind;  ferner  finden  sich  auch:
3.  )  Lederne  Brücken,  sind  solche  Schiffe,  die  man  aufWagen  bey  sich  führen,  und  mit
solchen  eine  Brücke,  statt  anderer  Schiffe,  über  einen  Fluß  schlagen  kan.
4.  )  Schilff-Brücken,  da  aus  Schilffund  Reisig  oder  Gesträuche  grosse  Bunde  gemacht,
aneinander  befestiget,  und  hm  Passage  damit  über  einem  Strohm  gesetzt  wird.
5.  )  Faß-  oder  Tonnen-Brücken,  da  man  vermittelst  Fässer  und  Tonnen  zur  Noth  eine
fliegende,  oder  auch  eine  Brücke  über  einem  gantzen  Strohm  machet.

Hieher  sind  auch  zu  zehlen  allerley  Machina,  damit  man  über  und  durchs  Wasser
kommen  kan,  als  die  ledernen  Würste,  Wasser-Stiefeln,  Wasser-Hosen,  Wasser-Harnisch, ­
  Wasser-Schild,  Wasser-Rock,  oder  Brust-Latz,  Schwimm-Gürtel,  und  dergl.
Und  von  diesen  Archen  wollen  wir  auch  hier  den  Anfang  machen,  ehe  wir  etwas  weiter
von  Brücken-Bau  sagen.

Das  II,  Kapitel.
Ion  mancherley  Achen,  über  und  durch
das  Wasser  zu  kommen.
§•  3-eine
  Erfindung  dem  Menschen  nöthig  und  fast  unentbehrlich,  so  ist  es  gewiß  und
wahrhaffrig  die  Kunst  der  Machinen  über  Gräben,  Ströhme,  Flüsse  oder
grosse  Moräste  zu  kommen,  welche  sonsten  alle  Communication,  die  ein  Nachbar, ­
  ein  Dorff,  eine  Stadt  oder  ein  Land  mit  dem  andern  hat,  aufheben  würden.
Und  obschon  die  meiste  Communication  durch  Brücken  erhalten  wird,  so  sind
dennoch  solche  nicht  überall  zu  finden,  noch  viel  weniger  anzubringen,  theils  wegen  des  flachen ­
  Landes,  theils  wegen  der  Grund-losen  Tieffe  und  Schnelligkeit,  theils  wegen  allzu  grosser ­
  Kosten,  die  niemand  hierzu  geben  will  noch  kan,  und  also  muß  man  sich  mit  Fähren  behelffen;
  alleine  weil  auch  diese  schwehr,  und  mit  vielen  Leuthen  unterhalten'.seyn  wollen,
kömmt  es  öffters  auf  ein  blosses  Fischer-Kahn  an,  dem  der  Mensch  sein  Leben,  und  öffters
auch  sein  Vermögen  nebst  seinen  Pferden  anvertrauen  muß.
§•  4'
            
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