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tische Element ist darin eingeschlossen als dramatisch zugespitzte Weise der
Erzählung. Das lyrische Moment konnte auf verschiedene Weise aufgefaßt
werden: einerseits formal aus dem Strophenbau (mit größerer oder kleinerer
doch immer begrenzter Strophenanzahl), aus der Singbarkeit der Volksballade,
häufig durch Refrain unterstützt. Andererseits aber wurde der lyrische Charakter
an Momente wie Stimmung und lyrisch-poetischen Sprachstil geknüpft
und wesentlich mit der Kunstballade des ausgehenden achtzehnten und des
neunzehnten Jahrhunderts verbunden, deren Dichter sie auf diese Weise gestaltet
haben. Die unbestimmte Vorstellung des Lyrischen als Stimmungsfaktor
zeigt sich z. B. an Hinweisen W. Kaysers auf die Loreleygedichte Heines und
Eichendorffs sowie ein Gedicht des portugiesischen Dichters A. Garrett. Bei
diesem sei »aus der Besorgtheit im Vorausblick auf die Begegnung mit der
Sirene«, in Heines »Loreley«, »aus der melancholischen Gestimmtheit im
Rückblick auf die Begegnung« gesprochen. Eichendorffs »Waldgespräch«
und »Der stille Grund«, fügt Kayser hinzu, »halten genau auf der Grenze
zwischen Ballade und Lyrik.« 179 Das portugiesische Gedicht beiseitelassend
und die »Loreley« als vertraut voraussetzend führen wir die beiden von Kayser
unter diesem Gesichtspunkt zusammengefaßten und gleichgeordneten Gedichte
Eichendorffs vor. Denn in ihrer auffallenden Unterschiedlichkeit dienen
sie gerade zu einer exakten Ortsbestimmung der Ballade im Dichtungssystem.
Der stille Grund
Der Mondenschein verwirret
Die Täler weit und breit,
Die Bächlein, wie verirret
Gehn durch die Einsamkeit.
Da drüben sah ich stehen
Den Wald auf steiler Höh’,
Die finstern Tannen sehen
In einen tiefen See.
Ein Kahn wohl sah ich ragen,
Doch niemand, der ihn lenkt,
Das Ruder war zerschlagen,
Das Schifflein halb versenkt.
Eine Nixe auf dem Steine
Flocht dort ihr goldnes Haar,
Sie meint, sie wär alleine,
Und sang so wunderbar.
i
179 Kayser, Das sprachliche Kunstwerk, a. a. O., S. 356