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zu ersuchen, dieselbe weiter zu berathen und wo möglich zu einer 
endgültigen Beschlußfassung vorzubereiten. Von dieser Kommission 
sind zwei Mitglieder (die Herren Sonne und Sch übler) nicht 
mehr in Stuttgart anwesend und werden daher an ihrer Stelle 
erwählt die Herren Köhler und Laisle. 
Von dem Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart ist dem 
Verein ein vorläufiger Entwurf des Ortsban-Statuts für Stutt 
gart in mehreren Exemplaren zur Kenntnißnahme und mit der 
Bitte übersandt, etwaige Aenderungs-Vorschläge ihm baldigst mit 
zutheilen. 
Der Verein beschließt, in Anbetracht der Dringlichkeit, eine 
Kommission in dieser Angelegenheit zu ernennen, welche sogleich 
zusammentreten und die in Frage kommenden Punkten in solcher 
Weise erörtern und vorbereiten soll, daß der Verein in der nach 
14 Tagen stattfindenden Versammlung Beschlüsse fassen und die 
selbe dann alsbald dem Oberbürgermeister mittheilen kann. 
In diese Kommission werden gewählt die Herren Silber, 
Stahl, Baumgärtner, Spindler, Walter, Schenk und 
Kaiser. 
Herr Professor Silber übernimmt es, im Namen des Vereins 
diese Herren zu den Berathungen einzuladen. 
Die mitgetheilten Exemplare des Entwurfes werden an die 
jenigen Herren, für welche derselbe hauptsächlich Interesse hat, 
vertheilt. 
Der Vorsitzende theilt schließlich mit, daß der Berliner Archi- 
tekten-Verein ein Heft der von ihm pnblicirten Entwürfe in zwei 
Exemplaren, sowie die Protokolle seiner Verhandlungen vom ersten 
Halbjahre dem hiesigen Verein zugesandt habe. 
Eilste Versammlung am 2. November 1872. 
Vorsitzender: v. Egle. 
Schriftführer: Landauer. 
Tagesordnung: Ortsbaustatut für Stuttgart. 
Nach Verlesung des Protokolls über die letzte Versammlung, 
beziiglich dessen eine (wesentliche) Erinnerung nicht zu machen ist, 
heißt der Vorsitzende die beiden Gäste, den Herrn Architekten 
Gerock und den Herrn Gemeinderaths-Sekretär Hutzel willkom 
men und ersucht sodann den Herrn Professor Silber, Vorsitzen 
den der in der letzten Versammlung gewählten Commission für 
eine vorläufige Berathung des Entwurfs eines Ortsbanstatuts für 
die Stadtgemeinde Stuttgart um Vortrag seines Berichts. 
Zugleich wird beschlossen, paragraphenweise in die Berathung 
dieses Entwurfs einzugehen. 
Die Commission wünscht, daß in 
§. 1. Richtung, Breite, Visir der Ortsstraßen 
ein Minimum von 17«'für die Breite beiderseits angebauter Orts 
straßen und ein solches von 15™ für solche Straßen, an welchen 
nur auf einer Seite Häuser erbaut werden sollen, festgesetzt und 
somit die Bestimmung der Straßenbreite nicht dem Ortsbauplan 
allein überlassen werden solle. 
Nach längerer Berathung tritt die Versammlung diesem 
Wunsche bei. 
Zu §. 2. Hauptstraßen der Stadt, 
schließt sich der Verein dem Vorschlag des Herrn Bauraths v. Beck 
und des Herrn Architekten Vöhringer an, daß außer den in 
dem Entwurf genannten Straßen auch noch die Militärstraße, die 
Rothebühlstraße, die Eberhardstraße, die Charlottenstraße und die 
Sonnenbergstraße als Hauptstraßen angesehen werden möchten. 
Zn §. 3. Benützung der städtischen Dohlen, 
schlägt die Commission folgende Fassung vor: 
Jeder Besitzer — in der Weise 
„verpflichtet, daß er auf eigene Kosten nach Anleitung der 
„Straßenbauinspection eine 0,45™ weite, 0,7™ hohe, wasser- 
„ dichte, leicht zu reinigende Seitendohle mit concaver Sohle 
„und Schlammschacht herzustellen rc. 
Der Verein beschließt jedoch auf Antrag des Herrn Bauin 
spectors Rheinhard, nach längerer Debatte, in welcher insbe 
sondere auch ans die in anderen Städten, z. B. in Frankfurt, 
Zürich, Winterthur rc. bestehenden ähnlichen Einrichtungen hinge 
wiesen wird, dem Gemeinderath zu empfehlen, in dem Ortsbau 
statut statt solcher schlupfbarer Seitendohlen Ablaufrohre mit 
syphonartigem Wasserverschluß vorzuschreiben, deren Dimensionen 
der Bestimmung der Straßenbauinspection vorzubehalten wäre. 
Zu §. 4. Zeitpunkt der Eröffnung der Orts 
straßen, 
schlägt die Commission statt des Wortlauts im Entwurf folgende 
Fassung vor: 
„Die Gemeinde ist — anreihen, oder in solcher Ausdehnung 
„erbaut werden, daß sie eine bestimmte Straßenstrecke, bis 
„zum äußersten Gebäude gerechnet, zu ‘/ 3 ausfüllen, wobei 
„Abstände und Querstraßen einzurechnen sind. 
Die Versammlung tritt dieser Fassung bei. 
Zu §. 5 resp. 6. Berechnung des Antheils der 
einzelnen Grund-Eigenthümer, 
schlägt die Commission für den Absatz 3 folgende Fassung vor: 
„Bei Straßen, welche — dürfen, wirv für jeden Angrenzer 
„die volle Straßenbreite auf die Frontlänge seines Grund- 
„stücks zu Grund gelegt. 
Ebenso statt des Absatzes 4: 
„Bei öffentlichen Plätzen — sind, wird gleichfalls volle 
„Straßenbreite für die Anlieger gerechnet. 
Die Versammlung tritt beiden Vorschlägen bei. 
Zu §. 7. Trottoirs, 
wird auf Antrag des Herrn Oberbauraths Schlierholz be 
schlossen, das in Klammern gesetzte Wort „Plattenwege" als über 
flüssig, weil nicht erschöpfend, zu bezeichnen. 
Zu §. 8 und 9. Material, Beschaffenheit, Breite 
der Trottoirs, 
schlägt die Commission statt der beiden letzten Absätze des §. 8 
folgende Fassung vor: 
„Die Trottoir müssen — 30™™ über der Höhe des Kandel- 
„pflasters liegen, und 
„Das Gefälle im Querprofil eines Trottoirs darf — 3°/ 0 
„nicht übersteigen. 
Hierüber und die Anlage der Trottoirs und Pflaster über 
haupt entspinnt sich eine längere Debatte und es wird beschlossen, 
die Commission zu ersuchen, ihre Vorschläge insbesondere bezüglich 
der Höhenlage der Trottoirs und deren Breite in nochmalige Er 
wägung zu ziehen und hierauf die Versammlung geschlossen. 
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