20 
dürfen; auch wird noch von anderer Seite, insbesondere von Herrn 
Baurath Bock gewünscht, daß wenigstens gewisse Districte der 
Stadt von solch störendem Gewerbebetrieb frei gehalten, und für 
letzteren andere bestimmte Districte angewiesen werden sollen. 
Nach eingehender Erwiederung des Herrn Sekretär Hutzel 
und Hinweisung auf die Schwierigkeiten, welcher eine solche Be 
stimmung in hiesiger Stadt begegnen müßte, wird beschlossen, den 
dießfalls gestellten Anträgen eine weitere Folge nicht zu geben. 
§. 25. Zahl der Stockwerke. 
Hier soll auf den Antrag der Commission, welchem der Verein 
beitritt, gesagt werden: 
„Die Erbauung einstöckiger Häuser an der Straßenlinie ist 
„in der Regel nicht gestattet. 
Bei Abs. 2 des Entwurfs wurde der Durchstrich beschlossen. 
§.26. D a ch h ö h e. 
Dieser §. wird auf Antrag der Conimission zu streichen be 
schlossen. 
§. 27. Stellung der Dachgiebel, 
wie bei §. 26. 
§.28. Walmendächer, 
wie bei §. 26. 
§. 29. Dach- und Mansardenfenster oder ähn 
liche Bauten. 
Auf den Antrag der Commission wird für diesen §. nach 
stehende Faffung beschlossen: 
Aufrecht stehende Dachfenster, welche die zuläßige Gebäude 
höhe überragen, sind nur gestattet, wenn die Summe ihrer 
Breite die halbe Gebäudelänge nicht überschreitet. 
Weitere, namentlich thurmartige Aufbauten, wenn sie die 
zulässige Gebäudehöhe überragen, sind nur ausnahmsweise 
zu gestatten. 
§. 30. Abschrägung der Eckhäuser. 
Die Commission beantragt, das Wort „rechtwinklige" zu strei 
chen. Die Versammlung stimmt diesem Antrag bei, und es wird 
schließlich folgende Fassung diese« §. angenommen: 
Eckhäuser mit Winkel unter 80° sind an der Straßenkreu 
zung in der Weise abzuschrägen oder abzurunden, daß die 
durch die Abschrägung entstehende Linie oder die durch die 
Abrundung entstehende Sehne mindestens 1,5°° mißt. 
§. 31. Ruinen, 
wird in der Fassung des Entwurfs angenommen und sodann die 
Versammlung geschlossen. 
Vierzehnte Versammlung am 23. November 1872. 
Vorsitzender: v. Egle. 
Schriftführer: Prof. Walter. 
Fortsetzung der Berathung des Ortsbaustatuts für Stuttgart. 
Nachdem Herr Sekretär Hutzel als Gast begrüßt, wird durch 
Herrn Oberbaurath Schlierholz in Abwesenheit des Herrn Ober 
baurath Landauer, das von Letzterem geführte Protokoll der 
vorigen Sitzung verlesen. 
Zu §. 25 des Entwurfs für das Ortsbaustatut wird der 
Antrag des Bauvereins in nachfolgender Fassung konstatirt: 
„Die Erbauung einstöckiger Häuser an der Straßenlinie ist 
in der Regel nicht gestattet." Im Uebrigen wird das Protokoll 
vom Verein genehmigt, der hierauf in die weiteren Berathungen 
eintritt. 
§. 32 wird, nach dem Antrag der Commission in der Fas 
sung des Entwurfs angenommen. 
§. 33. Die Commission beantragt die Streichung des gan 
zen §. 
Herr Oberbaurath v. Beck stellt den Antrag auf Beibehaltung 
des ersten Absatzes: 
„Die Häuser dürfen in der Regel nicht weniger als drei 
Stockwerke, einschließlich des Parterres, enthalten;" zieht jedoch 
denselben zurück auf die Bemerkung, daß der §. 25 in dieser Be 
ziehung genügen dürfte. 
Der Absatz 2, „die Sockelhöhe der Häuser darf nicht unter 
0,86™ betragen", wird in Rücksicht auf die Ladenfa^aden bekämpft. 
Bei der Abstimmung wird der Commissions-Antrag angenommen. 
§. 34. Die Commission beantragt folgende Fassung: 
„Die Stockwerke müssen im Erdgeschoß und Beletage minde 
stens 3™ , in allen weiteren Stockwerken mindestens 2,86™ vor 
Balken zu Balken hoch sein. Die Stockhöhe des Entresols muß, 
wenn zum Wohnen bestimmt, wenigstens 2,3™ im Licht betragen." 
Der Vorsitzende wünscht zunächst, daß die Bezeichnung, Par 
terre, Beletage, 3ter und 4ter Stock entsprechend einer früheren 
Aeußerung des Bauvereins künftig mit dem Nannn Erdgeschoß, 
Iter, 2ter und 3ter Stock, oder wenigstens mit Stockwerk über 
1 Treppe, über 2 Treppen, über 3 Treppen bezeichnet werde. 
Als Motiv für die Abweichung von dem seitherigen Gebrauch 
wird angeführt, daß fast in allen andern Ländern die vorgeschla 
gene Benennung üblich sei. Die erwähnten Bezeichnungen werden 
angenommen. 
Nachdem über die Stockwcrkshöhen die Ansicht der Commission 
gehört, welche keinen sachlichen Grund zu finde» weiß, für da» 
Eine oder Andere der beiden unteren Stockwerke ein größeres Matz 
zu beantragen, wird die Fassung des §. in folgender Weise ange 
nommen : 
„Die Stockwerke müssen im Erdgeschoß und im ersten Stock 
mindestens 3™, in allen weiteren Stockwerken mindestens 2,8™, 
von Balken zu Balken gemessen, hoch sein. Die Stockhöhe des 
Entresols muß, wenn zum Wohnen bestimmt, wenigstens 2,3™ im 
Licht betragen." 
§. 35. Die Commission beantragt, den ganzen §. zu 
streichen. 
Herr Baurath Bok wünscht die gesetzliche Frontlänge nicht 
unter 14™, da die Zulassung von schmäleren Häuserfronten leicht 
eine allgemein schmälere Grundstückeintheilung nach sich ziehen 
dürfte. 
Für den Commissionsantrag wird angeführt, daß die meisten 
Wohnhäuser Londons viel schmäler als 14™ seien; daß aus ästhe 
tischen Gründen einer Familie die Möglichkeit, ein Haus allein zu 
bewohnen, nicht genommen sein sollte und daß endlich eine große 
Anzahl schmaler Straßenhäuser in anderen Städten beweisen, wie 
eine 
sei. 
Bert 
Best 
jedoc 
Best 
Stu 
übril 
auf 
nahc 
deßh 
genr 
We, 
über 
höh- 
auf 
trau 
meu 
eine 
Ber 
Bre 
und 
Da> 
Ma 
wir 
Na, 
jede 
zu 
den 
Del 
Hei 
am 
ben 
aut 
En 
St 
ver 
voll 
civi 
St 
den 
Ko 
sei, 
kün 
zur 
ges'
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.