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Fragen zu erörtern und namentlich zu untersuchen ob der von
seltenen Hochwassern etwa verursachte Schaden größer oder
kleiner sei als der Aufwand, welcher durch Berücksichtigung
derselben bei Herstellung der Dohlen erwachse. Ferner ob es
zweckmäßig sei, den bisher als Hauptdohle benützten Nesenbach
künftig nur als Nothauslaß zu benützen.
Herr Inspektor Reinhard erwähnt die Trinkwasseruntersuchung
vr. Klingers, hält den Verein in dieser Sache für
nicht kompetent und glaubt Aerzte zu der zu bestimmenden
Kommission beiziehen zu sollen.
Herr Oberbürgermeister Hack: Die Aerzte sind in solchen
Fragen unter sich noch nicht einig; weitgehende hygienische Maßregeln
müssen durch genaue Untersuchung aller lokalen Verhältnisse
begründet werden. Für die Dohlcnfrage speziell sind
jedoch die ärztlichen Rücksichten nicht in erster Linie maßgebend.
Stellt der zu erwählenden Kommission alle Unterstützung der
städtischen Behörden, auch finanzielle zu nöthigen Detailuntersuchungen,
in Aussicht.
In die Kommission, welche zur Bciziehung weiterer Kräfte
ermächtigt ist, werden außer den städtischen Technikern kooptirt
die Herren:
Bauinspcktor Eh mann,
Ingenieur Gulde,
Baurath v. Hänel,
Bauinspcktor Knoll,
Bauinspektor Köhler,
Professor Laißle,
Baurath v. Martens,
Bauinspektor R h e i n h a rd,
Professor Teichmann,
Bauinspektor Zobel und
auf den Antrag Rheinhard's
der als Gast anwesende
Neck. Or. Burkart.
Herr Oberbaurath v. Morlo k wird ebenfalls vorgeschlagen,
lehnt aber wegen Ueberhäufung mit Amtsgeschäften ab.
Ein Antrag des ostprcußischen Architekten- und Ingenieur-Vereins
in Königsberg, Festsetzung einer Norm für Honorirung
von technischen Sachverständigen in Civilprozessen betreffend,
wird an eine Kommission verwiesen, bestehend aus den Herren:
Professor Baumgärtner,
Baurath Demillas,
Obcrbaurath v. Egle,
Oberbaurath v. Eh mann,
Oberbaurath v. Landauer,
Professor Silber,
Professor Teich mann.
Als Mitglieder werden aufgenommen auf Vorschlag des
Herrn Oberbaurath v. Morlok
Assistent Höscheler,
und auf den von Herrn Baurath Kaiser
Ingenieur Dobel, vom städtischen Bauamt hier.
Endlich wird auf Antrag des Kassiers und Bibliothekars
bei Gelegenheit der Erneuerung der Brandversicherung der Anschlag
des Inventars von fl. 2300 auf 5000 Mark erhöht.
Fünfte Versammlung als Generalversammlung
vom 13. März 1875,
verbunden mit einer reichhaltigen Ausstellung von Kirchenbauplänen
und Details, zwei Säle ausfüllend.
Vorsitzender: Oberbaurath v. Schlierholz,
Schriftführer: Prof. Laißle.
Anwesend 52 Mitglieder, darunter 21 Auswärtige.
Der Herr Vorsitzende begrüßt die Anwesenden, sich der so
zahlreichen Betheiligung an der heutigen Generalversammlung,
besonders auch durch auswärtige Mitglieder, erfreuend.
Derselbe erwähnt der mit der Versammlung verbundenen
reichhaltigen Ausstellung von Kirchenbauplänen und Details,
welche zeigen, wie Württemberg längst schon die Periode der
Normalkirchen der dreißiger Jahre verlassen, und bei genauer
Bekanntschaft mit den mittelalterlichen Formen in freier künstlerischer
Bewegung und Entwicklung indessen im Kirchenbau
sowie bei Kirchenrestaurationen Vieles und Gutes geleistet habe,
und dankt all denjenigen, welche so reichlich und freudig hiezu
beigetragen haben. (Weiteres in besonderem Berichte über die
Ausstellung Beil. 3.) Der Vorsitzende geht nun zur Tagesordnung
über.
Erster Gegenstand der Berathung:
Aufstellung eines bezahlten Schriftführers, weil eine mehrjährige
Erfahrung ergeben habe, daß von hen statutengemäßen
drei Schriftführern nicht selten keiner in der Versammlung anwesend
sei und so die Protokollsührung erschwert und der Vorstand
bei den sich stets mehrenden Arbeiten entfernt nicht unterstützt
sei.
Der Antrag geht dahin, daß die seitherigen drei Schriftführer
beibehalten, außerdem jedoch ein bezahlter Sekretär aufgestellt
werden soll, wobei den Schriftführern, von denen möglichst
einer Architekt, ein anderer Ingenieur, der dritte Mechaniker
fein und der eine oder andere je nach dem zu behandelnden
Stoff nach der Bestimmung des Vorstandes der betreffenden
Versammlung anwohnen sollte, um die Redaktion der Protokolle
vornehmen zu können. Dem bezahlten Sekretär sollen
auch die etwaigen weiteren Schreibereien womöglich übertragen
werden. Nach längerer Debatte wird zunächst über den Antrag
des Herrn Baurath Bok abgestimmt, dahin gehend, es möchte
von der Anstellung eines bezahlten Sekretärs in Betracht des
ungünstigen Kassenbestandes abgesehen werden. Dieser wird
abgelehnt (1 gegen alle Stimmen); dagegen der Antrag des
Herrn Obcrbaurath v. Landauer, „es möchte der Vorsitzende
ermächtigt werden, falls keines der Mitglieder sich freiwillig
hiezu melde und die neu gewählten Sekretäre überhaupt nicht
aus Interesse für die Vereinssache sich ihrem Dienste als wirkliche
Schriftführer widmen würden, einen bezahlten Sekretär zu
engagircn", einstimmig angenommen.
2) Dem Vorschlag des Herrn Baurath Spindler, den
Herrn Bauinspektor Rümelin aus Tübingen als ortsabwesendes
Mitglied aufzunehmen, wird einstimmig zugestimmt.
3) Berichterstattung über das abgelaufene Jahr 1874
durch den Herrn Vorsitzenden.
A.
Geschäftsbericht über das Jahr 1874.
Vor Allem muß ich die verspätete Abhaltung der Hauptversammlung,
die sonst ordnungsgemäß im Monat Januar
stattfand durch die Umstände, die sich zuerst wegen der für
heuer in Aussicht genommenen Ausstellung bezüglich der nöthigen
Lokale, dann aber durch den mir zugestoßenen Unfall, auf
den der verehrliche Verein so freundlich Rücksicht nahm, in
Weg stellten, entschuldigen.
Ferner fand die Hauptversammlung als die 2. ordentliche
Jahresversammlung am 26. Januar 1874 statt; seither funktionirtcn
als Verwaltungs-Comite-Mitglieder:
als Vorstand: Oberbaurath v. Schlierholz,
als Stellvertreter: „ v. Egle,
als Schriftführer: Professor Laißle,
„ Teichmann,
„ Walther,
als Kassier: Baurath Bok,
als Bibliothekar: Bauinspektor Rheinhard,
als Stellvertreter: Obcrbaurath v. Landauer und
Professor Silber.
Der Mitgliederstand belief sich am 1. Januar 1874
auf 73 hiesige
und 84 auswärtige
zusammen: 157 Mitglieder.
Von diesen sind 3 Mitglieder: die Herren Professor
vr. v. Lübke hier, Professor Chaily in Wien und Architekt
Mecklenburg, Letzterer wegen Wegzug, ausgeschieden. Herr
Architekt v. Seeger ist durch Hierherzug in die Reihe der
hiesigen Mitglieder übergetreten.