Full text: Sitzungs-Protokolle / Verein für Baukunde in Stuttgart (1877)

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„Die Binnenschifffahrt" betreffend, beschließt der 
Verein wiederholt wegen in Württemberg mangelnder Er 
fahrungen kein Gutachten abzugeben. 
Bezüglich der Abgabe unserer Ansicht über eine Statistik 
des Bauwesens, worüber bis 1. April 1878 an den Ver 
band berichtet sein soll, wird die bereits hiefür bestimmte 
Commission bezeichnet. 
Wegen weiterer Behandlung des „Haftpflichtgesetzes", 
in welcher Beziehung der Hamburger Verein als Referent und 
der unsere als Correferent bestimmt ist, soll ebenfalls die 
schon früher damit beschäftigt gewesene Commission, sobald 
das Material hiezu eingelaufen sein wird, wieder zusammen 
treten. 
Endlich theilt der Vorsitzende den Beschluß mit, daß der 
Beitrag an den Verband pro 1878 auf 25 ufi pro 50 Mit 
glieder festgesetzt worden feie. 
Hiemit werden die Verhandlungen über die Coburger 
Versammlung, nachdem der Herr Vorsitzende dem Herrn Pro 
fessor Banmgärtner für das Opfer, die Zeit und die Hin 
gabe, mit welcher er sich der Abgeordueten-Versammlung ge 
widmet habe, sowie für sein eingehend erstattetes Referat ge 
dankt und hervorgehoben hat, wie die Coburger Versammlung 
aufs Neue ergeben habe, wie ernst es den Vereinen in An- 
strebuug der Fachinteressen feie und wie viel Werth diese Ver 
sammlungen bieten, geschlossen. 
Im Weiteren fordert der Herr Vorsitzende zu Vorträgen rc. 
für die künftigen Versammlungen auf, wozu sich zunächst die 
Herren v. Hänel, Kaiser, Lang, v. Schlier holz bereit 
erklären, worauf die Versammlung geschlossen wird. 
Der Schriftführer: 
Zobel. 
Sechszehnte Versammlung, zugleich außerordentliche 
Henerakversammtuug am 27. Oktober 1877. 
Vorsitzender: Oberbaurath v. Schlierholz. 
Schriftführer: Bauinspektor v. Seeger. 
Anwesend: 33 Mitglieder. 
Der Vorsitzende begrüßt die Herren Bauinspektor Berner 
als nun ortsanwesend und Bauinspektor Gulde von Ludwigs 
burg, worauf das Protokoll über die letzte Versammlung ver 
lesen wird, wozu Baurath v. Hänel bemerkt, daß Professor 
Laißle und Bauinspektor Kn oll bei Zusammenstellung des 
Referats über die Minimaldimensionen von Brückenpfeilern 
ebenfalls als mitwirkend zu betrachten seien. Das Protokoll 
wird ergänzt und genehmigt. 
Der Vorsitzende geht nun über zu den Verhandlungen 
über das, den Mitgliedern schon durch Eirkular bekannt ge 
gebene Thema der heutigen Hauptversammlung: Gründung 
einer technischen Zeitschrift als Organ der südwest - deutschen 
Architekten- und Ingenieur-Vereine und ersucht die anwesenden 
Mitglieder, sich zu erklären: ob sie die Unterstützung und die 
Betheiligung des Vereins an dem Erscheinen eines solchen 
Organs für angezeigt erachten, mit der Verpflichtung, daß 
jedes Mitglied ein Exemplar beziehe. Er bemerkt hiezu, er 
sei überzeugt, daß der Zweck und die Dringlichkeit des Unter 
nehmens nicht verkannt werde und wohl auf Zustimmung 
gerechnet werden dürfte, nachdem auch von den ausivärtigen 
Mitgliedern sich keines dagegen, aber 40 ausdrücklich für den 
Beitritt des Vereines sich erklärt haben, die meisten jedoch die 
Fortsetzung der seitherigen Vereinspublikationen für mehr ört 
liche Gegenstände und Vorträge, welche in dem Organ keine 
Aufnahme finden können, ebenfalls wünschen. 
Von den auswärtigen Vereinen haben der zu Straßburg, 
der für den Niederrhein und Westfalen zu Cöln seinen Bei 
tritt bereits erklärt und der zu Frankfurt a. M. in bestimmte 
Aussicht gestellt. 
Nachdem die von den Delegirten der betreffenden Vereine 
proponirten „Vereinbarungen" vorgelesen worden, wird die 
Debatte eröffnet. Da Niemand das Wort ergreift, so nimmt 
der Vorsitzende nach nochmaligem Befragen an, daß der Bei 
tritt erwünscht und die Bereitwilligkeit zur Betheiligung ein 
stimmig erklärt sei. 
Es wird nunmehr zur Wahl eines Redaktions-Ausschuß- 
Mitgliedes geschritten und in Erwägung gezogen, ob die eines 
Architekten oder eines Ingenieurs hiezu angezeigter sei. 
v. Egle spricht sich dafür aus, daß die Fachstellung nicht 
ausschlagend sein sollte, da die Person dieses Mitgliedes ja 
jedes Jahr neu gewählt werden könne und über die in Frage 
stehenden Gegenstände doch, stets eine Vorberathung im Vereine 
vorauszugehen habe, in der alle bezüglichen Verhältnisse in 
Betracht gezogen werden können. 
Der Vorsitzende theilt nun mit, daß der Vereins-Ausschuß 
auf Herrn Professor vr. Weihrauch sich geeinigt habe, worauf 
Letzterer erklärt, die Wahl, wenn sie auf ihn falle, bauend 
auf die Unterstützung des Vereins, anzunehmen. 
Diese Erklärung wurde freudig begrüßt und sonnt Herr 
Professor Weyrauch einstimmig zum Redaktions-Ausschuß- 
Mitglied gewählt, worauf der Vorsitzende demselben den Dank 
für die bereitwillige Annahme der Funktion ausspricht. 
Der Vorsitzende kommt sodann auf die Zahlungsbe 
dingungen und die hierauf bezügliche Regulirung des Jahres^ 
beitrags der Vereinsmitglieder zu reden. 
Da ein Exemplar der Zeitschrift loco München auf 8 Ji 
pro Jahr zu stehen kommt, so schlägt er vor: daß der zu 
künftige Jahresbeitrag eines Mitglieds, welches als solches 
zugleich ein Exemplar der Zeitschrift frei geliefert erhalte, 
dahin abzuändern wäre, daß er für 
ein hiesiges ... 22 M. und für 
ein auswärtiges . . 16 Ji 
betragen würde, bei einem Eintrittsgeld, statt von seither 
5 Mark nun 7 Mark, um bei den Neueintretenden, besonders 
im 2. Semester, Ausgleichung der Kosten zu erhalten. 
Professor Groß glaubt, daß statt 22 <jfi Jahresbeitrag 
20 Ji genügen dürften. 
t>. Schlierholz und v. Egle erwidern jedoch, daß 
außer der Anschaffung der Zeitschrift selbst, der Verein noch 
manche mit der Zeitschrift verbundene Kosten zu tragen haben 
werde, und überdies der Vereinsbeitrag zum Verband deutscher 
Architekten - und Jngeuieurvereine jüngst bedeutend erhöht 
worden seie, unsere Vereinskaffe durch dieses keineswegs er 
leichtert werde und der Verein sei immerhin noch einer der 
billigsten, auch können, wie schon bemerkt, die seitherigen 
Vereinspublikationen für Gegenstände von engeren und lokalen 
Interessen nicht ganz unterbleiben, was von den meisten aus 
wärtigen Mitgliedern gewünscht und von der Versammlung 
anerkannt wird. 
Diese vorgeschlagene Normirung des Jahresbeitrags und 
Eintrittsgeldes wird hierauf ohne weitere Einwendung ge 
nehmigt. 
Für den Fall, daß ein Mitglied einen vorhergehenden 
Jahrgang der Zeitschrift zu erhalten wünsche, wird in Aussicht 
gestellt, daß dies auf Grund des §. 9 der Vereinbarungen gegen 
Bezahlung des Exemplars mit 8 Ji' durch das Mitglied, vorn 
Vereine aus ermöglicht sein werde, wie ferner, daß in Folge 
Beschlusses des Vereinsausschusses dahin gewirkt werde, daß 
jeder betheiligte Verein für seine Bibliothek auf 100 oder 
weniger als 100 Mitglieder ein Freiexemplar erhalte und auf 
je weitere 100 Mitglieder je ein weiteres. 
Professor Laißle kommt nun auf die Einsendung von 
Beiträgen zur Zeitschrift zu sprechen und stellt in Frage, ob 
wohl die Mitglieder hiezu zu finden seien; von der Mitwirkung 
derselben werde der Grad des Gedeihens der Zeitschrift ab 
hängen. 
v. Schlierholz spricht dagegen die Hoffnung aus, daß 
die Mitglieder es als eine Ehrensache betrachten werden, nach 
Kräften an dem Gedeihen des Organes mitzuwirken und glaubt
	        

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