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tteirt ersten Arbeiter bis zur andern Traufkante folgt; die 
Mberdeckung ist ebenfalls 15 cm. 
Hierauf folgt in ähnlicher Weise die dritte Lage mit '/« 
Nollenbreite anfangend und dann die vierte mit ganzer Rollen 
breite beginnend, so daß auf diese Weife alle 4 Lagen im 
Verband mit einander stehen; etwa entstehende Risse müssen 
mit cementirten Papierstreifen überklebt und das ganze Dach 
nochmals mit einem etwas stärkeren Holzcement-Anstrich über 
zogen werden, worauf dasselbe unmittelbar mit feinem trocke 
nem Steinkohlengruß oder mit gestoßenen Schmiedeschlacken 
oder Sande gleichmäßig etwa 1 cm hoch beliebt, hierauf eine 
8 bis 10 cm bohe Schicht von Lehm resp. Cbaussee-Abraum 
und grobem Sande gebracht und diese gleichmäßig iestgewalzt 
wird, und so das Dach fertig ist. 
Will ein Garten angelegt werden, so ist noch eine genü 
gende Schichte Gartenerde zu überbringen. 
Die Dichtung der Traufen geschieht mittelst eines ihrer 
Länge nach zwischen der zweiten und dritten Papierlage auf 
genagelten Zinkstreifens, welcher 2,5 cm vor die Dachschalung 
reicht. Hierauf wird ein zweiter 8 bis 10 cm hoch im rechten 
Winkel nach oben gebogener Zinkstreifen mit Stütznasen ver 
sehen aufgelöthet, und mit der dritten und vierten Papierlage 
überklebt und verstrichen. Dieser Steg verhindert das Ab 
spülen der Kies- re. Lage und erhält zum Durchlässen des 
Wassers in Entfernungen von je 25 cm 3 bis 4 cm breite 
und 3 cm hohe Durchbrechungen, vor welche größere Kiesel 
geschüttet werden. 
An den Giebelkanten genügt die Aufnagelung eines 10 
bis 15 cm hohen Winkelblechs, ebenfalls zwischen die zweite 
und dritte Papierlage genügend weit eingreifend und wie an 
Mauernanstößen und Schornsteinen über der Deckung in eine 
Mauerfnge eingebogen und befestigt. 
Ein wesentliches Erforderniß ist ein genügender Luftzug 
unter der Schalung, zur Erzielung von Trockenheit des Holzes. 
Ein so hergestelltes Dach soll, je nach seiner Flächenausdeh 
nung, wenn Sand und Kies nächst der Baustelle zu erhalten 
sind und der Holzcement pro 50 Kil. 10 Mark kostet und zu 
10 qm Deckung ca. 30 Kilo Holzcement und 7 Kil. Papier 
nöthig werden, pro qrn 3 bis 4 M. 20 wogegen kostet 
pro qm ein Pappdach 1 M. 58 -J, bis 2 M. bei einem Un 
terhaltungsaufwand von jährlich 12,7 pro qm, 
ein Zinkdach je nach der Zinkstärke 4 Ji 90 ^ bis 5 M. 
70 ^ —:• 7 bis 8 jährliche Unterhaltung, 
ein Schieferdach 3 M. 15 bis 3 <M. 20 1 bis 
CJ £ 
ein gewöhnliches Doppel-Ziegeldach 1 M 95 bis 2 M 
— !• 2,9 bis 3 jährliche Unterhaltung, 
ein Falzziegeldach 1 56 bis 1 M. 80 ^ —:• Unter 
haltung noch unbekannt. 
Dagegen hat ein Holzcementdach den Vorzug, daß nahezu 
horizontale Abdeckung und dadurch die Erzielung einer mög 
lichst geringen Dachfläche, die möglichste Ausnützung des dar 
unter befindlichen Gcbäuderaums, möglichste Feuersicherheit, 
Unempfindlichkeit gegen Orkane und Hagel, int Sommer Schutz 
gegen Hitze, im Winter gegen Kälte erzielt wird, die Dach 
fläche zu Trockenräumen, Gartenanlagen rc. benützt werden 
kann und die Unterhaltung der Abdeckung gleich 0 sein soll. 
Im Weiteren wird Holzcement zur Abdeckung von Bal 
kons, Terrassen, Brückengewölben, Viadukten, Kasematten rc. 
empfohlen. 
Rach weiterer Besprechung über diese Deckung, für welche 
wiederholt ein Versuch auch bei uns empfohlen und bemerkt 
wird, daß Kaufmann Geißler hier eine Agentur hiefür 
besitzt, wird die Versammlung geschlossen. 
Der Schriftführer: 
v. Seeger. 
GMurstorl nach Wanlliroun, 
den 18. Mai 1879. 
Daß die herrlichen Bauten des Maulbronner Klosters sge- 
stiftet von Walter v. Lomersheim 1147) trotz öfterer Be 
sichtigung immer wieder anziehend zu wirken vermögen, bewies 
die zahlreiche Betheiligung, welche der auf Sonntag, den 18. Mai 
angesetzte Ausflug nach Maulbronn seitens des Vereins erfuhr. 
80 Mitglieder, 16 Damen und 8 Gäste vereinigten sich nach 
der vom Wetter äußerst begünstigten Fahrt und etwa s / 4 stän 
digem herrlichem Gang von der Station durch den schönen 
Buchenwald zum Kloster im Herrenchor der Klosterkirche, wo 
selbst Herr Oberbaurath v. Landauer, der schon seit 1862 
mit großer Liebe und tiefem Verständniß die Restaurationsarbciten 
leitet, an der Hand eines in großem Maßstabe eigens hierzu 
gefertigten Grundrisses der Klostergebäulichkeiten eine klare Ueber 
sicht über die verschiedenen hier auftretenden Stilperioden gab. 
Nach dieser einleitenden Erklärung theilte sich die Gesellschaft in 
3 Partieen, welche unter Leitung der Herren Oberbauräthe 
v. Landauer und v. Schlierholz und des Herrn Bau 
inspektors Berner die einzelnen Räume eingehender, durch die 
freundlichen Erläuterungen der Führer wesentlich erleichterter 
Besichtigung unterzogen. Hierbei bot sich dem Beschauer die 
seltene Gelegenheit, in enger Gruppirung die Stilperioden vom 
Romanischen bis zur Renaissance hin in reizenden Mustern be 
wundern zu können. Nach Lstündigem Aufenthalt in den ver 
schiedenen Räumen des Klosters vereinigten sich die 3 Gruppen 
wieder, um in dcm stets interessanten Sommer-Refektorium mit 
seinem Ausblick in die Brunnenkapelle, die reich gegliederten 
und malerischen Kreuzgänge aus der Uebergangs- und gothischen 
Periode und das freundliche Kreuzgärtchen der Wirkung des 
von 4 Mitgliedern gesungenen „integer vitae i: mib des Solo 
vortrags eines Gastes, des Herrn Grimminger, zu lauschen. 
Mittlerweile war auch in der Kiiche des Gasthofs zur Post 
das Mittagsmahl herangereift und wandte die Gesellschaft ihr 
Interesse nunmehr diesem zu. In kurzer Zeit entwickelte sich 
ein reges Leben, das durch Toaste, Tischreden und Gesänge in 
angenehmer Weise gefördert wurde. 
Den Toast auf Se. Majestät den König, der den Restaura 
tionsarbeiten des Klosters stets sein hohes Interesse zugewandt 
habe, brachte der Vereinsvorstand aus. 
Oberbaurath v. Morlok gedachte in seinem Toast dev 
Techniker und Künstler, welche seither sich gewissenhaft Und mit 
großer Liebe den Restaurationsarbeiten gewidmet haben. In 
warm empfundener Ansprache erwiederte hierauf Herr Ober 
banrath v. Landauer und erinnerte an die großartigen 
Leistungen der früheren Baumeister, eines Schöpfelin, Gott- 
schlag, Berthold und Ulrich, die unter weit schwierigeren 
Verhältnissen gearbeitet haben, als die Techniker unserer Zeit. 
Prof. Baumgärtner gedachte in gebundener Sprache, 
wie folgt, der Verdienste des für die Sache des Vereins uner 
müdlichen Vorstandes: 
Wo einst in Klostermanern, 
Von ihrem Abt regiert, 
Der Mönche frommer Orden 
Ihr Leben still geführt, 
Da ist es laut und munter 
Und gar nicht mönchisch heut: 
Man schmaust bei vollen Bechern 
An holder Frauen Seit'. 
S' ist auch ein edler Orden, 
Der uns zusammenführt, 
Und statt des Abts ein Meister, 
Der mächtig uns regiert. 
Wie sinnt und sorgt er immer 
Und treibt mit sanfter Hand 
Und bringt so uns zum Frommen 
Was Neues stets in Stand. 
Vom Holz führt er den Namen, 
Doch baut er auch in Stein. 
Hoch lebe unser Meister 
Und unser Bauverein!
        

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