Full text: Sitzungs-Protokolle / Verein für Baukunde in Stuttgart (1879)

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Im Durchschnitt wird der Kubikmeter kosten: 
aus Beton 
von Romancement von Portlandcement 
zu Stockmauern 14—19 M. 24—27 dl 
zu Gewölben 22 dl 27—30 M. 
wogegen kosten würde bei günstigen Bezugsverhältnissen von 
Kalkstein erstellt: 
Stockgemäuer 28—32 dl und von Bruchstein 24—30 dl, 
Gewölbe 30—34 dl, bei einzelnen Stücken in Formen berei 
tet: der Kubikmeter 28—34 dl. 
wogegen Quader in einfachen Formen in Stuttgart 71 dl, 
(in Oberschwaben 75 bis 95 -A) pro Kubikmeter kosten und bei 
Betonmauerwerk nicht außer Acht bleiben darf, daß es durch 
schnittlich schwächer ausgeführt werden kann, als gewöhnliches 
Mauerwerk. 
Das Aehnliche findet bei Arbeiten für Ingenieurbauten 
statt, wofür z. B. 
1) der laufende Meter Dohle von der Stadt Stuttgart 
durch die K. Anlagen ausgeführt mit einem innern Durch 
messer von 2 m bei 0,25 m obern Wanddicke, nach unten 0,55 rn 
dick und mit einer für gewöhnlichen Wasserlauf bestinimten Rinne 
versehen und auf einer Steinbettung ruhend, kostete 85 dl., wo 
gegen eine solche von Backstein ausgeführt 130 dl. gekostet 
hätte, wobei der Beton bei 1 Thl. Portlandcement per Centner 
2,92 dl., 
27 2 Theil Sand pro Kubikmeter 9 dl, 
47, Theil Kies pro Kubikmeter 6 dl, 
pro Kubikmeter 41 dl 14 -A kostete; 
1 Quadratmeter Bestich 1 Al. 37 
1 Kubikmeter Grabarbeit theilweise unter Wasser 4,29 dl, 
bei Tuffsteinfelsen 6,00 dl., 
bei einem Taglohn von 3—4 dl pro Mann. 
Bei den übrigen Kanalbauten hiesiger Stadt und bei eben 
falls guten Resultaten stellt sich 1 Kubikmeter Beton bei Pro 
filen von und ^ cm Weite auf 44 dl. 
105 103 
. 2) Der laufende Meter Dohle mit 0,6 m innerem Durch 
messer 0,23 m dicken Wandungen, oben abgedacht — 0,78 qm 
Betonmasse und aus Romancementbeton, wobei 
1 Ctr. Cement in der Nähe der Fabrik 85 -J,, 
1 cbm Sand 2,33 dl, 
1 cbm Kleingeschläg . . . 2,22 dl 
kostete, berechnet sich auf 13 dl 20 -A,, wogegen eine gemauerte 
Dohle 24 dl. gekostet hätte. 
Die Kosten für Cenientröhren von der Bauverwaltung der 
K. Forstdirektion ausgeführt, betragen bei 35—60 cm Wandstärke 
je nach der Weite in Regie pro laufenden Meter bei 15 cm 
Durchmesser ca. 1,50 AI 
20 
25 
30 
40 
2,00 
2,60 
3,40 
4,70 
60 „ „ „ 8,80 „ 
bei einer Mischung von 1 Theil Portlandcement auf 3—3 V 4 Theil 
Sand und stellen sich wenigstens 7-—'/- billiger als dergleichen 
Röhren von Cementfabriken bezogen, welch letztere aber noch er 
heblich billiger zu stehen kommen als gemauerte Dohlen und 
werden solche insbesondere in steinarmen Gegenden mit großem 
Vortheil verwendet und endlich haben sich auch die bei uns aus 
geführten kleineren Brücken aus Beton wesentlich billiger als 
solche von natürlichen Steinen gestellt und bei guter Ausführung 
allseits als solid bewährt und alle diese, wie die Hochbaubeton 
arbeiten bezüglich ihrer Unterhaltung bisher meist gute Resultate 
geliefert und ist, wenn sich Trottoirestriche da und dort nicht 
bewährt haben (Risse erhielten und stellenweise zerbröckeln) dies 
auf Kosten unrichtiger Behandlung und auf das Setzen des 
Untergrundes und bei Dachplatten, wenn sie vom Winde leicht 
abgedeckt werden, auf deren Leichtigkeit zu rechnen. 
Stuttgart, im April 1879. 
Das Komite. 
In dessen Namen: 
I. Schlierholz, Referent. 
Obiges Referat wurde in der Vereinsversammlung vom 
19. April nach einigen vorgenommenen und eingefügten Er 
gänzungen durch die Debatte zum Beschluß erhoben. 
Zur Beurkundung: 
Der Vereinsvorstand: 
I. Schlierholz. 
Beil. 4, zur 9. Versammlung. 
Ueferat über die Irage aus dem Iragekasteri: 
Ist es nöthig oder erscheint es wünschenswerth, daß für 
Asphaltstraßen das Hufbeschläg der Pferde geändert (die 
Stollen weggelassen) werden, event, existiren in irgend 
einer Stadt mit Asphalt-Pflasterung dießbezügliche Vor 
schriften? * 
Mit der Beantwortung wurden Seitens des Vereins be 
traut die Mitglieder 
Professor Walter, 
Professor Reinhard und 
Stadtbaurath Kaiser. 
Letzterer trägt in der Versammlung vom 3. Mai Nach 
stehendes hierüber vor: 
Wenn es auch möglich gewesen wäre, diese Frage etwas 
kurz abzuhandeln, so erschien es uns doch angezeigt, schon 
wegen der großen Wichtigkeit des Gegenstandes im Allgemeinen, 
namentlich aber mit Rücksicht darauf, daß in der neuesten Zeit 
in Folge der Erstellung von Straßenfahrbahnen mit kompri- 
mirtem Asphalt, in den beiden Großstädten Berlin und Wien 
dieselbe Frage sehr lebhaft erörtert wurde, etwas näher auf 
die Sache einzugehen, und namentlich auch die schon sehr alte 
Verwendung des Asphaltes zu baulichen Zwecken, sowie den 
Gang seiner Einführung zu Ingenieurbauten in der ersten 
Hälfte unseres Jahrhunderts zu berühren. Da aber keines 
der Kommissionsmitglieder eigene Wahrnehmungen und Er 
fahrungeil gemacht hatte, so mußten wir uns in der einschlä 
gigen Literatur etwas uähcr umsehen, und es sind die zunächst 
folgenden Notizen entnommen aus 2 kleineren Broschüren, 
betitelt: 
„Ueber natürlichen Asphalt, Asphaltmaterial 
und Asphaltarbeiten damit, von Ferdinand 
Schlesing, Berlin 1874" 
und 
„Der Asphalt und seine Bedeutung für den 
Straßenbau großer Städte, von Dr. L. Meyn, 
Halle 1872."
	        

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