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müsse der Konstrukteur in jedem einzelnen Fall untersuchen, ob 
Eisen oder ein anderes Material vortheilhafter, das ändere sich 
mit den Materialpreisen. Es gebe aber auch Fälle, wo das 
Eisen absolut nicht am Platz sei, z. B. wo werthvolle Gegen 
stände bei Feuersgefahr aufbewahrt werden sollen, etwa in Bi 
bliothekgebäuden. 
v. Landauer erwähnt als Beispiel für die Zuverlässigkeit 
des Eisens bei Feuersbrünsten den Brand eines Oekonomie- 
gebäudes in Ladenburg bei Hall, wo der Kniestock mit Inhalt 
abgebrannt ist, ohne daß die eisernen Balken darunter Schaden 
genommen hätten. 
Rheinhardt: Wenn eiserne Säulen rothglühend werden, 
so biegen sie sich aus. 
v. Tritschler betont, daß es Aufgabe der Kommission 
gewesen sei, zu Gunsten des Eisens aufzutreten und alle Mittel 
aufzuführen, welche demselben Eingang und ausgedehntere Ver 
wendung beim Hochbau sichern könnten. 
Der Vorsitzende fordert zu bestimmten Vorschlägen auf, 
um über dieselben abstimmen lassen zu können, woraus folgende 
Beschlüsse gefaßt und der Kommission zur Berücksichtigung bei dem 
Referat übergeben werden (viä. Beil. 1): 
1) Auf den Antrag von Baumgärtner: 
Die Verwendung von Eisen nur für spezielle Fälle 
und nicht für solche zu empfehlen, wo durch dasselbe 
Steinbau verdrängt würde. 
2) Auf den Antrag von Baumeister Lang: 
Bei der Vergleichung der Tragfähigkeit und des Wer 
thes von Holz und Eisen keine Ziffern zu nennen, sondern 
auf eine Vergleichung in jedem einzelnen Falle zu ver 
weisen. 
3) Auf den Antrag von Baumeister Lang, modifizirt durch 
Bauinspektor Rheinhardt: 
Bei den von der Kommission empfohlenen populären 
Schriften darauf hinzuweisen, daß es zweckmäßig sei, für 
die Berechnung der Konstruktionen sich an Konstruktions 
Bureaux zu wenden. 
Zwei Referate über Fragen aus dem Fragekasten konnten 
nicht erstattet werden, das erste, weil, wie der Referent Hr. 
Prof. Walter erklärte, die Kommission noch nicht habe zusam 
mengebracht werden können, das zweite, weil der Referent Prof. 
Bar eis wegen Unwohlseins nicht erscheinen konnte. 
Für eine dem Fragekasten entnommene Frage von Lang, 
ob in Städten mit Asphaltstraßen Vorschriften über den Huf 
beschlag der Pferde bestehen, wird zur Beantwortung eine Kom 
mission gewählt, bestehend aus den Herren 
Prof. Reinhardt, 
Baurath Kaiser, 
Prof. Walter. 
Schluß der Sitzung. 
Der Schriführer: 
Koch. 
Zweite Wersammtung, 
zugleich 36. Jahres - Generalversammlung 
am Samstag, den 48. Januar 4879 
im Verwaltungssaal des Museums. 
Vorsitzender: Oberbaurath v. Schlierholz. 
Schriftführer: Baumeister Lang. 
Anwesend: 59 Mitglieder, darunter 19 auswärtige und 2 Gäste. 
Der Vorsitzende eröffnet die Versammlung um 8 Uhr, be 
grüßt die von auswärts gekommenen Mitglieder, stellt die zwei 
Gäste, die Herren Baumeister Bälz und Stahl von hier vor, 
und erstattet dann den Rechenschaftsbericht über das Vereins 
jahr 4878 wie folgt: 
Meine sehr verehrten Herren Collegen! 
Wieder ist ein Jahr vorüber — das 37ste unseres Vereins 
bestandes ist bereits angetreten — und ich glaube schon an der 
Spitze meines Berichts aussprechen zu dürfen: es war ein thä 
tiges und in seinen Folgen gesegnetes. 
Unsere vorjährige Generalversammlung hielten wir am 
49. Januar 4878 unter starker Betheiligung mit dem üblichen 
Nachtessen, gewürzt durch Humor und allgemeine Heiterkeit, ab. 
Nach dem Ergebniß der dabei vorgenommenen Wahl traten 
in den Ausschuß ein: 
als Vorstand — Oberbaurath v. Schlierholz, 
„ Vizevorstand — Oberbaurath v. Egle, 
„ Kassier — Oberbaurath Bok, 
„ Bibliothekar — Professor Baumgärtner, 
„ Schriftführer — Bauinspektor Knall, 
" v. Seeger, 
Professor Laißle, 
„ Stellvertreter für Kassier und Bibliothekar: 
Prof. Silber, 
„ als weiteres Mitglied — Pros. Dr. Weyrau ch. 
Nach dem Tode des Prof. Silber trat an dessen Stelle 
Bauinspektor R h e i n h a r d t. 
Bei Beginn des Jahres 4878 zählte der Verein 
404 hiesige, 
405 auswärtige, 
zusammen 206 Mitglieder; 
während des Jahrs traten neu ein: 46 hiesige, 
42 auswärtige, 
zusammen 28 Mitglieder; 
dagegen zogen von hier ab: die Herren Bauinspektor Stapf 
nach Ellwangen, Sekt.-Jng. Fischer nach Ebingen, Jng.-Asi. 
Hescheler als Bauinsp.-Verweser nach Ravensburg, Ing. Ram- 
pacher nach Ulm, Ing. Elsäßer nach Untertürkheim, Architekt 
Gekeler nach Saulgau, Baumeister Gunzenhauser nach 
Geislingen. 
Es zog hieher: Herr Prof. Sapper von Cannstatt aus. 
Es traten aus: die Herren Baurath Fuchs, Regierungs 
rath Kiefer, Prof. Bäumer, Architekt Haider, sowie Bohr 
ingenieur Stotz von hier und Baurath Prof. Sonne von 
Darmstadt, wie Sekt.-Jng. Wundt von Schorndorf. 
Es starben: der seit vielen Jahren eifrige und dem Ver 
eine ergebene Prof. Silber hier, Bauinspektor Kachter in 
Ebingen und Sekt.-Jng. Krauß in Göppingen. 
Wir zählen hienach mit Beginn des Jahres 4879 
405 hiesige, 
449 auswärtige, 
zusammen 224 Mitglieder, 
somit 48 mehr als im vorigen Jahre, ein erfreulicher Zuwachs^ 
meist der Zahl der jüngeren Collegen entsprossen. 
Die Vereinsthätigkeit mag aus Nachstehendem ersichtlich sein: 
Es fanden im Ganzen 46 ordentliche und 4 außerordent 
liche Versammlungen, 4 Ausschuß- und 44 Comitesitzungen statt, 
letztere wesentlich in Betreff der von dem Verbände deutscher 
Architekten- und Ingenieur-Vereine resp. in deren Abgeordneten 
versammlung gestellten Fragen: über einheitliche Bezeichnung 
mathem. technischer Größen, über Einführung einer Bnustatistik, 
über die des Eisens in den Hochbau, über die Theilnahme höherer 
Techniker an politischen Körperschaften, über die Reorganisation 
der preußischen Gewerbeschulen. 
Vorträge wurden der Reihe nach 40 gehalten von den 
Herren: 
4) Oberbaurath v. Egle über die bauliche Entwicklung der 
St. Peterskirche in Rom, 
2) Prof. Schlebach über Kopierverfahren bei Planen, 
3) Baumeister Lang über Kosten des Erdtransportes, 
4) Prof. Beyer über die Konstruktion des hydraulischen Auf 
zugs im Hotel Marquardt hier, 
5) Oberbaurath v. Schlier holz über den gegenwärtigen 
Stand der Verwendung von gebrannten Falzziegeln und 
anderen Dachdeckungsarten beim württ. Eisenbahnban, 
6) Baurath Prof. v. Hänel über den gegenwärtigen Stand' 
des Baues eiserner Brücken in Amerika, 
7) Oberbaurath v. Morlok über das Projekt zu einem Ein- 
resp. Aufbau auf der Vorhalle des Stuttgarter Bahnhofs, 
8) Prof. Schmid vom Polytechnikum über Benützung der 
Generatorgase zur Feuerung.
        

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