Metadaten : Sitzungs-Protokolle / Verein für Baukunde in Stuttgart (1884)

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aus  der  Verlegung  des  Zollamts  in  die  Donaustadt  entspringen
mußte  u.  s.  f.  —
Weiterhin  bespricht  Herr  v.  Flatti  ch  die  Gesichtspunkte,  auf
welchen  das  Projekt  F  o  g  e  r  t  y  und  jenes  des  Stadtbaudirektors
Berger  basiert  sind,  und  macht  auf  die  Unterschiede  mit  seinen
eigenen  Anschauungen  aufmerksam,  welche  in  einer  von  ihm  in
Gemeinschaft  mit  Ingenieur  von  Prangen  verfaßten  Brochüre
(bei  Gerold  und  Komp,  in  Wien)  enthalten  sind.
Redner  glaubt,  daß  die  richtige  Behandlung  der  Stadtbahnfrage
  eine  Reihe  anderer  Fragen  in  Fluß  bringen  und  auf
lange  Zeit  eine  rege  Geschäftsthätigkeit  hervorrufen  würde.  Er
betont  jedoch,  daß,  wenn  das  Interesse  an  der  Sache  nicht
erlahmen  soll,  der  Wille,  die  Entwicklung  der  Stadt  zu  fördern,
sich  zu  schöpferischen  Gedanken  gestalten  müsse.  Er  spricht  auch
die  Ueberzeugung  aus,  daß  dem  thatkräftigen  Handeln  eine
Reihe  von  Erfolgen  gesichert  sein  dürften.
Der  Vortragende  schließt  mit  dem  Wunsche,  die  zweite
große  Bauperiode  Wiens  möge  der  Stadt  die  gleiche  Anerkennung
der  Welt  bringen,  welche  sie  sich  durch  die  Erbauung  der  Ringstraße ­
  und  der  Monumentalbauten  errungen  hat.
Anl  Schluffe  dieser  Ausführungen,  welchen  allseitiger  lebhafter ­
  Beifall  zu  teil  wird,  dankt  der  Vorsitzende  dem  Redner
für  das  reiche  und  interessante  Material,  das  derselbe  der  Versammlung ­
  in  zweistündiger  Rede  vor  Augen  geführt,  knüpft
hieran  die  Mitteilung  eines  Schreibens  des  Vizevorstandes  des
österr.  Arch,-  und  Ing.-Vereins,  Professor  von  Grimmburg,
worin  dieser  zunächst  für  seine  Person  die  Beteiligung  an  der
Generalversammlung  des  Verbands  in  Aussicht  stellt,  und  bittet
auch  Herrn  Direktor  v.  Flattich,  nach  seiner  Rückkehr  nach
Wien  für  eine  solche  wirken  zu  wollen.  Herr  v.  Flattich
sagt  dies  mit  größter  Bereitwilligkeit  und  zu  lebhafter  Befriedigung ­
  der  Versammlung  zu,  worauf  die  Sitzung  um  IOV4  Uhr
schließt.
Der  Schriftführer:
Laistner.
Sechste  ordentliche  Kersammkung  am  5.  April  1884.
Vorsitzender:  Oberbaurat  v.  Schlierholz.
Schriftführer:  Jngenieurassistent  Laistner.
Anwesend:  18  Mitglieder  und  1  Gast  (Herr  v.  Flattich  aus  Wien).
Nach  Verlesung  und  Genehmigung  des  Protokolls  der
5.  Versammlung  kommen  zunächst  die  geschäftlichen  Gegenstände
zur  Erledigung:
Für  die  Beratung  der  Verbandsfrage  A.  6  „Ständiges
Organ  für  die  Geschäftsführung  des  Verbandes"  wird  eine
Kommission,  bestehend  aus  den  Herren  Prof.  Bach,  Oberbaurat ­
  v.  Hänel  und  Or.  Huber  gewählt,  welche  der  Vorsitzende
um  beschleunigte  Behandlung  der  Sache  bittet,  da  die  Aeußerungen ­
  der  Einzelvereine  an  die  referierenden  Vereine  zu  Beginn
dieses  Monats  eingelaufen  sein  sollten.
Zur  Beantwortung  der  weiteren  Verbandsfrage  B.  3,
„Verwendung  glasierter  Ziegel  für  Dachdeckung,  Verblendung
und  Fußbodenbelag",  soweit  eine  solche  bei  der  in  Württemberg
nur  selten  vorkommenden  Verwendung  solcher  Ziegel  überhaupt
möglich  ist,  erklärt  sich  auf  Ersuchen  des  Vorsitzcilden  Herr
Baurat  Zahn  bereit.
Vom  Schinkeldenkmal-Komite  in  Reu-Ruppin  sind  Abbildungen ­
  des  Denkmals  um  3  Ji  resp.  1  <M>.  50  Pf.  pro  Stück
zur  Einsicht  übergeben.  Er  soll  durch  den  Verkauf  dieser  Photographien ­
  ein  Beitrag  zur  Deckung  des  bei  der  Ausführung
des  Denkmals  entstandenen  Defizits  bezweckt  werden.  Eine
Liste  zur  Einzeichnuug  liegt  auf.  Als  Einläufe  sind  zu  verzeichnen ­
  die  Publikationen  des  technischen  Vereins  zu  Lübeck
pro  1882  und  der  Lese-  und  Redehalle  deutscher  Studenten  in
Prag  pro  1882.
Nachdem  noch  Herr  Baurat  Rheinhard  die  Anwesenden
kurz  zur  Besichtigung  einer  auf  wenige  Tage  bei  Fabrikant
Stumpf  ausgestellten  Aalleiter  eingeladen,  erhält  Herr  Oberbaurat ­

  v.  Hänel  das  Wort  zu  dem  auf  der  Tagesordnung
stehenden  Vortrag  über  „den  Bau  des  Arlbergtunnels".
Dieser  Vortrag  ist  in  der  Anlage  1  ausführlich  und  durch
Skizzen  erläutert  wiedergegeben.
Am  Schluffe  desselben  spricht  der  Vorsitzende  dem  Redner
Namens  der  Versammlung  den  Dank  für  seine  reichhaltigen
Ausführungen  aus,  und  schließt  hierauf  die  Sitzung.
Schriftführer:
Laistner.
Siebente  ordentliche  Wersannnlung  am  25.  April  1884.
Vorsitzender:  Oberbaurat  v.  Schlierholz.
Schriftführer:  Reg.  Baumeister  Ockert.
Anwesend:  14  Mitglieder.
Der  Vorsitzende  teilt  mit,  daß  die  Einladung  des  Verbandes
zur  Generalversammlung  bei  dem  österreichischen  Jngenieurund
  Architektenverein  stürmisch  begrüßt  worden  sei,  was  aus
einem  Schreiben  des  Präsidenten  Fr.  Schmidts,  welchen  der
Vorsitzende  verliest,  hervorgeht.
Hierauf  wird  Baumeister  Adolf  Schön  von  Reutlingen,
dzt.  in  München  als  auswärtiges  Mitglied,  vorgeschlagen  durch
Oberbaurat  v.  Schlierholz,  in  den  Verein  aufgenommen.
Jng.-Ass.  Laistner  verliest  nunmehr  das  Protokoll  der
letzten  Versammlung,  welches  genehmigt  wird.
Eingelaufen  ist:  ein  Schreiben  des  Finanzministeriums,
in  welchem  letzteres  eine  Zuschrift  des  Vereins  bezüglich  Beschickung ­
  der  Ausstellung  bei  Gelegenheit  der  Generalversammlung ­
  dahin  beantwortet,  daß  es  seinen  Organen  Anweisung
zur  bestmöglichen  Beteiligung  gegeben  habe;  ferner  eine  Publikation ­
  des  Jngenieurvereins  in  Philadelphia,  sowie  eine  Anzahl ­
  Berichte  über  die  Generalversammlung  deutscher  Zementfabrikanten. ­

Bezüglich  des  technischen  Führers  teilt  der  Vorsitzende  mit,
daß  der  Ausschuß  den  Vertrag  mit  Grein  er  und  Pfeiffer,
welche  Firma  den  Führer  um  2'/s  Ji  bei  Abnahme  von  mindestens
400  Stück  zu  erstellen  geneigt  ist,  genehmigt  hat.  —
Für  die  Bibliothek  hat  der  Ausschuß  die  Anschaffung  eines
zweiten  Exemplars  der  schweizerischen  Bauzeitung,  sowie  die
preußische  Statistik  des  Hochbauwesens  genehmigt.
Der  Ausschuß  beantragt  ferner,  zum  Zweck  der  künstlerischen ­
  Ausstattung  des  äußern  Titelblattes  für  den  Führer,
für  eine  Legitimationskarte,  und  für  die  Speisekarte  eine  Konkurrenz ­
  unter  denselben  Bestimmungen,  wie  bei  der  früher
stattgehabten  unter  den  Mitgliedern  zu  veranstalten.  Der  Antrag
wird  genehmigt.
Prof.  Sapper  empfiehlt  zur  Erwägung,  ob  an  Pfingsten
nicht  vom  Verein  eine  Kommission  in  den  Arlbergtunnel  entsendet
werden  solle,  um  die  österreichischen  Kollegen,  welche  zur  genannten ­
  Zeit  dorthin  eine  Exkursion  machen,  zu  begrüßen  und
die  Einladung  zur  Generalversammlung  persönlich  zu  wiederholen, ­
  Redner  schlägt  den  Vorstand  vor.
Obwohl  der  Antrag  im  allgemeinen  Anklang  findet,  weist
doch  der  Vorsitzende  auf  den  Mangel  an  Zeit  und  Geldmittel
zu  dem  genannten  Zweck  hin  und  glaubt,  daß  die  Sache  nicht
spruchreif  sei.
Es  ergreift  nunmehr  Or.  Huber  das  Wort  zu  dem  angekündigten ­
  Referat  über  die  Kommissionsberatungen  betreffend
den  vom  Hamburger  Verein  ausgearbeiteten  Entwurf  zu
Normativbestimmungen  für  Verträge  zwischen  Techniker ­
  und  Auftraggeber.
Redner  giebt  in  längerer  Ausführung  zunächst  einen  kurzen
geschichtlichen  Ueberblick  der  Verbandsverhandlungen  über  die
genannte  Frage,  um  alsdann  den  Gegenstand  mehr  im  Detail
zu  beleuchten.  Er  bekänipft  die  ganze  Arbeit  namentlich  in  juridischer ­
  Beziehung,  weist  mancherlei  Mängel  und  Widersprüche
in  dieser  Richtung  nach  und  kommt  zu  betn  Schluß,  daß  die
Kommission  des  Hamburger  Vereins  in  dieser  an  und  für  sich
            
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