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Abänderungsvorschläge verlesen, vom Referenten begründet und
sodann zur Diskussion gestellt. Abweichende Anschauungen
treten dabei im allgemeinen nicht zu Tage. Nur bei §. 14
Abs. 4 wünscht Bauinspektor Zobel bestimmt angegeben, wem
die Verantwortung für die Gerüstzeichnung obliegt. Die Versammlung
giebt dieser Anregung Folge, indem sie sich dafür
ausspricht, daß die Worte:
„wogegen selbstverständlich die Verantwortung dem Unternehmer
bleibt"
dem Absatz 4 noch angefügt werden.
Schließlich werden sämtliche Abänderungsvorschläge der
Kommission gutgeheißen, worauf der Vorsitzende dieser, und
speziell ihrem Referenten, den Dank der Versammlung ausspricht.
Die Abänderungen sind in einem in den Vereinsakten befindlichen
Exemplare niedergelegt.
Jngenieurassistent Tafel bringt noch zur Sprache, daß es
sich bei der heutigen wie bei früheren Beratungen als Bedürfnis
gezeigt habe, daß bei Referaten über wichtige Gegenstände das
zu deren Beurteilung nötige Material denen, die sich speziell
hiefür interessieren, wenigstens einige Tage vor der betreffenden
Versammlung zugänglich gemacht werde. Es könne ja bei
Ausschreiben der Versammlung eine diesbezügliche Notiz beigefügt
werden. Dieser Vorschlag findet allseitige Zustimmung.
Nunmehr erhält Reg.-Baumeister Klctt das Wort zu
einem Vortrage über
„Kanalbauten im Bourtanger Moore, sowie
Ausbeutung und Verwertung des Torfes in Norddeutschland"
wie er in besonderer Beil. 1 gegeben ist.
Der vorgeschrittenen Zeit wegen führt Redner seinen
Vortrag nicht ganz zu Ende, giebt aber auf Anfrage des Vorsitzenden
die Zusage, denselben in einer der nächsten Sitzungen
zum Abschluß zu bringen.
Der Vorsitzende dankt dem Redner für seine lehrreichen
Mitteilungen und schließt hierauf die Versammlung um l O a U Uhr.
Der Schriftführer:
Laistner.
Zwölfte Wersammlnng am 8. November 1884.
Vorsitzender: Oberbaurat v. Schlierholz.
Schriftführer: Jngenieurassistent L a i st n e r.
Anwesend: 18 Mitglieder.
Der Vorsitzende begrüßt das neu aufgenommene Mitglied
Regierungsbaumeister Mütze l, und giebt hierauf von den Einläufen
Kenntnis. Es sind dies
1. vom Architektenverein Berlin das 1. Heft 1881 der Entwürfe
von Mitgliedern dieses Vereins;
2. vom Stockholmer Jngenieurverein das 2. und 3. Heft
seiner Publikationen pro 1884;
3. von Professor Lang in Riga 2 Vorträge (über die Gefriermethode
von P ö t s ch und über eine neue Formel für
Knickfestigkeit);
4. voni Vorstande der Hilfskasse für Architekten und Ingenieure
Deutschlands in Berlin ein Exemplar der Statuten;
endlich
5. von Architekt Pfäfslin in Stuttgart ein Schreiben, worin
sich dieser darüber beschwert, daß in dem vom Vereine für
Baukunde herausgegebenen „Führer durch Stuttgart" die
Autorschaft der Wohnhäuser in der Göthestraße nicht ihm,
sondern unrichtigerweise Oberbaurat Gnauth in Nürnberg
zugeschrieben worden sei.
Der Vorstand hat auf letztere Zuschrift geantwortet, daß
eine absichtliche Unrichtigkeit durchaus nicht vorliege, daß er
beabsichtige, die Mitglieder des Vereins bei Gelegenheit der
nächsten Versammlung von dem vorgekommenen Irrtum in
Kenntnis zu setzen und dadurch der Reklamation so weit als
überhaupt noch möglich Rechnung zu tragen. Uebrigens sei der
Name Pfäfflin nur in dem Abschnitt über „Sehenswürdigkeiten"
der Stadt weggeblieben, dagegen i» dem Abschnitt über „die
bauliche Entwicklung" S 24 in Gemeinschaft mit Gnauth
genannt. Die Angelegenheit wird hiemit als erledigt betrachtet.
Nunmehr giebt der Vorsitzende einen kurzen Rückblick auf
die Verhandlungen, ivelche bisher gepflogen wurden, um an
Stelle der „Zeitschrift für Baukunde" eine Wochenschrift treten
zu lassen, und stellt den Entwurf eines diesbezüglichen Vertrags
mit dem Besitzer des Berliner „Wochenblatts für Architekten
und Ingenieure" zur Diskussion.
Nach eingehender Erörterung der einzelnen Punkte wird
der Vertragsentwurf mit den in den Vereinsakten enthaltenen
Abänderungsvorschlägen gutgeheißen und soll in dieser Fassung
dem Vorsitzenden des Redaktionsausschusses zur Berücksichtigung
bei den weiteren Verhandlungen in der Angelegenheit übermittelt
werden.
Die nach der Tagesordnung weiter in Aussicht stehende
Vorzeigung und Besprechung von Zeichnungen zu einer „geschichtlichen
Baustillehre" durch Hofbaudirektor v. Egle unterbleibt
der vorgeschrittenen Zeit wegen.
Schluß der Sitzung nach 10 Uhr.
Der Schriftführer:
Laistner.
Dreizehnte ordentliche Wersammlnng am 22. November 1884.
Vorsitzender: v. Schlier holz.
Schriftführer: v. Hänel.
Anwesend: 21 Mitglieder, 5 Gäste.
Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung Abends 8V* Uhr und
begrüßt zunächst die als Gäste anwesenden Herren Mitglieder
der Königl. Generaldirektion der Württ. Staatseisenbahnen,
Direktor v. Knapp, Oberfinanzrath Rank und Finanzrat
Dopfel, welche auf seine Einladung zu dem heutigen Vortrage
erschienen sind. Als weitere Gäste begrüßt derselbe auch die
Herrn Ingenieur L. Schmid, Privatdozent am Polytechnikum,
und Baumeister Reichert.
Der Vorsitzende widmet sodann dem kürzlich verstorbenen
Vereinsmitgliede Oberbaurat v. Gnauth, Direktor der Kunstgewerbeschule
in Nürnberg, einen warmen Nachruf, hebt dessen
Verdienste als Künstler, Schriftsteller und Lehrer hervor und
schließt mit dem Wunsche, daß der von dem zu früh Dahingeschiedenen
ausgestreute Samen reiche Frucht bringen möge. Zu
Ehren des Verstorbenen erhebt sich die Versammlung von den
Sitzen.
Das Protokoll der letzten Versammlung wird verlesen und
angenommen.
Eingelaufen sind:
1. Als Geschenk des Jngenieurvereins zu Philadelphia
dessen Vereinsschrist pro 1884.
2. Eine Einladung zur Beteiligung an dem Institut für
kaufmännische Informationen und Inkassos, auch Auskunftsbureau,
von Schimmelpfeng in Berlin, nebst
Notizen über dieses Institut, sowie Statuten über ein
Krankenkasseninstitut als eingeschriebene Hilsskasse für
Techniker, welche Einläufe auf den Vorschlag des Vorsitzenden
an eine Kommission zur Begutachtung überwiesen
werden bestehend aus den Herrn Dr. Huber, Walter
und W e i g l e.
3. Eine Mitteilung der Verlagshandlung von W. Hiersemann
in Leipzig, wonach das Werk von W. Förster:
Denkmale deutscher Baukunst, Bildnerei und Malerei jetzt
zu dem ermäßigten Preise von 250 M. zu beziehen ist,
auch die beiden Abteilungen desselben je einzeln zu 150 M.
4. Der Katalog der Publikationen von Hirths Kunstverlag
in München und Leipzig.
5. Zur Einsicht, das Werk: Holzarchitektur der Schweiz von
Gladbach (Preis 7 M).