Full text : Sitzungs-Protokolle / Verein für Baukunde in Stuttgart (1884)

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Abänderungsvorschläge  verlesen,  vom  Referenten  begründet  und
sodann  zur  Diskussion  gestellt.  Abweichende  Anschauungen
treten  dabei  im  allgemeinen  nicht  zu  Tage.  Nur  bei  §.  14
Abs.  4  wünscht  Bauinspektor  Zobel  bestimmt  angegeben,  wem
die  Verantwortung  für  die  Gerüstzeichnung  obliegt.  Die  Versammlung ­
  giebt  dieser  Anregung  Folge,  indem  sie  sich  dafür
ausspricht,  daß  die  Worte:
„wogegen  selbstverständlich  die  Verantwortung  dem  Unternehmer ­
  bleibt"
dem  Absatz  4  noch  angefügt  werden.
Schließlich  werden  sämtliche  Abänderungsvorschläge  der
Kommission  gutgeheißen,  worauf  der  Vorsitzende  dieser,  und
speziell  ihrem  Referenten,  den  Dank  der  Versammlung  ausspricht.
Die  Abänderungen  sind  in  einem  in  den  Vereinsakten  befindlichen ­
  Exemplare  niedergelegt.
Jngenieurassistent  Tafel  bringt  noch  zur  Sprache,  daß  es
sich  bei  der  heutigen  wie  bei  früheren  Beratungen  als  Bedürfnis
gezeigt  habe,  daß  bei  Referaten  über  wichtige  Gegenstände  das
zu  deren  Beurteilung  nötige  Material  denen,  die  sich  speziell
hiefür  interessieren,  wenigstens  einige  Tage  vor  der  betreffenden
Versammlung  zugänglich  gemacht  werde.  Es  könne  ja  bei
Ausschreiben  der  Versammlung  eine  diesbezügliche  Notiz  beigefügt ­
  werden.  Dieser  Vorschlag  findet  allseitige  Zustimmung.
Nunmehr  erhält  Reg.-Baumeister  Klctt  das  Wort  zu
einem  Vortrage  über
„Kanalbauten  im  Bourtanger  Moore,  sowie
Ausbeutung  und  Verwertung  des  Torfes  in  Norddeutschland" ­

wie  er  in  besonderer  Beil.  1  gegeben  ist.
Der  vorgeschrittenen  Zeit  wegen  führt  Redner  seinen
Vortrag  nicht  ganz  zu  Ende,  giebt  aber  auf  Anfrage  des  Vorsitzenden ­
  die  Zusage,  denselben  in  einer  der  nächsten  Sitzungen
zum  Abschluß  zu  bringen.
Der  Vorsitzende  dankt  dem  Redner  für  seine  lehrreichen
Mitteilungen  und  schließt  hierauf  die  Versammlung  um  l  O a U  Uhr.
Der  Schriftführer:
Laistner.

Zwölfte  Wersammlnng  am  8.  November  1884.
Vorsitzender:  Oberbaurat  v.  Schlierholz.
Schriftführer:  Jngenieurassistent  L  a  i  st  n  e  r.
Anwesend:  18  Mitglieder.
Der  Vorsitzende  begrüßt  das  neu  aufgenommene  Mitglied
Regierungsbaumeister  Mütze  l,  und  giebt  hierauf  von  den  Einläufen ­
  Kenntnis.  Es  sind  dies
1.  vom  Architektenverein  Berlin  das  1.  Heft  1881  der  Entwürfe ­
  von  Mitgliedern  dieses  Vereins;
2.  vom  Stockholmer  Jngenieurverein  das  2.  und  3.  Heft
seiner  Publikationen  pro  1884;
3.  von  Professor  Lang  in  Riga  2  Vorträge  (über  die  Gefriermethode ­
  von  P  ö  t  s  ch  und  über  eine  neue  Formel  für
Knickfestigkeit);
4.  voni  Vorstande  der  Hilfskasse  für  Architekten  und  Ingenieure ­
  Deutschlands  in  Berlin  ein  Exemplar  der  Statuten; ­
  endlich
5.  von  Architekt  Pfäfslin  in  Stuttgart  ein  Schreiben,  worin ­
  sich  dieser  darüber  beschwert,  daß  in  dem  vom  Vereine  für
Baukunde  herausgegebenen  „Führer  durch  Stuttgart"  die
Autorschaft  der  Wohnhäuser  in  der  Göthestraße  nicht  ihm,
sondern  unrichtigerweise  Oberbaurat  Gnauth  in  Nürnberg ­
  zugeschrieben  worden  sei.
Der  Vorstand  hat  auf  letztere  Zuschrift  geantwortet,  daß
eine  absichtliche  Unrichtigkeit  durchaus  nicht  vorliege,  daß  er
beabsichtige,  die  Mitglieder  des  Vereins  bei  Gelegenheit  der
nächsten  Versammlung  von  dem  vorgekommenen  Irrtum  in
Kenntnis  zu  setzen  und  dadurch  der  Reklamation  so  weit  als
überhaupt  noch  möglich  Rechnung  zu  tragen.  Uebrigens  sei  der

Name  Pfäfflin  nur  in  dem  Abschnitt  über  „Sehenswürdigkeiten"
der  Stadt  weggeblieben,  dagegen  i»  dem  Abschnitt  über  „die
bauliche  Entwicklung"  S  24  in  Gemeinschaft  mit  Gnauth
genannt.  Die  Angelegenheit  wird  hiemit  als  erledigt  betrachtet.
Nunmehr  giebt  der  Vorsitzende  einen  kurzen  Rückblick  auf
die  Verhandlungen,  ivelche  bisher  gepflogen  wurden,  um  an
Stelle  der  „Zeitschrift  für  Baukunde"  eine  Wochenschrift  treten
zu  lassen,  und  stellt  den  Entwurf  eines  diesbezüglichen  Vertrags
mit  dem  Besitzer  des  Berliner  „Wochenblatts  für  Architekten
und  Ingenieure"  zur  Diskussion.
Nach  eingehender  Erörterung  der  einzelnen  Punkte  wird
der  Vertragsentwurf  mit  den  in  den  Vereinsakten  enthaltenen
Abänderungsvorschlägen  gutgeheißen  und  soll  in  dieser  Fassung
dem  Vorsitzenden  des  Redaktionsausschusses  zur  Berücksichtigung
bei  den  weiteren  Verhandlungen  in  der  Angelegenheit  übermittelt ­
  werden.
Die  nach  der  Tagesordnung  weiter  in  Aussicht  stehende
Vorzeigung  und  Besprechung  von  Zeichnungen  zu  einer  „geschichtlichen ­
  Baustillehre"  durch  Hofbaudirektor  v.  Egle  unterbleibt ­
  der  vorgeschrittenen  Zeit  wegen.
Schluß  der  Sitzung  nach  10  Uhr.
Der  Schriftführer:
Laistner.

Dreizehnte  ordentliche  Wersammlnng  am  22.  November  1884.
Vorsitzender:  v.  Schlier  holz.
Schriftführer:  v.  Hänel.
Anwesend:  21  Mitglieder,  5  Gäste.
Der  Vorsitzende  eröffnet  die  Sitzung  Abends  8V*  Uhr  und
begrüßt  zunächst  die  als  Gäste  anwesenden  Herren  Mitglieder
der  Königl.  Generaldirektion  der  Württ.  Staatseisenbahnen,
Direktor  v.  Knapp,  Oberfinanzrath  Rank  und  Finanzrat
Dopfel,  welche  auf  seine  Einladung  zu  dem  heutigen  Vortrage
erschienen  sind.  Als  weitere  Gäste  begrüßt  derselbe  auch  die
Herrn  Ingenieur  L.  Schmid,  Privatdozent  am  Polytechnikum,
und  Baumeister  Reichert.
Der  Vorsitzende  widmet  sodann  dem  kürzlich  verstorbenen
Vereinsmitgliede  Oberbaurat  v.  Gnauth,  Direktor  der  Kunstgewerbeschule ­
  in  Nürnberg,  einen  warmen  Nachruf,  hebt  dessen
Verdienste  als  Künstler,  Schriftsteller  und  Lehrer  hervor  und
schließt  mit  dem  Wunsche,  daß  der  von  dem  zu  früh  Dahingeschiedenen ­
  ausgestreute  Samen  reiche  Frucht  bringen  möge.  Zu
Ehren  des  Verstorbenen  erhebt  sich  die  Versammlung  von  den
Sitzen.
Das  Protokoll  der  letzten  Versammlung  wird  verlesen  und
angenommen.
Eingelaufen  sind:
1.  Als  Geschenk  des  Jngenieurvereins  zu  Philadelphia
dessen  Vereinsschrist  pro  1884.
2.  Eine  Einladung  zur  Beteiligung  an  dem  Institut  für
kaufmännische  Informationen  und  Inkassos,  auch  Auskunftsbureau, ­
  von  Schimmelpfeng  in  Berlin,  nebst
Notizen  über  dieses  Institut,  sowie  Statuten  über  ein
Krankenkasseninstitut  als  eingeschriebene  Hilsskasse  für
Techniker,  welche  Einläufe  auf  den  Vorschlag  des  Vorsitzenden ­
  an  eine  Kommission  zur  Begutachtung  überwiesen
werden  bestehend  aus  den  Herrn  Dr.  Huber,  Walter
und  W  e  i  g  l  e.
3.  Eine  Mitteilung  der  Verlagshandlung  von  W.  Hiersemann
  in  Leipzig,  wonach  das  Werk  von  W.  Förster:
Denkmale  deutscher  Baukunst,  Bildnerei  und  Malerei  jetzt
zu  dem  ermäßigten  Preise  von  250  M.  zu  beziehen  ist,
auch  die  beiden  Abteilungen  desselben  je  einzeln  zu  150  M.
4.  Der  Katalog  der  Publikationen  von  Hirths  Kunstverlag
in  München  und  Leipzig.
5.  Zur  Einsicht,  das  Werk:  Holzarchitektur  der  Schweiz  von
Gladbach  (Preis  7  M).
            
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