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Dritte ordentliche Wersaunnkung am 26. März 1887.
Vorsitzender: Göller. Schriftführer: Lai sin er.
Anwesend 26 Mitglieder und 2 Gäste.
Der Vorsitzende eröffnet die Versammlung, begrüßt zunächst
die als Gäste anwesenden Herren Major a. D. v. Trö lisch und
Ingenieur Wcigelin und erteilt sodann das Wort zur Verlesung
des Protokolls der 2. Versammlung. Dasselbe wird ohne Beanstandung
genehmigt.
Eingelaufen sind:
1. eine Broschüre über Feuerschutz und Rettuugswesen (Leipzig)
mit 3 Tafeln;
2. Rechnungsergebnis der städtischen Verwaltung von Stuttgart
pro 1885/86;
3. Zeichnungen und Beglcitschrift zu L. v. Duisburgs walzenförmigem
Feuerrost;
4. A. M. Hildebrandt: Wappeusibcl, eingesandt von Rommel
in Frankfurt;
5. Prospekt des Geschichtsmerks: 500 Jahre Berliner Geschichte,
eingesandt von Goldschmidt in Berlin.
Den" Einlauf Nr. 3, walzenförmigen Feuerrost betreffend,
will der Vorsitzende einigen mit Feuerungsanlagen besonders vertrauten
Mitgliedern zur Begutachtung überweisen.
Bezüglich des Einlaufs Nr. 1, welcher von seiten des Einsenders,
Branddirektor Dö hring, mit dem Ersuchen um Förderung
des von ihm herausgegebenen Archivs für Feuerschutz und Rettungsweseu
begleitet ist, wünscht die Versammlung zunächst zu erfahren,
in welcher Weise eine solche Unterstützung und Förderung durch
eineu bautechnischcn Verein gedacht ist; der Vorsitzende wird daher
in dieser Richtung weitere Erkundigung einziehen.
Zur Aufnahme in den Verein als ortsanwesende Mitglieder
sind vorgeschlagen die Herren Regierungsbaumeister Bäuerle durch
Baurat Bracher und R. Maurer durch Baurat Kaiser.
Der Vorsitzende verweist auf die die Aufnahme neuer Mitglieder
betreffenden Bestimmungen der Satzungen und erteilt sodann,
da Geschäftliches weiter nicht vorliegt, das Wort an Regierungsbaumeister
Weigelin zu dem auf der Tagesordnung stehenden
Vortrag über
Wilhelmshaven und seine Bauten.
Das Wesentlichste dieses durch eine große Zahl von Zeichnungen
und Photographien unterstützten und mit lebhaftem Beifall
aufgenommenen Vortrags ist in Beilage 1 und 2 wiedergegeben.
Der Vorsitzende spricht dem Redner auch offiziell den Dank des
Vereins für seine anregenden Mitteilungen aus.
v. Hän el bemerkt noch, daß er vor einigen Jahren Gelegenheit
gehabt habe, die heute vorgeführten Bauten an Ort und Stelle
zu besichtigen und daß er mit Vergnügen wahrgenommen habe, daß
die seinerzeit bei den Wilhelmshavener Bauten beschäftigt gewesenen
württembergischen Techniker in den maßgebenden dortigen Kreisen
jetzt noch im besten Andenken stehen.
Weiteres liegt zur Behandlung nicht vor und so schließt der
Vorsitzende die Versammlung gegen 101/2 Uhr.
Der Schriftführer:
Laistner.
Zweite gesellige Bereinigung am 2. April 1887.
Anwesend 39 Mitglieder.
Herr Oberingenicur Einbeck hat die von Ende und Böckmann
in Berlin verfaßten Pläne zu einem Parlamentsgebäude
für Tokio in Japan ausgestellt und erklärt an denselben die Grundzüge
der Heizanlage. Ter hochintcrcsiante Gegenstand gestaltet den
Abend zu einem der lebhaftesten und meist verlängerte» des Semesters;
die großartige Bauanlage findet allerseits Interesse und
Anerkennung. Eine Sammlung von Architektnrphotographien und
von Plänen der Hallendächer in Berlin und Frankfurt a. M., ausgestellt
von Professor Göll er, giebt den Anwesenden ebenfalls manche
Anregung zu fachwissenschaftlicher Unterhaltung.
Wirrte ordentliche Wersammlnng am 16. April 1887.
Vorsitzender: Göller. Schriftführer: Tafel.
Anwesend: 30 Mitglieder und 5 Gäste.
Der Vorsitzende begrüßt als Gäste die Herren Architekt
Planitz, Kaufmann Bareiß, Architekt Schiedt, Regierungsbauführer
Burger und Architekt Heeß, sowie als neu aufgenommene
Mitglieder die Herren Regierungsbanmeister Bäuerle
und Maurer.
Vor dem Eintritt in die Tagesordnung widmet der Vorsitzende
dem kürzlich verstorbenen Vcreinsmitgliede, Baurat Hoch eisen in
Böblingen, warme Worte der Erinnerung, indem er seine langjährigen
Verdienste um den Verein hervorhebt. Er habe den Gefühlen
des Vereins gegen den Verstorbenen durch Niederlegen eines
Lorbeerkranzes am Grabe Ausdruck gegeben und auch den Hinterbliebenen
die Teilnahme des Vereins ausgesprochen. Auf seine Aufforderung
erheben sich die Anwesenden zum ehrenden Andenken des
Verstorbenen von den Sitzen.
Hierauf wird das Protokoll über die 3. ordentliche Versammlung
verlesen und gutgeheißen.
Eingelaufen sind:
1. Mitteilungen des deutsch-amerikanischen Tcchnikeroerbandes,
zugesendet von Herrn Architekt Albert H. Hettich, Präsident
des Technischen Vereins in Chicago.
2. Jahresbericht der städtischen höheren Töchterschule in Heilbronn,
zugesendet von Herrn Stadtbaumeister Wenzel daselbst
und eine Darstellung des von ihm erbauten Schulgebäudes
enthaltend.
3. Eigentümlichkeiten im anierikanischen Bauwesen von Baurat
F. Lange.
4. Ein Heft: Ingeniörs Pöreningens Pörhandlingar.
5. Vom Pngineers 01uh of Philadelphia 2 Hefte Proceedings.
6. Broschüre „jur Wiedereinführung der obligatorischen Meisterprüfung"
von vr. zur. F. G. Huber.
7. Schreiben und Katalog von Architekt Adolf Mack in Ludwigsburg
über Kosten und Verwertung der „Gypsdielen,"
eines durch die Gutachten mehrerer Vereinsmitglieder lebhaft
empfohlenen Fabrikats für Zwischenbodenfüllung und Putzdecken.
Nach Besprechung der Einläufe erwähnt der Vorsitzende das
Ergebnis der Konkurrenz für ein Realschulgebäude in Heilbronn,
bei welcher die Vereinsmitglieder Bauinspektor Dolmetsch und
Pros. Walter einen Preis davongetragen haben und den Plänen
des Regierungsbaumeisters I. Morlok ehrende Erwähnung geworden
ist; — er giebt der Frende über diesen Erfolg des Vereins
Ausdruck. Zugleich wird der Gedanke angeregt, eine Ausstellung
der Konkurrenzpläne in dem Vereinslokal zu veranstalten und beschlossen,
eine diesbezügliche Anfrage an das Stadtbauamt Heilbronn
zu richten.
Als Ersatz für die eingegangene Zeitschrift Gazette des architectes
wird auf Antrag des Bibliothekars beschlossen, den ,, Gesundheitsingenieur"
in einem 2. Exemplare anzuschaffen.
Hierauf hält Architekt Bareiß seinen angekündigten Vortrag
über Pompeji uird seine Bauten, indem er nach einer historischen
Einleitung unter Hinweis auf zahlreiche, größtenteils von ihm selbst
aufgenommene Pläne und Farbenskizzen ein anschauliches Bild der
wichtigeren aufgedeckten Bauwerke entwirft und Betrachtungen über
die Baumaterialien und den zu vermutenden ursprünglichen Zustand
damit verbindet. Anschließend hieran werden noch Darstellungen
kunstgewerblicher pompejanischer Funde und einige Reisestudien des
Redners aus anderen italienischen Städten erklärt.
Nach dem mit großem Beifall aufgenommenen Vortrage dankt
der Vorsitzende demselben nanientlich für die mancherlei neuen
Ideen, welche er durch seinen Vortrag angeregt und den über
Pompeji vorhandenen Studien beigefügt habe.
In der an den Vortrag sich anschließenden Diskussion möchte
der Vorsitzende das von dem Redner beklagte Vorherrschen des
Verputzes in Pompeji für nicht so bedauernswert ansehen, da ja
der Verputz vorzüglich hergestellt worden sei und sich meist gut erhalten
habe, so daß hier eine vom Stcinbau wesentlich verschiedene