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III. Mrückenvau.
Das Hauptkontingent hiezu lieferten die verschiedenen
Eisenbahnbrücken, weshalb im Folgenden immer Eisenbahnbrücken
gemeint sind, wo keine besondere Bezeichnung bemerkt ist.
a. Fundirungen
sind spärlich vertreten.
Neben einigen Pumpenzeichnungen und Modellen sind anzuführen
die Autographiensammlung von Baurath v. Hänel,
die Fundirung des Enzviadukts mit Fangedämmen von Baurath
Kaiser, und besonders die pneumatische Fundirung der
Brücke über die Aare bei Bußwyl (Schweiz) mit zahlreichen
Detailzeichnungen von Bauinspektor Bügler.
d. Steinerne Brücken.
Hier bemerken wir eine Menge interessanter und in schönen
Verhältnissen ausgeführter Objekte, von denen nur erwähnt sei:
Das Projekt für die Caunstatter Straßenbrücke von
Salucci vom Jahr 1833. Vier verschiedene Entwürfe für
den Enzviadukt, sowie der Viadukt bei Rümlingen (Schweiz)
beides von Etzel. Der Haldeubachviadukt bei Endersbach von
Oberbaurath v. Morlok und Bauinspektor Laißle. Die
Jaxtbrücke bei Crailsheim von Oberbaurath v. Morlok und
den Bauinspektoren Lang und Schuster. Die einspurige
Steinlachbrücke bei Dußlingen von Oberbaurath v. Ga ab und
Bauinspektor Preu mit Angabe der Kosten — 90 Ji. pro Dm.
Ansichtfläche, was auch bei den übrigen sehr zu wünschen gewesen
wäre. Der Lautlinger Viadukt in einer Steigung von
1:45 und einer Curve von 350 m. Radius von Oberbaurath
v. Schlierholz, Bauinspektor Schmid und Kachler. Der
Viadukt für die Staatsstraße von Rottweil nach Balingen von
7 Oberbaurath v. Bö heim.
Sodann ist bemerkenswerth die Stabilitätsberechnung der
steinernen Pfeiler für den Ettersbachviadukt von Bauinspektctr
Kn oll, ferner die Etze l'schen Normalien und Brücken für die
württemb. Staatsbahnen, die schweizerische Centralbahn, Brennerbahn,
desgl. die Presse!'schen Brücken der österr. Südbahn,
die Autographiensanuulung des Polytechnikums von Baurath
v. Hänel.
c. Hölzerne Brücken und Gerüste.
Definitive hölzerne Brücken sind aus neuerer Zeit nicht
vorhanden; in den alten Projekten von Oberbaurath v. Bühler
sind sie um so reichlicher zu sehen; auch ein Projekt von Etzel
zum Enzviadukt nach Howe'schem System über Steinpfeiler
gehört hieher.
Dagegen bieten die beiden hohen Gerüste für Steintransport
am Enz- und Remsviadukt interessante Vergleichungspunkte.
Ersteres mit vier Etagen st 8 m. Höhe zusammen 32 in.
hoch von Oberbaurath v. Etzel und Baurath Beckh enthält
Büge und Sprengwerke und viel Kantholz, während letzteres
von Oberbaurath v. Abel und Bauinspektor Bock mit Rundholz
und möglichst einfachen Verbindungen durchgeführt ist,
und 4 Etagen ä 10 m. Höhe enthält.
Endlich ist zu erwähnen die provisorische Sprengwerksbrücke
über die Enz bei Besigheim von Baurath Dimler,
errichtet während der Ersetzung der alten Howe'schen Träger
durch eine Eisenkonstruktion; sowie das Erdtransport- und
Versetzgerüst am Viadukt bei Lautlingeu von Oberbaurath
v. Schlierholz und Bauinspektor Kachler.
ck. Eiserne Brücken.
Die Mittelpfeiler auch der hohen Viadukte sind meist von
Stein ausgeführt. Eine Stabilitätsberechnung derselben ist
nur beim Ettersbachviadukt (s. oben) vorhanden und wäre auch
bei den übrigen sehr instruktiv und wünschenswerth gewesen.
Interessant sind die Entwürfe und vergleichenden Kostenberechnungen
für steinerne und eiserne Mittelpfeiler am Argenviadukt
von Oberbaurath v. Schlierholz, Bauinspektor
Sch mid und Wagner und Ingenieur Gnauth.
Trotz der möglichst leichten Eisenkonstruktion und der gegenwärtigen
^billigen Eisenpreise und trotz des Steinmaugels
im Allgäu stellen sich die Kosten der steinernen Mittelpseiler
aus Maulbronner Steinen billiger als die der eisernen, da bei
letzteren die Stein socket ungleich breiter und massiger angenommen
werden müssen.
Die eisernen Pfeiler für die beiden Ueberbrückungen des
Bahnhofs Ulm von Sektionsingenieur v. Misani fallen durch
ihre schlanken Verhältnisse auf.
Es folgt nun eine ganze Reihe eiserner Träger. Dieselben
sind, soweit sie zu den Eisenbahnbauten gehören, auf dem
technischen Bureau der Kgl. Eisenbahnbaukommission von Bauinspektor
Wagner unter Mitwirkung der betreffenden Oberingenieure
berechnet und bearbeitet worden, mit Ausnahme
einiger von den Bauinspektoreu Knoll, Schübler, Laißle
konstruirten.
Wir führen nür an:
1) Zahlreiche gerade Fachwerks- und Gitterträger bis zu
67 in. Spannweite (Marbacher Viadukt Oberbaurath v. Abel).
2) Kontinuirliche Träger: Der Argenviadukt an der Kißlegg-Wangener
Bahn mit 3 Oeffnungen ä 40 in. Weite von
Oberbaurath v. Schlierholz, der Ettersbachviadukt bei Freudenstadt,
mit 3 Oeffnungen, 2 a 49,5, eine ä 60 in. Weite,
Oberbaurath v. Morlok, der Kübelbachviadukt und der
Stockenbachviadukt, ebenfalls bei Freudenstadt, jeder mit fünf
Oeffnungen, 2 a 49,5 und 3 a 60 m. Weite, von demselben,
und der eigenthümlich geformten Träger der Jaxtbrücke bei Domeneck
über 4 Oeffnungen je 32 in. weit, von demselben und
Bauinspektor Knoll.
3) Viele Schwedlerträger, worunter sich die Straßenbrücke
über den Neckar bei Lustnau von Bauinspektor Reinhard
durch ihre leichten Dimensionen auszeichnet. Spannweite 50 m.
Fahrbahn 4,8 in. breit mit Dielenbelag aus 8 ein. kyanisirtem
Tannenholz und 5 ein. Eichendielen darüber.
4) Brücken mit gebogenen Gurten.
Hier ist besonders die Eisenbahnbrücke über die Donau
bei Sigmaringen (Oberbaurath v. Schlierholz) mit 66 m.
Spannweite, anzuführen. Eine prächtige Bleistiftzeichnung
dieser Brücke init dem fürstlichen Schloß als malerischem Hinteri
gründ von Bauinspektor Eulenstein erregte besonderes Jn-|
teresse.
5) Bogenbrücken.
Vor allem die schöne Tauberbrücke bei Weikersheim von
Oberbaurath v. Morlok und Bauinspektor Knoll mit 30 in.
Spannweite, und die Buda-Pesther Straßenbrücke mit 92 in.
Spannweite, ausgearbeitet als Koukurrenzprojekt für die Maschinenfabrik
Eßlingen von Bauinspektor Wagner und Baurath
Wolfs mit brillantem Aquarell der Brückenansicht; sodann
verschiedene Wegbrückchen von Oberbaurath v. Schlierholz,
Professor Laißle, Bauinspektor Knoll und Wagner.
6) Von Hängebrücken sind vertreten:
Ein Projekt zu einer Ueberfahrt des Bahnhofs Ulm mit
zwei Oeffnungen ä 100 m. Weite und zu zwei Kettenstegen
über die Donau bei Ulm mit je 90 in. Weite, sämmtlich Entwürfe
von Oberbaurath v. Schlierholz.
7) Für schiefe Brücken sind zwei seltene Projekte ausgestellt:
die Unterführung der Lehrter Bahn unter der Hamburg-Berliner
Bahn mit 15 ° Axwinkel und schwedler'schen
Längsträgern, ausgeführt von Professor Dr. Weyrauch, und
die Unterführung der Brenzbahn unter der Stuttgarter Bahn
bei Ulm mit 11—12 ° Axwinkel und Blechträgern quer zu
den Geleisen von Oberbaurath v. Schlierholz.
So viel Beachtenswerthes nun alle diese Plane bieten,
so fehlt doch bei vielen die Maß- und Gewichtsangabe der
Eisenkonstruktion, die doch ein Hauptkriterium für die Beurtheilung
der einzelnen Objekte bildet.