I
eines ev. aufzustellenden Verbandsorganes auf der Abgeordnetenversammlung
zur Behandlung kommen werde.
Auf Antrag Tafels wird beschlossen, den in der Zeitschriftenangelegenheit
mitbeteiligten Vereinen von dem seitens des Vereins
als zweckmäßig erachteten Zuwarten mit der Aufstellung eines
neuen Organs an Stelle des Wochenblattes" Kenntnis zu geben,
und dieselben um ihre Meinung in der Sache zu befragen.
Es folgt, nachdem hiemit der Beratungsstoff erledigt ist,
die Versteigerung von Vereinszeitschriften und von Büchern und
Zeitschriften aus dem Nachlaß des ff Stadtbaurats Kaiser.
Für erstere werden 23 Mk. 50 Psg. erlöst.
Hierauf Schluß der Sitzung.
Z. B.
Der Schriftführer:
L a i st n e r.
Drille ordentliche am 26. April 1890.
Vorsitzender: v. Leins. Schriftführer: Tafel.
Anwesend: 25 Mitglieder.
Der Vorsitzende teilt mit, daß die Herrn Paul Stotz,
Fabrikant hier, und Fabrikdirektor Rampacher in Bensheim als
ordentliche Mitglieder in den Verein aufgenomnien seien und daß
Herr Betriebsbauinspektor Völker in Böblingen seinen Austritt
mit Ablauf des Vereinsjahres angemeldet habe.
Das noch rückständige Protokollheft sei im Druck begriffen,
und komme in 2—3 Wochen zur Versendting.
Bezüglich der Beteiligung des Vereins an der Uliner Münsterfeier
sei auf die neuere Anfrage des Vorsitzenden noch keine Antivort
eingelaufen.
Hieraus hält Abteilungsingenieur La ist n er den angekündigten
Vortrag über die Lokalbahnfrage in Württemberg, welcher
in besonderer Beilage iviedergegeben ist.
Nach dem mit lebhaftem Beifalle aufgenommenen Vortrage
dailkt der Vorsitzende dem Redner für den außerordentlich klaren
und zeitgemäßen Vortrag und wünscht demselben die größte
Verbreitung.
v. Hänel legt den Wunsch nahe, den Vortrag bald im
Druck erscheinen zu lassen, was Laistner in nahe Aussicht stellt.
Weigelin zeigt an dem Beispiel eüler ausgeführten Nebenbahn
in dem sehr eng gewundenem Thale des Wiedbachs (Rheinprovinz),
wie sehr örtliche Verhältnisse die von Laistner für die
Schmalspurbahn gegenüber der Vollbahn berechneten Ersparnisse
erhöhen können, indem daselbst durch Anschmiegen an das Terrain,
Vermeidung teurer Gelände, Verminderung der Zahl der Flußübergänge
und Tunnels, eine Herabsetzung der kilometrischen
Baukosten von 133000 Mk. für Vollbahn auf 50000 Mk. für
Nebenbahn mit 1 Meter Spurweite erzielt werden konnte. Derselbe
spricht die Ansicht aus, daß-ähnliche, entschieden für die :
Anwendung der schmalen Spur sprechende Verhältnisse im Jagst- ■
und Kocherthal vorliegen dürften. Sodann richtete er die Frage !
an den Vortragenden, wie sich der Unterschied erklären lasse
zwischen den von ihm durchschnittlich zu 80000, int ungünstigsten !
Falle zn 155000 Mk. pro Kilometer berechneten Kosten der
normalspurigen Nebenbahn gegenüber den sonst angenommenen 1
Durchschwittskosten von 290000 Mk. für eine Hauptbahn.
Laistner entgegnet, daß diese Mehrkosten in erster Linie davon
herrühren, daß die deutsche Eisenbahnstatistik die Kosten der
Bahnen bezw. der einzelnen Teile derselben einfach dem Durch-.
schnitt nach ohne Rücksicht auf ein- oder zweispurige Anlage angebe,
daß aber auch bei einspurigen Bahnen die Kosten wegen
Viadukten, Tunnels, großer Bahnhöfe, sowie namentlich wegen
reicherer Ausstattung aller Bauten bei Hauptbahnen wesentlich
höher werden, als bei Nebenbahnen.
Hierauf wird die Versainmlung um IOV2 Uhr geschlossen.
3- B.
Der Schriftführer:
Tafel.
Wirrte ordentliche Wersammlnng am 10. Mai 1890.
Vorsitzender: Dr. v. Leins. Schriftführer: Laistner.
Anwesend: 26 Mitglieder.
Als ersten (Gegenstand bringt der Vorsitzende die Aufnahmsgesuche
der Herren Regierlingsbaumeister Georg Baur-Berlin
(vorgeschlagen durch Wallensteiner) und Dr. Katz-Cannstatt (vorgeschlagen
durch Stapf) auf die Tagesordnung. Nach Verlesen
der den Gesuchen beigegebenen Notizen über die bisherige Laufbahn
der beiden Herren bittet der Vorsitzende, etwaige Einwendungen
gegen deren Aufnahme satzungsgemäß zli seiner Kenntnis
zu bringen.
Gegen die nunmehr verlesenen Protokolle der beiden letzten
Versammlungen wird keine Erinnerung gemacht; dieselben werden
daher als genehmigt erklärt.
Hierauf berichtet Leibbrand namens der Kommission, welche
zur Beratung der das Wege- und Wafferrecht betreffenden Punkte
des Verbands-Fragebogens über den Entwurf eines bürgerlichen
Gesetzbuchs, gewählt wurde.
Der Kommissionsbericht über die Fragen 1—18 findet die
Zustimmung der Versammlung.
Ueber die den Hochbarl betreffenden Fragen 19—21 berichtet
Walter. Auch diese Berichterstattung wird, und zwar für jede
Frage getrennt, nach kurzer Beratung gutgeheißen.
Beide Berichte sind in Beilage II wiedergegeben.
Der Vorsitzeirde bringt hierauf die vom Verband angeregte
Frage der weiteren Beitragsleistung zu den Kosten des Semperdenkmals
zur Sprache und schlägt namens des Ausschusses vor,
50 Mk. aus der Vereinskasse zu diesenr Zweck zrrr Verfügung
zu stellen.
Lrieger ist aus prinzipiellen Gründen gegen die Gewährung
von Vereinsgeldern zu Angelegenheiten, welche nicht rein als den
Vereinszwecken dienend bezeichnet werden können.
Fischer beantragt, es solle, falls das Denkmal vom Verband
in Anregung gebracht worden, diesem erklärt werden,
daß der Verein eine Deckung des Fehlbetrags durch Umlage
ans sämtliche Vereine nach deren Kopfzahl als angezeigt erachte.
Dieser Antrag wird angenommen.
Zum Schlriffe gibt der Vorsitzende von der Einladrurg zur
Beteiligung an der Hamburger Ausstellung sowie von 2 3"-schriften
des bayrischen und Frankfurter Architekten- und Jngenieurvereins
Kenntnis, welche sich auf die Veränderung der
Verbandsorganisation und auf die Zeitschriftenfrage beziehen und
in allem Wesentlichen mit den Anschauuirgen unseres Vereins
sich decken.
Damit schließt die Sitzung.
Z. B.
Der Schriftführer:
Laistner.
Aünfte ordentliche Versammlung am 31. Mai 1890.
Vorsitzender: Dr. v. Leins. Schriftführer: R. Tafel.
Anwesend: 21 Mitglieder.
Nach Verlesung und Genehmigung des Berichtes über die
vierte Versammlung verkündigt der Vorsitzende, daß der Ausschuß
nach Ablauf der vorgeschriebenen Frist die Herren Regierungsbaumeister
Georg Bauer, zur Zeit in Berlin, unb Dr. Katz, Fabrikdirektor
in Cannstatt, in den Verein aufgenommen habe.
Hierauf wird das Programm für die IX. Wanderversammlnng
in Hamburg verlesen und zur Wahl von zwei Delegierten
zu der uninittelbar vorangehenden Abgeordnetenversammlung geschritten.
Vom Ausschüsse sind hiezu v. Hänel und Weigelin
vorgeschlagen: Dieselben werden einstimmig gewählt.
v. Hänel, der anwesend ist, erklärt sich bereit, den ehrenvollen
Auftrag anzunehmen.
In der hieran sich anschließenden Verhandlung über die Beteiligung
des Vereins an der lllmer Münsterfeier berichtet zunächst
der Vorsitzende über den Stand der Angelegenheit, die