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c) Fahrbahn.
Bei kleinen Brücken nnd auch bei solchen großen Brücken in
Städten, bei welchen Schalldämpfung und Wasserundurchlässigkeit gefordert
wird, wird das Schotterbett ans Zoreseisen oder Buckelplatten
übergeführt. Diese Anordnung hat sich gut bewährt und hat den
weiteren Vorteil, daß kein Wechsel in der Art des Oberbaues
(Schienen- und Schwellenlage) nötig wird.
2. Andere angewandte Fahrbahnordnungen sind: hölzerne Querschwellen
auf Hauptträgern oder auf besonderen Zwischenlängsträgern,
hölzerne Langschwcllcn auf Querträgern, oder eiserne Fahrbahnen,
nämlich:
Schienen unmittelbar auf eisernen Hauptträgern oder auf besonderen
eisernen Längsträgern oder auf Doppel-T-Querschwellen.
3. Hölzerne Langschwcllen haben sich nicht bewährt; dieselben
erhalten leicht Längsrisse. In letzter Zeit werden deshalb defekte
Langschwellen durch eiserne Längsträger ersetzt.
4. Hölzerne Ouerschwellen haben sich bis jetzt gut bewährt und
gestatten ein besseres Ausrichten des Gleises als eiserne Fahrbahnen.
Ein Mangel der Holzschwellen ist, daß sie ungefähr alle 15 Jahre
und eventuell noch öfter ausgewechselt werden müssen, ferner daß
bei Schienen-Auswechslnngen auf die ganze Schienenlänge die Nägel
ausgezogen werden müssen und anderes.
5. Gegen das Einbrechen entgleister Fahrzeuge auf Brücken
werden neuerdings zwischen die eichenen Hauptschwellen forchene
Zwischenschwellen eingelegt, so daß bei einem Lichtabstand zwischen
den Schwellen von ca. 40 mm ein sog. Fallboden entsteht, ferner
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werden äußere Saumschwellen von-^- cm aus Forchenholz angeordnet,
um das Ablaufen der Räder vom Belag zu verhindern.
Durch Aufbringen eines Riffelblechbelags zwischen den Fahrschienen
wird die Feuergefährlichkeit dieser Anordnung in der Hauptsache
beseitigt.
6. Ganz eiserne Fahrbahnen, welche eine Zeitlang beliebt waren,
erscheinen nur bei geringen Konstruktionshöhen zweckmäßig. Eine
Verbesserung bezw. Milderung der Verkehrsstöße dürfte durch Zwischenlagen
aus Blei oder Holz zwischen Träger und Keilplatte zu erreichen
sein.
7. Bei eisernen Querschwellen aus Doppel-T-trägern werden
die Befestigungsniete auf den Längsträgern häufig lose.
8. Bei schiefen Brücken ist der Anschluß der Fahrbahn am
Brückenende sorgfältig auszubilden. Fächerförmige Schwellenanordnnngen
sollen hiebei möglichst vermieden werden. Durch entsprechende
Verlängerung der Haupt- oder Zwischenträger soll eine thunlichst
normale Lage der Fahrbahnteile erzielt werden.
6) Belag der Gehwege, sowie Geländer.
1. Mit der Anordnung eiserner Fahrbahnen wurde auch für den
Belag eine weniger vergängliche Anordnung, bestehend aus Beton
auf Wellblechtafeln, versucht.
Diese Betontafeln sind sehr schwer, werden leicht rissig und erfordern
viel Unterhaltungsaufwand.
2. Man ist deshalb neuerdings wieder zum Belag aus imprägnierten
forchenen Dielen zurückgekehrt.
3. Zwischen den Fahrschienen wird, wie oben erwähnt, znm
Schutz der Schwellen gegen Entzündung und an Stelle des Dielenbelags
neuerdings Waffelblech oder Riffelblech angeordnet.
4. Neue Bahnbrücken erhalten beiderseitige Geländer in 40 cm
lichtem Abstand von der Umgrenzungslinie des lichten Raums.
e) Quer- und Längsträger.
1. In einzelnen Fällen sind gelenkartige Verbindungen der Querträger
mit den Hauptträgern, sowie bewegliche Längsträgeranschlüsse
angeordnet worden, damit die Belastungen zentrisch angreifen und die
Nieten nur auf Scherung, nicht auf Biegung beansprucht werden. .
2. Bei offenen Brücken wird ein kräftiger Querverband, ein
steifer Längsträger- nnd Querträgerauschluß und sorgfältige Seitenversteifung
für unerläßlich erachtet; bei geschlossenen Brücken werden
durch angemessene Ausbildung der sog. Rahmen die Nebenspannungen
thunlichst verringert.
t) Horizontalverbände
für Seitenstöße und Wind sind mit druckfähigen Querschnitten auszubilden.
g) Schienen-Auszüge
werden bei Brücken von mehr als 60 bis 80 m Weite angeordnet.
Dieselben erhalten neuerdings die in Sachsen bewährte Anordnung
mit unterkriechender Zunge ähnlich wie bei den Weichen.
Prüfung und Unterhaltung der eisernen Brücken.
Die Brücken des württ. Bahnnetzes werden seit dem Jahre 1884
alle 5 Jahre den sog. periodischen Prüfungen unterzogen, entsprechend
den technischen Vereinbarungen des Vereins deutscher Eisenbahnverwaltungen
vom Jahre 1882.
Diese Prüfungen bestehen:
1. in der äußeren Untersuchung auf lockere Niete und Schrauben,
Risse, Brüche, Verbiegungen und sonstige Formänderungen, Rostbildungen;
2. in der Messung der Zunahme der bleibenden Einsenkungen
der Hauptträger;
3. in dem Messen der vorübergehenden Durchbiegungen;
4. in der Messung der Seitenschwankungen, Trägerverlängerungen
re.
Tie Untersuchungen zu den Punkten 3 und 4 werden mit besonderen
Belastungszügen und zur Zeit nur bei Brücken über 15 m
Weite vorgenommen. Die Anordnung der Belastungszüge soll den
bei der statischen Berechnung gemachten Annahmen thunlichst entsprechen;
jedenfalls sind keine geringeren Lasten als die vorkommenden
größten Betriebslastcn zu nehmen.
Nach den bis jetzt gemachten Erfahrungen sind neben der sorgfältigen
statischen Berechnung hauptsächlich die Untersuchungen nach
Punkt 1 und 2 geeignet, über den Zustand einer Brückenkonstruktion
Aufschluß zu geben.
Weniger wertvoll haben sich die periodischen Messungen der
elastischen Durchbiegung der Hauptträger unter Belastungszügen erwiesen;
immerhin können sie aber im Verein mit den andern Prüfungsmitteln
als ein weiteres Mittel zu allseitiger Prüfung der eisernen
Brücken angesehen werden.
Sehr schätzbare Aufschlüsse geben Probebelastungen und Durchbiegungsmeffungen
bei der erstmaligen Belastung einer neuen Brücke
im Verein mit Spannungsmessungen einzelner Glieder re. Um die
als besonders wichtig erkannte äußere Untersuchung zu erleichtern,
sind schon seit längerer Zeit entlang größeren Brücken besondere
Revisionsstcge angeordnet worden, von welchen aus auch der Anstrich
zum Teil erneuert werden kann. In besonders ausgedehnter Weise
sind Nevisionseinrichtungen an den Viadukten der Bahn Uutcrtürkheim-Kornwestheim
zur Ausführung gekommen.
Die bisherigen Prüfungen haben zu der Annahme geführt, daß
die Dauer gut erhaltener eiserner Brücken in keiner Weise durch nicht
bekannte, unzuverlässige Eigenschaften der Konstruktionsmaterialien
beschränkt wird.
Diese Annahme wird durch die Bauschingerschen Versuchsergebnisse
sowohl bezüglich gleichgerichteter Spannungen, als auch für
Spannungswechsel bestätigt.
Bezüglich gleichgerichteter Spannungen fand Bauschingcr bekanntlich,
daß bei 5- bis 16 millionenmaliger Wiederholung einer
Zugspannung zwischen 0 und der Proportionalitätsgrenze weder der
Bruch des betr. Versuchsstabs, noch eine Veränderung desselben nachgewiesen
werden konnte.
Auch die in letzter Zeit vielfach mit Gliedern ausgewechselter
Bahnbrücken angestellten Zerreißproben haben ergeben, daß das Eisenmaterial
durch 40- bis 50jährigen Bahnbetrieb keine Einbuße an
seinen Festigkeitseigenschaften erlitten hat.
Bei der Unterhaltung eiserner Brücken ist ein Hauptaugenmerk
auf den Anstrich zu richten.
In Württemberg sind in den letzten Jahren Versuche mit einer
Reihe von Anstrichmaterialien gemacht worden. Die Vcrsuchsdauer
ist aber noch zu kurz, um ein abschließendes Urteil fällen zu können;
bis jetzt haben sich die verschiedenen Farben ziemlich gleich und nicht
besser verhalten als der von jeher übliche graue Deckanstrich auf