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Vordfassade des Hauses Hamed Said. Die Loggia wird als Außenstudio genutzt
HAUS HAMED SAID
FRUHE HAUSER
In Erkenntnis des technischen und
ästhetischen Potentials von
Lehmziegeln entwarf Fathy eine
Reihe von Privathäusern. Das er-
ste wurdefür Hamed Said geplant.
Seit 1942 erbaut und 1945 erwei-
tert, war es zunächst als Wochen-
enddomizil gedacht, vorstellbar in
der Form eines Gewólbes, einer
Kuppel und eines ergänzend über-
wölbten Iwans. Der überwölbte
Hauptraum war zu einer Seite hin
offen, so daß er als Loggia diente.
Die Kuppel ruhte auf Schildbögen
- der Bautechnik, durch die die
quadratischen Stützwände mit der
kreisförmigen Basis einer Kuppel
durch ein acht-, dann sechszehn-
seitige Übergangszone unterteilt
werden. Die Erweiterung des Hau-
ses beinhaltet einen umschlosse-
nen Innenhof, um den sich zusätz-
liche, miteinander verbundene,
überwölbte und überkuppelte
Räume arrangierten.
An weiteren Projekten realisier-
te Hassan Fathy in dieser Zeit das
Haus Nasr, 1945 und das Haus
Stoppleare. Das Haus Nasr ist ein
Landhaus. In seinen Maßen weit-
Grundriß und Schnitt, 1947
eyweitert 1945
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aus ambitionierter als das Haus
Said ist auch dieses Haus konse-
quent aus überwölbten und über-
kuppelten Räumen zusammenge-
setzt. Im Unterschied zum Haus
Said ist hier der Ausdruck der
Spannstruktur durch Brüstungs-
wände verdeckt. Die Kuppel über
dem Hauptwohnraum jedoch er-
hebt sich sichtbar über die sich
am Boden festklammernde peri-
phere Masse. Ein äußerer Lichthof
ist vorgesehen, der auf einer Seite
von einer Loggia mit Arkaden be-
grenzt wird; es fehlt jedoch der
vollständig umschlossene Innen-
hof, der gewöhnlich charakteri-
stisch für Fathys Entwürfe ist.
Gleichfalls untypisch sind Balken
oder Stürze anstatt Bögen. Das
dritte Haus dieser Periode, das
Haus Stoppleare, wurde 1952 für
das Amt für Denkmalpflege er-
baut. Ambitionierter hinsichtlich
seiner Größe und der Anzahl und
Ausmaße seiner Kuppeln als die
anderen Häuser enthält dieses
Haus 3 Innenhöfe und die Andeu-
tung eines vierten im Eingangsbe-
reich.
af