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ICO ha große Berghalden in's Rutschen. Auch der schwarze Jura, 
auf dessen Kalksteinschichten Balingen aufgebaut ist, besteht zumeist 
aus Thonen. 
Die verschiedenen Gebirgsartcn haben im oberen Eyachthal 
folgende Oberflächenausdehnung: 
Der weiße Jura bedeckt 19 °/o 
„ braune „ „ 42 °/o 
schwarze „ „ 34 °/o 
„ Keuper „ „ 2°/° 
die Quartärschichten 3°/o des Gebiets. 
Das obere Schlichemthal liegt fast ganz im braunen, das obere 
Schmiechathal ganz im Weißen Jura. 
Die Durchlässigkeitsverhältnisse sind für den Hochwasserabfluß 
äußerst mißliche. Mit Ausnahme der die Hochebenen bildenden 
Weiß-Juraschollen, welche sehr durchlässig sind, besteht die ganze 
Unterlagerung vorherrschend aus undurchlassenden Thonen von be 
deutender Mächtigkeit, auf welchen die Niederschläge mit rasender 
Schnelle den Bächen zufließen; zudem treten die auf dem Albplateau 
aufgenommenen Wasser auf diesen Thon-Schichten als mächtige 
Quellen wieder zu Tage. 
Von dem oberen Eyachgebiet sind 67°/o undurchlassend, 14°/o 
mitteldurchlassend und 19 °/o sehr durchlassend. Im oberen Schlichem- 
gebiet sind die Durchlässigkeitsverhältnisse obigen ähnlich, während 
im Schmiechathal nur die Thalsohle undurchlassend/ das übrige Ge 
biet jedoch sehr durchlassend ist. 
Die Eyach entspringt oberhalb Pfeffingen in einer Höhe von 
833 m und zwar wie die meisten der dem Neckar zufließenden Alb 
gewässer auf der Grenze zwischen dcm weißen Jura a und ß, sie hat 
anfangs die Richtung von Norden gegen Süden, wendet sich bei 
Lautlingen beim Eintritt in den braunen Jura nach Nord-West, 
trifft oberhalb Frommern auf die obersten Bänke des schwarzen Jura und 
durchbricht diesen in der Richtung von Süden nach Norden. — 
Unterhalb Balingen erreicht die Eyach das Bonebed und auf der 
Markung Ostdorf die Keuperformation. Bei dem Uebertritt der 
Eyach in die hohenzollerischen Lande sind wir auf der Meereshöhe 
460 m über N.N. 
Etwa 1 Um oberhalb Margrethausen beginnen die Ornaten- 
tho ne, es werden dieselben von der Eyach angeschnitten und aufge 
schlossen bis unterhalb Lautlingen. — Der Fluß, welcher von seinem 
Ursprung bis hierher die Richtung von Norden nach Süden hatte, 
wendet sich nun in großem Bogen nach Nordwcst und tritt in die 
weniger mächtigen Schichten e, 8 und y des braunen Jura ein. 
Diese Schichten sind stellenweise mit festen Steinbänken durchwachsen, 
welche dem Gelände immer wieder einigen Halt geben und im Fluß 
bett zu Wasserfällen Anlaß bieten. Eine solche Bank findet sich an 
der Binder'schen Fabrik oberhalb Laufen. 
Der Ort Laufen selbst steht auf dem braunen Jura ß (Per 
sonatensandstein), das darunter liegende « (Opalinusthone) hat 
wieder weiche Schichten und besitzt nur in der obersten Schichte eine 
Steinbank, welche Anlaß zu Wasserfällen giebt; wir haben solche an 
der Papiermühle in Laufen und am Schalksbach in Zillbausen. 
Von Laufen bis Frommern hat die Eyach ihr Bett in die mächtigen 
Opalinusthone eingenagt und da diese wenig widerstandsfähig find, 
so zeigt das Bachbett teilweise mächtige Schluchten und böse Löcher. 
Oberhalb Frommern beginnt der Lias, dessen oberste Schicht £ ein 
festes, aber wenig mächtiges Steinpflaster bildet, die Jurensisbänke, 
unter welchen sofort der mächtige Posidonienschiefer erscheint, der bei 
Frommern riesige, senkrechte Schieferwände bildet, deren zähe, wie 
Pappendeckel aufeinander gelagerte Blätter dem Wasser bedeutenden 
Widerstand entgegenstellen. Es entstehen auch hier wieder Wasser 
fälle, um so mehr, als die unter dem Posidonienschiefer liegenden 
Amaltheenthone wieder leicht ausgewaschen werden. Ein solcher 
Wasserfall ist an der oberen Mühle in Frommern. 
Auch Lias y und ß sind thonig, der erstere, magerer Numis- 
malismergel, ist unterhalb Frommern sehr schön aufgeschlossen, der 
letztere, fetter Turnerithon mit einzelnen kleinen Kalksteinbänken 
V dazwischen, die aber dem Wasser kaum Widerstand zu leisten ver- 
) mögen und deshalb keine Wasserfälle bilden, erstreckt sich bis ober 
halb Balingen. — Bei Balingen tritt die Eyach auf Lias «, dessen 
obere mächtige Kalksteinbänke, das sogenannte Schneckenpflaster, oder 
der Arietenkalk von der Eyach und Steinach dlosgelegt sind und 
einen Absturz beim Wasserturm bilden, der längst zu einem Wehrbau 
ausgenützt ist. Dann erscheint weiter unten am Balinger Kirchhofe 
nochmals eine 1 bis 2 m starke Steinbank, der Angulatensandstein 
und eine kurze Strecke weiter unten ist der Lias durchschnitten. Die 
Eyach kommt bei der Balinger Stadtmühle auf die Sandsteinbänke 
des Bonebeds und bildet wieder einen Wasserfall, der zum Betrieb 
eines Elektrizitätswerks ausgenützt ist. Die Flußrichtung geht von 
hier ab von Süden nach Norden. Auf dem harten Bonebedsandstein 
fließt die Eyach 2 hm weit, vermag aber die Spiegelsandsteine nicht 
zu durchsägen. Nachdem sie über 2 je etwa 3 m mächtige Schollen 
Hinabgestürzt ist, durchfließt sie rasch die zu Rutschungen geneigten 
Knollenmergel des oberen Keupers und erreicht bei der BöllatmüHle 
die Felsen des Stubensandsteins. Der daselbst durch den Wasserfall 
entstandene Gumpcn liegt bereits in den Buntenmergeln. Bei dem 
Uebertritt der Eyach auf hohenzollerisches Gebiet zeigen sich auf einer 
Meereshöhe von 460 m bereits Spuren des Schilfsandsteins. 
Die gesamte Höhendifferenz zwischen Quelle und Landesgrenze 
beträgt 373 m, die Länge dieser Flußstrecke 30,8 hm, das Flußge 
fälle somit durchschnittlich 1,2 °/o. 
Der Lauf der oberen Schlichem hat mit demjenigen der oberen 
Eyach manche Aehnlichkeit. Die Quelle liegt 885 m hoch, ebenfalls 
auf der a, jZ-Grenze des weißen Jura, ihr Lauf ist anfangs südlich, 
bei Thieringen erreicht sie die Ornatenthone, wendet sich jetzt nach 
Westen, durcheilt von Thieringen (800 m) bis Rathshausen 650 m 
den braunen Jura mit seinen gefährlichen Rutschhalden und bildet 
unterhalb Hausen bei der Sägmühle auf der a, /I-Grenze einen 
Wasserfall. Bei der oberen Mühle von Schönberg trifft sie auf den 
Posidonienschiefer (Lias e), welcher einen 3 m hohen Absturz ver 
ursacht, kommt bei Dautmergen auf die Arietenkalke und unmittelbar 
darauf bei 590 m Höhe auf die Bonebcdsandsteine. Der Höhen 
unterschied zwischen Dautmergen und der Quelle beträgt 295 m und 
das mittlere Gefälle bei 16 hm Thallänge 1,85"/«. 
Wesentlich verschieden von der Eyach und der Schlichem ist 
der Lauf der Schmiecha, eines linken Zuflusses der Donau. Dieselbe 
entspringt in einer Höhe von 803 m ebenfalls auf der a, il-Grenze 
des weißen Jura; in ihrem von Norden nach Süden ziehenden Ober 
lauf durchfließt sie die Jmpressathone des weißen Jura «, wendet 
sich bei Ebingen gegen Südost und durchbricht bis zu ihrer Ein 
mündung in die Donau die jüngeren Weiß-Jura-ö-Schichten. Der 
Höhenunterschied zwischen Quelle und Landesgrenze beträgt 116 m 
und das mittlere Gefälle bei einer Thallänge von 16,5 hm 0,7 °/o. 
2. Meteorologische Vorgänge vom 4. bis 7. Juni. 
Eine Reihe schwüler Wetterlage, welche am 23. Mai 1895 
ihren Anfang nahmen, erregte in verschiedenen Gegenden Württem 
bergs Gewitter und Wolkenbrüche von außergewöhnlicher Heftigkeit. 
— In den Tagen vom 4. bis 7. Juni haben dieselben besonders 
im oberen Eyachthal und im Oberlauf der Schlichem und Schmiecha 
verderbenbringend gehaust und eine gewaltige Ueberschwemmung 
verursacht. Das Gebiet größten Regcnniederschlags befand sich in 
der Nähe der europäischen Wasserscheide zwischen Pfeffingen, Laut 
lingen, Meßstetten, Thieringen einerseits und Onstmettingen, 
Ebingen andererseits. Es fielen in dieser Gegend 
am 4. Juni 40 mm 
tt 5. „ 50 „ 
6. „ 83,\ 
„ 7. „ 30 „ zus. in 4 Tagen 200 mm Regen 
höhe, was den vierten Teil des Jahresnicderschlags ausmacht. Leider 
fehlen genaue meteorologische Beobachtungen und Zeitaufschricbe, da 
die Beobachtungsorte nicht an dem betroffenen Gebiete selbst liegen. 
Werden die Tagesregenhöhcn umgerechnet, so erhält man 
am 4. Juni 0,46 ^ Wassermenge für 1 qhm Einzugsgebiet,
        

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