Full text: Monatsschrift des Württembg. Vereins für Baukunde in Stuttgart (1898-1904)

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Monatsschrift des Württembg. Vereins für Baukunde in Stuttgart. 
No. 8 
Das Rieselfeld Champ de Carrieres- 
Triel ist 950 ha gross; 100 ha hiervon gehören 
der Stadt Paris und bilden die Domaine des 
Gresillons. 
Wie schon angedeutet, ist nicht das ganze Be 
rieselungsterrain Eigentum der Stadt Paris; zum Teil 
gehört es Privatbesitzern, welche die aptierten Flächen 
bearbeiten oder auch für nicht aptiertes Land Kanal 
wasser kostenlos abgelassen bekommen. An aptierten 
Flächen sind vorhanden bei: 
Gennevilliers 900 ha 
Parc agricole d’Acheres . . . 1000 „ 
Mery-Pierrelaye 2150 „ 
Carrieres-Triel 950 „ 
5000 ha 
Davon sind im städtischen Besitz bei: 
Parc agricole d’Acheres . . . 1000 ha 
Mery 520 „ 
Carrieres 100 „ 
1620 ha 
In privatem Besitz bei: 
Gennevilliers 900 ha 
Mery 1630 , 
Carrieres 850 „ 
2380 ha 
Jährlich können 200 Millionen Kubikmeter 
Wasser gerieselt werden. Die Kosten der ganzen 
Berieselungsanlage belaufen sich auf 38 Millionen 
Francs. 
w 
Wohn-und Geschäftshaus Sieber, 
München, 
entworfen und ausgeführt von Architekt Max Osten 
rieder daselbst. 
Den Münchener Putzfassaden, ab und zu in 
sparsamster Weise mit Hausteineinlagen dekoriert, 
stellt der Erbauer zum ersten Male in dem Wohn- 
und Geschäftshause Sieber, Maffeistrasse, 
einen Neubau gegenüber, dessen Aeusseres die 
ungemein mannigfaltigen, vollendet vorgetragenen 
Schmuckmotive in Eichenholz vollständig beherr 
schen. Sinnig erdachte figürliche Darstellungen 
bilden mit den reichgeschmückten Holzgesimsen 
das Gerippe für die schwungvollen ornamentalen 
Füllungen. In zarter Weise, dem Holze den Vortritt 
lassend, treten in den wenigen, noch verbliebenen 
Putzflächen des II. und III. Stockes von Künstler 
hand in lichten Tönen gemalte Einlagen in Erschein 
ung. Fast nur als Sockel wirkend, ordnen sich die 
einfachen, in Sandstein gearbeiteten Bogenstellungen 
des Parterre und I. Stockes in zweckentsprechender 
und ruhiger Weise dem Ganzen unter. Wie schon 
durch die bevorzugte Stadtlage geboten, dienen die 
beiden unteren Stockwerke gewerblichen und kauf 
männischen Zwecken, während die oberen Etagen 
je eine Wohnung mit vier Zimmern und Neben 
räumen enthalten. 
Aus beigegebener Abbildung ersieht man, in 
welch herrlicher Weise es dem Künstler gelungen 
ist, dem schmalen Grundriss eine so wirkungsvolle 
Fassade zu geben, wodurch erreicht ist, dass gerade 
dieses Gebäude trotz der geringen Front in so 
angenehmer Weise aus den umgebenden massigen Bauten her 
vortritt. Es darf wohl mit Recht behauptet werden, dass diese 
Fassade eine der schönsten Leistungen Ostenrieders ist, dem 
München schon so viele reizende Bauten verdankt. 
Wohn- und Geschäftshaus Sieber, München. 
2150 ha gross, wovon 1850 ha einschliesslich 520 ha der Domaine 
Mery-sur-Oise berieselt werden. Das Gelände umfasst die 
Kommunen von Pierrelaye und zum Teil die von Mery-sur-Oise, 
Saint-Quen-l’Aumöne, Frepillon und Bessancourt. 
Herausgeg. v. Württb. Verein f. Baukunde.— Redaktion: Reg.-Baumeister Schury, Stuttgart. —Verlag: Südd. Verl.-Anst., G. m. b. H., München. 
Druck: G. Franz’sche Hofbuchdruckerei (G. Emil^Mayer), München.
	        

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