Volltext : Monatsschrift des Württembg. Vereins für Baukunde in Stuttgart (1898-1904)

Monatsschrift

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15.  April  1903.

Heft  4.

Jahrgang  1903

Inhalt:  Vereinstätigkeit.  —  Protokoll  über  die  Versammlung  vom  28.  März  1903.  —  V.  de  Pay’s  Kurvenpalette.  —  Doktor-Ingenieur  in
Nordamerika.  —  Personalnachrichten.

V  ereinstätigkeit.

Am  28.  März  1903:  V.  ordentliche  Versammlung.  Mitteilungen  des  Herrn  Bauinspektors  de  Pay  über  die  von  ihm  erdachte
Kurvenpalette.  —  Mitteilungen  des  Herrn  Oberbaurats  Dolmetsch  in  Stuttgart  über  die  neue  evangelische  (Paulus-)
Kirche  in  Zuffenhausen.  —  Mitteilungen  des  Herrn  Ingenieurs  C.  A.  Hirth  in  Stuttgart  über  die  von  ihm  konstruierte  und
in  vorstehend  genannter  Kirche  erstmals  angewendete  elektrische  Fernläutemaschine.
Am  7.  April  1903:  Besichtigung  der  neuen  evangelischen  (Paulus-)  Kirche  in  Zuffenhausen  unter  Führung  des
Erbauers,  Herrn  Oberbaurat  Dolmetsch;  die  elektrische  Fernläutemaschine  in  dieser  Kirche  wird  in  Bewegung  gesetzt
und  vom  Erfinder,  Herrn  Ingenieur  C.  A.  Hirth,  erläutert.  —  Sodann  Besichtigung  der  neuen  katholischen  Kirche  daselbst
unter  Führung  des  Erbauers,  Herrn  Regierungsbaumeister  U.  Pohlhammer  in  Stuttgart.

Protokolle,  Berichte  etc.
Protokoll  der  fünften  ordentlichen  Versammlung  am  28.  März  1903.
Vorsitzender:  Zügel.

Schriftführer:  Leistner.

Anwesend:  32  Mitglieder  und  2  Gäste.

Nach  Eröffnung  der  Sitzung  begrüsst  der  Vorsitzende  zunächst
als  Gäste  die  Herren  Zivilingenieur  Hirth-  Stuttgart  und  Glockengiesser
  Kiesel-  Heilbronn,  begründet  sodann,  warum  sich
zwischen  der  4.  und  der  heutigen  Versammlung  eine  verhältnismässig ­
  lange  Pause  ergeben  hat,  und  bittet  im  Anschluss  hieran
um  regere  Anmeldung  von  Vorträgen  und  Mitteilungen  für  die
künftigen  Vereinsabende.
Das  Protokoll  der  4.  Versammlung  wird  in  Umlauf  gesetzt.
Des  weiteren  teilt  der  Vorsitzende  mit,  dass  Herr  Bauinspektor
K  e  m  p  t  e  r  -  Reutlingen  durch  Beschluss  des  Vorstandes  in  den
Verein  aufgenommen  worden  ist,  und  dass  Herr  Abteilungsingenieur ­
  Vetter,  vorgeschlagen  von  Stohrer,  um  Aufnahme
in  denselben  nachgesucht  hat.
Vom  Verbände  ist  eine  Einladung  zur  Beteiligung  an  der  in
Erfurt  abzuhaltenden  Versammlung  des  Vereins  für  Denkmalpflege ­
  eingegangen.  Der  Vorstand  hat  beschlossen,  zunächst  Erhebungen ­
  darüber  anzustellen,  ob  und  wie  Württemberg  bisher
überhaupt  bei  derartigen  Versammlungen  vertreten  war,  und  dann
entsprechenden  Antrag  an  den  Verein  zu  stellen.
Von  den  sonstigen  Einläufen  ist  eine  Zuschrift  des  Vereins
für  Fremdenverkehr  zu  erwähnen,  der  beabsichtigt,  gemeinsam
mit  verschiedenen  anderen  hiesigen  Vereinen  Schritte  in  Betreff
der  schwebenden  Stadterweiterungsfrage  zu  unternehmen.  Der
Vorsitzende  ist  nach  Rücksprache  mit  dem  Vorstande  bereit,

den  Verein  bei  der  hiewegen  abzuhaltenden  informatorischen  Besprechung ­
  zu  vertreten.  Hiemit  erklärt  sich  die  Versammlung
einverstanden.
Des  weiteren  teilt  der  Vorsitzende  mit,  dass  die  Firma  Hennebique ­
  nach  einer  Zuschrift  ihres  Vertreters  Reck  sich  durch
einzelne  Ausführungen  in  Mörschs  Vortrag  über  den  Betoneisenbau, ­
  sowie  durch  die  von  Mörike  hieran  geknüpften  Betrachtungen ­
  beeinträchtigt  erachte.
Mörike  führt  mit  Beziehung  hierauf  aus,  dass  er  bei  der
Erwähnung  einzelner  Fälle  von  ungenauer  Berechnungsweise
keineswegs  die  Firma  Hennebique  im  Auge  gehabt  habe,  es  sei
ihm  vollständig  ferne  gelegen,  zu  Gunsten  oder  Ungunsten  dieser
oder  jener  Firma  sprechen  zu  wollen.  Uebrigens  glaube  er,
dass  die  Firma  Hennebique  hauptsächlich  darin  eine  Beeinträchtigung ­
  ihrer  Interessen  erblickt  haben  werde,  dass  dem  im
Schwäbischen  Merkur  erschienenen  Bericht  über  die  betr.  Versammlung ­
  am  Schlüsse  ein  besonderer  Hinweis  auf  die  Firma
Wayss  &  Freitag  angefügt  worden  sei.  Dieser  Schlusssatz  rühre
aber  keineswegs  von  ihm  her,  es  habe  ihn  vielmehr  sehr  befremdet, ­
  dass  seine  Einsendung  ohne  sein  Vorwissen  in  fraglicher ­
  Richtung  ergänzt  worden  sei.
Hiemit  ist  dieser  Gegenstand  erledigt.
Nunmehr  gibt
de  Pay  nähere  Erläuterungen  über  die  von  ihm  erdachte
            
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