Full text: Monatsschrift des Württembg. Vereins für Baukunde in Stuttgart (1898-1904)

Juli 
1903. 
Jahrgang 1903. 
Inhalt: Protokoll der 7. ordentlichen Versammlung vom 23. Mai 1903. — Das Schillermuseum in 
Ueber die Leistungen, Verbrauch und Kosten der Motorwagen auf den königl. Württb. Eisenbahnen, 
auf deutschen Eisenbahnen. — Personalnachrichten. — Kundmachung. 
Kanalisation des Neckars. — 
Dauer eiserner Quersehwellen 
Protokoll der 7. ordentlichen Versammlung den 23. Mai 1903. 
Vorsitzender: Zügel. Schriftführer: Leistn er. 
Anwesend: 22 Mitglieder. 
Nachdem der Vorsitzende die Versammlung eröffnet und das 
auswärtige Mitglied S t e u d e 1 - Heilbronn begrüsst hat, gedenkt 
er in warmen Worten des vor kurzem im besten Mannesalter und 
auf der Höhe seines Schaffens vom Leben abgerufenen früheren 
Mitglieds des Vereins, Professor N eckelmann, und bittet, sich 
zum ehrenden Gedenken desselben von den Sitzen zu erheben. 
Dies geschieht. 
Auf das Geschäftliche übergehend, setzt der Vorsitzende zu 
nächst das Protokoll der 6. Versammlung in Umlauf und gibt 
sodann die Einläufe bekannt. Aus diesen ist die Doktorabhandlung 
des Herrn Otto Berner, betr. „Untersuchungen über den Ein 
fluss der Art und des Wechsels der Belastung auf die elastischen 
und bleibenden Formänderungen“ hervorzuheben. Der Verbands 
vorstand hat, hauptsächlich auf Anregung der Vereinigung Ber 
liner Architekten, in einer an die Einzelvereine gerichteten län 
geren Ausführung zu den von der „Hannoverschen Architekten 
gilde“, einer dem Verbände nicht angehörenden Vereinigung von 
Privatarchitekten, ausgehenden Bestrebungen auf Gründung eines 
besonderen Architektenbunds Stellung genommen und kommt zu 
J dem Ergebnis, dass es wünschenswert sei, dem Verbandsvorstande 
von der Abgeordnetenversammlung zu wählende Ausschüsse bei 
zugeben, welche ihn auf sein Ansuchen zu beraten und weiterhin 
Anregung zu neuen, ihr Sondergebiet betreffenden Verbands 
arbeiten zu geben hätten. Als Endziel ist dabei die Bildung 
zweier grossen Ausschüsse, eines für Architektur- und eines für 
Ingenieurwesen, ins Auge gefasst. Zunächst wird dem Antrage 
der Berliner Vereinigung entsprechend die Aufstellung eines aus 
7 Mitgliedern (worunter 3 in Berlin) bestehenden Ausschusses von 
Privatarchitekten in Vorschlag gebracht, und gebeten, noch vor 
Beginn der Sommerferien in die Beratung dieser Fragen einzu 
treten. 
Der Vorsitzende bemerkt hiezu, dass der Vorstand in seiner 
Das Schillermuseum 
Nach mehrjährigen Vorbereitungen wurde in der vierten Ge 
neralversammlung des schwäbischen Schillervereins im Jahr 1900 
das Bauprogramm auf Grund der äusserst verdienstvollen Vor 
arbeiten des Herrn Hofbaudirektors v. Berner in Stuttgart 
endgültig festgestellt und zur Gewinnung von Bauplänen die Er 
öffnung eines allgemeinen Wettbewerbs unter sämtlichen deutschen 
Architekten beschlossen und ein Ausschreiben hiewegen erlassen. 
letzten Sitzung diese Angelegenheit erörtert habe und eine Vor 
beratung durch eine Kommission, und zwar zweckmässigerweise 
gemeinsam mit einer solchen des Architektenklubs, der im Be 
griffe stehe, dem Verband© gleichfalls beizutreten, für angezeigt 
erachte. Der Vorstand schlage vor, in diese Kommission die Herren 
Eisenlohr, Feil, Hummel, Walter und Zügel zu be 
rufen. 
Lauser glaubt, dass die von Hannover ausgehenden An 
regungen nicht ganz von der Hand zu weisen sein werden. An den 
Kommissionsberatungen werde der Architektenklub gerne teil 
nehmen; eine endgültige Stellungnahme in der ganzen Angelegen 
heit sei ihm aber selbstredend z. Z. noch nicht möglich. 
Die vom Vorstande vorgeschlagene Zusammensetzung der 
Kommission wird hierauf gutgeheissen. 
Nunmehr erhält S t e u d e 1 - Heilbronn das Wort zu seinen 
auf der Tagesordnung stehenden 
„Mitteilungen über die Schwellenimprägnieranstalt in Zuffen 
hausen“. 
Die eingehenden Darlegungen des Redners werden mit Inter 
esse verfolgt und beifälllig aufgenommen. 
Der Vorsitzende dankt für dieselben noch besonders im Namen 
des Vereins. 
Den letzten Gegenstand bilden Mitteilungen Neuffers 
über „Schwellenverdübelung“. 
Die mit Rücksicht auf die vorgeschrittene Zeit in gedrängter 
Kürze gegebenen Ausführungen werden von der Versammlung 
gleichfalls mit Interesse entgegengenommen, mit Beifall gelohnt 
und vom Vorsitzenden besonders verdankt. 
Nach kurzer Erörterung einiger mit Beziehung auf Steudels 
Ausführungen von Roller gestellten Fragen Schliessen die Ver 
handlungen. 
in Marbach a. N. 
Nicht weniger als 318 deutsche Architekten liessen sich die in 
Marbach festgestellten Unterlagen (Lagepläne, Bauprogramm etc.) 
für den Entwurf von Bauplänen kommen und von 74 derselben 
wurden Pläne in den verschiedensten Stilarten und Auffassungen, 
teils ganz hervorragende künstlerische Arbeiten, eingereicht. 
Das Ergebnis wurde alsbald durch Fach- und Tageszeitungen 
bekannt gegeben und von einigen illustrierten Zeitungen wurden
	        

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