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Monatsschrift des Württembg. Vereins für Baukünde in Stuttgart. 
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und einen weiteren Raum für die Bibliothekbenützer 
und die Handbibliothek aufnimmt. Vom Haupteingang führen 
2 ansehnliche marmorne Treppenläufe nach dem Unter 
geschoss und hier in erster Linie zu dem Zufluchtsraum 
für besuchendes Publikum, der den ganzen Raum des darüber 
liegenden Festsaales einnimmt und mit einem direkten Ausgang 
ins Freie versehen ist. 
Im Untergeschoss sind die Wohnung für den Auf Wärter, 
Räume für die Heizungseinrichtung, für Brennmaterial und einige 
Magazine untergebracht. 
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kungen zu vermeiden, ist im Haus eine Niederdruck-Dampf 
heizung eingerichtet. 
Die Konstruktion des Gebäudes ist eine möglichst 
feuersichere, auch hinsichtlich des Dachstuhls, dessen tra 
gende Teile aus Eisen hergestelllt sind. Besonders erwähnenswert 
ist die Konstruktion der erhebliche Abmessungen bietenden 
Kuppel. Der Innenraum derselben ist ganz frei gehalten und 
wird von keinerlei Konstruktionsteilen durchquert; nur die eiserne 
zur Plattform führende, geradarmige und bequem angelegte Treppe 
durchzieht ihn. Die das Gespärre tragenden eisernen, aus mehreren 
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Grundriss. Erdgeschoss. 
Grundriss. Untergeschoss. 
Was die Ausschmückung der einzelnen Räume im Haupt 
geschoss betrifft, so haben hauptsächlich das V estibül und 
der Ausstellungssaal eine reichere Ausgestaltung erhalten. 
Rötliche Marmorsäulen und -Treppen zieren das erstere; die Wände 
sind weiss und grau-grün gehalten. Dem Eingang gegenüber, 
zwischen den beiden Türen des Festsaales, befindet sich die von 
Professor Donndorf in Stuttgart nach Danneckers Kolos 
salbüste gearbeitete marmorne Schillerbüste, ein Geschenk des 
Königs Wilhelm II. von Württemberg. 
Wände und Decken des Festsaals sind in weissen und grauen 
Tönen gehalten und machen einen ruhigen und freundlich-an 
heimelnden Eindruck. Sie sind wie diejenigen der übrigen Räume 
deshalb so einfach gehalten, um möglichst viel Platz zum Auf 
hängen von Bildern zu gewinnen. Unterhalb des Deckengesimses 
sind an den Wänden 11 Reliefs, Schöpfungen des Professors 
Robert Hang in Stuttgart, angebracht, welche Szenen 
aus Schillerschen Dichtungen darstellen und von denen genannt 
seien: Die Bürgschaft, Hektars Abschied, Des Mäd 
chens Klage, Das Mädchen aus der Fremde, Der 
Jüngling am Bach, Der Ring des Polykrates. 
Der Ausstellungssaal ist so gerichtet, dass er nach Beiseite 
stellung der beweglichen Ausstellungsschränke zur Abhaltung von 
Vorträgen etc. dienen kann. Von den 3 Reihen Ausstellungs 
kästen ist die mittlere Reihe ausschliesslich dem Andenken Schillers 
gewidmet, während die übrigen Bilder, Handschriften und Reliquien 
der übrigen schwäbischen Dichter enthalten. 
Da es für die Erhaltung von Archivgegenständen von grossem 
Wert ist, in den betreffenden Räumen grosse Temperaturschwan- 
Teilen zusammengesetzten gitterartigen Binder mit geraden un 
teren Gurtungen stützen sich gegen den Kranz der Plattform 
und dieselbe tragend. In sinnreicher Weise ist der eiserne, zur 
Aufnahme der (vertikalen) Fahnenstange dienende Untersatz zur 
Versteifung der Plattform und ihres Kranzes für die Konstruktion 
benützt. 
Das Aeussere des Gebäudes ist der Hauptsache nach 
in Putzbau hergestellt und in hellen Tönen gehalten; für Sockel 
und Terrasse sind weisse Werksteine, bezw. Kunststeine ver 
wendet. Die Dachflächen sind mit roten, naturfarbenen Biber 
schwänzen gedeckt, ebenso die ausgerundeten Kehlen derselben. 
Die Kosten für das Gebäude allein haben sich auf 195000 M. 
gestellt. 
Die Möbel, hauptsächlich in Ausstellungsschränken bestehend, 
sind ganz im Stile des Gebäudes, aber einfach gehalten und 
wurden der Hauptsache nach von Marbacher Schreinern nach 
Zeichnungen des Erbauers aus matt gebeiztem Rüsternholz ge 
fertigt und der ruhigen, würdigen Stimmung der Räume treff 
lich angepasst. 
Es ist zu hoffen, dass auch die nächste Umgebung des 
Schillerarchivs in angemessener, stimmunggebender Weise her 
gerichtet und dem Ganzen ein würdiger und fester Rahmen ge 
schaffen werde, wozu der Anfang schon in erfreulicher Weise 
gemacht ist. 
Neben dem Weimarer Goethe-Schiller-Archiv ist das Schiller- 
Museum in Marbach das einzige in Deutschland bestehende der 
artige Institut. s 
Die Kanalisation des Neckars. 
Die Frage der Kanalisation des Neckars ist aktuell 
geworden und es dürfte angezeigt sein, auch die Leser dieser 
Hefte über den Stand derselben von Anfang an auf dem lau 
fenden zu erhalten. Es erscheint dies umsomehr angezeigt, als 
es jedenfalls Techniker und wohl hauptsächlich Vereinsmitglieder 
sein werden, denen seinerzeit nicht nur die Vorarbeiten, son 
dern auch die Ausführung und Unterhaltung der Kanalbauarbeiten 
zufallen werden. Es mag daher, auch wenn man nicht in allem 
einverstanden sein will, doch das folgende, einem politischen Blatte 
entnommene angeführt sein, das für den Techniker und Fach 
mann sehr viel des Interessanten enthält, obwohl die Frage haupt 
sächlich vom volkswirtschaftlichen und merkantilischen Stand 
punkte aus behandelt ist. 
Es soll noch dem Wunsche Ausdruck verliehen werden, es 
möchte einer der sachkundigen Leser der Monatsschrift sich her 
beilassen und die Frage der Neckarkanalisation, die ja nicht 
eher von der Tagesordnung verschwinden wird, als bis sie nach 
der einen oder anderen Seite hin ihre volle Erledigung gefunden 
hat, auf Grund der jetzt schon vorhandenen Untersuchungen und 
Vorarbeiten einer gründlichen Beleuchtung auch vom technisch 
fachmännischen Standpunkte aus unterziehen. 
Der im Wortlaut folgende Artikel lautet: 
Diese hochbedeutsame Frage (der Kanalisation des Neckars) 
muss von uns schon deshalb eingehender behandelt werden, weil 
die Hurrakanalfreunde die Agitation für ihr Projekt mit Voll 
dampf betreiben wollen; dort scheint man von einer gründlichen 
Prüfung nichts wissen zu wollen, da die Resultate einer solchen 
wohl gefürchtet werden. Wir werden deshalb den Hauptwert 
auf eine solche Prüfung legen, und zwar im Interesselos, ganzen 
Landes, unbekümmert um die unbegründeten Verwürfe, die gTK en 
uns erhoben werden. Der „Schwarzw. Bote“ hat uns auch ein 
seitige Kreispolitik vorgeworfen, doch schreibt er schon in seiner
        

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