Full text: Monatsschrift des Württembg. Vereins für Baukunde in Stuttgart (1898-1904)

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Jahrgang 1904, 
Protokolle, Berichte etc. 
Protokoll der dritten ordentlichen Versammlung am 23. Januar 1904. 
Vorsitzender: Zügel. 
Schriftführer: N e u f f e r. 
Anwesend: 33 Mitglieder und zwei Gäste. 
Der Vorsitzende eröffnet die Versammlung und begrüsst 
als Gäste Herrn Architekt G1 o c k e r und Gasdirektor Lendner; 
sodann gedenkt er des Ablebens des Kaiser!, geheimen Regierungs 
rats von Schübler, der dem Vereine seit 1859 als Mitglied 
angehört hat und am 14. Januar d. Js. im Alter von 74 1 / 2 Jahren 
verschieden ist. Namens des Vereins hat der Vorsitzende einen 
Kranz am Grab niedergelegt und der Familie das Beileid des 
Vereins noch schriftlich ausgesprochen. Zum ehrenden Andenken 
des Verstorbenen erhebt sich die Versammlung von den Sitzen. 
Hierauf wird das Protokoll der zweiten ordentlichen Versammlung 
verlesen und genehmigt. 
Den Austritt aus dem Verein haben angemeldet: Professor a. D. 
Rauscher in Ludwigsburg und Oberbaurat Ernst, Professor 
an der technischen Hochschule, Stuttgart. 
Der Vorsitzende teilt mit, dass wegen des Fortbezugs der 
Süddeutschen Bauzeitung im Jahre 1904 mit der Süddeutschen 
Verlagsanstalt in München im Sinne des letzten Versammlungs 
beschlusses weiterverhandelt und eine neue Vereinbarung als 
Nachtrag abgeschlossen worden sei. Die Ziffer 2 des bisherigen 
Vertrags erhielt folgenden Zusatz: „Der Aufwand an Illustrationen, 
„Photographien usw. darf jedoch die Süddeutsche Verlags- 
Anstalt, G. m. b. H., nur bis zum Höchstbetrag von 100 M. 
„verpflichten.“ 
Gegen diese Abmachung wird seitens der Versammlung 
nichts erinnert. 
Hierauf bringt der Vorsitzende verschiedene Zuschriften des 
Verbandsvorstands betreffend die Mitgliederbeiträge für das 
Jahr 1904 (273X1,50 M. 409,50 M.) und den Arbeitsplan 
für 1903/1904 zur Kenntnis. 
Vom Geschäftsführer des Verbands ist eine Mitteilung ein 
gekommen, wonach der VI. internationale Architektenkongress 
am 6. bis 13. April 190+ in Madrid stattfindet. Meldungen 
sind bei der Geschäftsstelle des Verbands in Berlin einzureichen. 
Der Architekten-Verein zu Berlin gibt durch Rundschreiben 
kund, dass der Preis für das Werk „Berlin und seine 
Bauten“ auf 20 Mark herabgesetzt worden sei. Derselbe 
übersendet weiter sein Mitgliederverzeichnis vom Oktober 1903, 
sowie die Aufgaben für den Schinkelpreis für 1905. 
Der Vorsitzende bringt sodann eine Zuschrift des Dr. juris 
Bürrer zur Verlesung, wonach sich dieser wiederholt anbietet, 
im Verein Vorträge „über Rechte und Pflichten der technischen 
Angestellten gegenüber ihren Arbeitgebern, über Kartelle und 
Truste“ zu einem gegen früher ermässigten Preise zu halten. 
Die Versammlung beschlosst das Anerbieten abzulehnen. 
Ueber die Wahl des Orts für die Abgeordneten 
versammlung des Verbands will der Vorsitzende in der 
nächsten ordentlichen Versammlung weitere Mitteilungen machen. 
Vorläufig bringt er zur Kenntnis des Vereins, dass Einladungen 
von Heilbronn, Ulm und Reutlingen vorliegen. 
Nach Erledigung des geschäftlichen Teils hält Architekt 
Glocker den angekündigten Vortrag über „Transportable 
Bauten und deren Verwendung im Krieg und 
Frieden.“ 
Der Vortrag wurde durch einen historischen Rückblick 
auf die Entwicklung dieser besonderen Art von Bauten ein 
geleitet. Schon in früheren Kriegen, namentlich im deutsch 
französischen Kriege 1870/71 sei die Erfahrung gemacht 
worden, dass die Genesung Kranker und Verwundeter • in 
offenen Bauten infolge des grossen Luftwechsels erheblich 
raschere Fortschritte mache als in geschlossenen Bauten. Hievon 
ausgehend habe vor etwa 25 Jahren Rittmeister von Docker 
transportable Gebäude in Barackenform für Kriegszwecke kon 
struiert und diese in Gemeinschaft mit der Firma Christoph und 
Unmak derart vervollkommnet, dass sie bald in grosser Zahl 
Von Militär-, Krankenhaus- und sonstigen Verwaltungen beschafft 
und in Bereitschaft gestellt wurden. Um die Nutzbarmachung 
für die Krankenpflege haben sich namentlich auch die Vereine 
vom roten Kreuz verdient gemacht. Während ursprünglich die 
Beweglichkeit und Leichtigkeit der Bauten Haupterfordernis 
gewesen sei, habe man später auch kräftigere Konstruktionen 
hergestellt, die zu den verschiedenartigsten Zwecken, zu Arbeiter-, 
Schlaf- und Wohnräumen, zu Tropenwohnungen und in neuerer 
Zeit auch zur Unterbringung von Schulklassen Verwendung 
fanden. 
Die meisten Städte, die mit ihren Schulhausneubauten 
den sich rasch steigernden Anforderungen nicht nachkommen 
konnten, seien im Besitz solcher Schulpavillons. Die Stadt 
Stuttgart habe einen solchen inGaisburg in Verwendung 
und werde sich voraussichtlich im Laufe dieses Jahres zu 
weiteren Anschaffungen veranlasst sehen. Die Wände der 
Inhalt: Protokoll der dritten ordentlichen Versammlung am 23. Januar 1904 und der vierten ordentlichen Versammlung am 
27. Februar 1901. — Vas ist besser, erdfeucht, plastisch oder nass zubereiteter Betons — Betonprobebogen der Stuttgarter 
Cementfabrik Blaubeuren in Ehingen a. 1). — Personalnachrichten. — Kundmachungen. 
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