Nr. 3 
Monatsschrift des Württembg. Vereins für Badkünde in Stdttgart. 
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stellte, sie werde ihnen stets die kulanteste Bedienung, 
besonders bei der Abwicklung von Schadenfällen, angedeihen 
lassen, sei hier der Vollständigkeit halber beigefügt. 
ZurErläuterung der Vertragsparagraph en mögen 
noch folgende Zeilen dienen: 
Zu § 1: Die kostenfreie Ausfertigung der Policen wurde 
von sämtlichen Gesellschaften zugestanden. 
Zu § 2: Die Vergütung an die Vereinskasse wird jeweilig 
im ersten Vierteljahr des laufenden Jahres durch die Stuttgarter 
Subdirektion für sämtliche gezahlte Prämien in einer Summe 
erfolgen. Durch die Veröffentlichung der betreffenden Liste in 
der „Monatsschrift des Vereins“ ist jedes versicherte Mitglied in 
den Stand gesetzt, einen Einblick in die Verrechnung zu bekommen. 
Zu § 5: Auf den Umstand, dass der Vereinsvorstand, bezvv. 
ein Stellvertreter desselben, einen Sitz im Schiedsgericht hat, 
darf wohl besonders hingewiesen werden. 
(Diese Bestimmung findet sich auch in den Verträgen, welche 
„Magdeburg“ u. a. mit dem Verein der Geometer Württembergs, dem 
Verein der württembergischen Körperschaftsbeamten, dem württem- 
bergischen Notariatsverein, dem württembergischen evangelischen 
Schullehrerunterstützungsverein und dem württembergischen katho 
lischen Lehrerverein, ferner „Köln“ mit der Stuttgarter „Bauhütte“ 
abgeschlossen hat.) 
Zu § 6: Die Fassung dieses Paragraphen entspricht einem 
durch eine Reihe von Mitgliedern geäusserten Wunsch. Nicht wenige 
Mitglieder nämlich, welche die in den Bedingungen festgesetzte 
(6 Wochen, 3 Monate, J Jahr etc. betragende) Kündigungsfrist über 
sahen, wurden gezwungen, wieder auf denselben Zeitraum wie 
vorher zu versichern ; da dies auch bei Versicherungen von fünfjäh 
riger und längerer Dauer vorkam, so war dies für manchen, der 
nicht mehr versichern wollte, eine schmerzliche Ueberraschung. 
In unserem Falle nun hat es das Mitglied vollständig in der Hand, 
die Fortdauer seiner Versicherung jederzeit anmelden zu können. 
Zu § 7 : Die nicht in Württemberg wohnenden Mitglieder 
werden, um sich die Vorteile des § 2 zu sichern, gut tun, sich 
wegen der Prämienzahlungen ebenfalls mit der Stuttgarter Sub 
direktion in Beziehung zu setzen. 
Zu § 8: In Anbetracht der Bestürzung, welche in einer 
Familie eintritt, wenn ein Unfall mit tödlichem Ausgang vor 
kommt, ist die Bestimmung in § 9 der „Allgemeinen Versiche 
rungsbedingungen“, welche sofortige telegraphische, längstens 
aber innerhalb 24 Stunden erfolgende Benachrichtigung 
der Gesellschaft verlangt, eine etwas harte; die Magdeburger 
Lebensversicherungsgesellschaft hat sich infolge der im April 
d. Js. geführten Verhandlungen bereit erklärt, diese Frist auf 
36 Stunden zu verlängern. Es wird in dieser Beziehung auf die im 
„Anhang“ abgedruckten Schreiben von „Magdeburg“ verwiesen. 
Zu § 9 : Die Versicherung o h n e Prämienrückgewähr scheint 
zahlreichen Aeusserungen nach mit Recht die beliebteste zu sein; 
es sind deshalb am Schluss dieser Ausführungen (s. unten) 
zwei Beispiele gegeben, welche bei fünfjähriger Versicherungs 
dauer unter der Voraussetzung jährlicher Prämienzahlung in 
leichtverständlicher Form bei den beiden Gefahrenklassen alles 
Wissenswerte enthalten für den Fall, dass der Bezug der täg 
lichen Entschädigung bei vorübergehender Erwerbsunfähigkeit 
gewünscht wird I. vom 1. Tag an, II. vom 15. Tag an. 
Zu §11: Zum Teil aus denselben Gründen, welche bei 
§ 6 die Festsetzung einer auf Wochen oder Monate berechneten 
Kündigungsfrist nicht rät!ich erscheinen liessen, wurde auch 
hier eine bestimmte Kündigungsfrist vermieden. 
Zu § 12: Diese Bestimmungen erleichtern es dem Aus 
schuss in wünschenswerter Weise, die Vorteile der Mitglieder 
und des Vereins wahrzunehmen. — 
Es empfiehlt sich, in die auszustellenden Policen nach 
stehende besondere Bedingung aufnehmen zu lassen: „Diese 
Versicherung ist auf Grund des Vertrags mit dem 
Württ. Verein für B aukunde vom 30. A pril 1898 ab- . 
geschlossen.“ 
Endlich sei noch aui folgendes hingewiesen: einesteils die 
Tatsache, dass so manche Mitglieder, trotzdem sie schon seit 
Jahren mit Bauwesen aller Art mehr oder weniger zu tun haben, 
noch nicht versichert sind (vermutlich also auch seither nicht 
oder jedenfalls nur in geringem Masse verunglückten), andern- 
teils der Umstand, dass auch die versicherten Mitglieder zum 
grossen Teil noch keine Entschädigungen bezogen haben, liessen 
den Gedanken an prozentuale Vergünstigungen durchaus be 
rechtigt erscheinen. Die für weitaus die meisten Mitglieder in 
Betracht kommenden Gefahren- bezw. Tarifklassen verschaffen 
namentlich beim Vergleich mit anderen Gesellschaften und ihren 
Tarifen die Ueberzeugung, dass die Berufe unserer Mitglieder 
nicht als besonders gefährlich angesehen werden können; der 
Gedanke an Erleichterungen beim Abschluss einer Unfallver 
sicherung drängt sich somit von selbst auf. G. B. 
Bezugnehmend auf obige Ausführungen laden wir unsere 
Mitglieder in ihrem eigensten Interesse ein, beim Abschluss 
von Unfallversicherungen gefl. auf das Vertragsverhältnis 
mit der alten Magdeburger Lebensvcrsicherungsgesellschaft 
Rücksicht zu nehmen. Sind schon die dem einzelnen Mit 
glied gewährten und in § 2 des Vertrags genannten Vergün 
stigungen recht beachtenswert, so sei auch hier noch ganz 
besonders auf den § S des Vertrags hingewiesen, der für den 
Verein eine Vertretung im Schiedsgericht feststellt. 
Ausserdem möge nicht übersehen werden, dass bezüg 
lich der „Kulanz“ bei Feststellung von Entschädigungen dem 
einzelnen Mitglied durch den Rückhalt am Verein eine bessere 
Gewähr geboten ist, als dies ohne diesen Rückhalt den ver 
schiedenen Versicherungsgesellschaften gegenüber bisher der 
Fall war. Der Ausschuss. 
Zum Schlüsse mögen zu weiterer Erläuterung des Vertrages, 
unter Hinweis auf das oben bei § 9 näher Ausgeführte, die 
Rechnungsergebnisse aus zwei Beispielen in Tabellenform darge 
legt werden, bei welchen Versicherungen ohne Prämienrück 
gewähr mit mittleren Beträgen, eine Versicherungsdauer von 
fünf Jahren und jährliche Prämienzahlungen (also nicht Voraus 
zahlungen auf fünf Jahre) angenommen sind; die mit A bezeich 
neten Sätze betreffen die Tarife für die ausschliesslich mit 
Bureauarbeiten Beschäftigten, die mit B bezeichneten gelten für 
die Oberaufsicht bei Bauten — bei I erfolgt der Bezug der 
täglichen Entschädigung vom ersten Tage, bei II vom 15. Tag an. 
Prämien- 
Be- 
Betrag der prozentualen Ver- 
Die Prämie ermässigt 
In 5 Jahren 
DasMit- 
Der 
Verein 
Versicherte Summen 
1000^ bezvv. 
günstigungen aus den Prämien- 
sich somit im 1. 
Jahr 
ermässigen sich 
die 
Ci Ä jj cl I t 
bezieht 
I M per Tag 
zahlungei 
im 1. Jahr 
auf 
Prämienzahlunge 
n auf 
nach in 
5 Jahren 
5Jahren 
JL 
JL 
°/o 
JL 
JL 
JL 
JL 
■A 
10 000 JL für Todesfall 
0,45 
4,50 
für das Mitglied 
15 von 21,50 
3,22 
für das Mitglied 
18,28 
für das Mitglied 
91,40 
16,10 
2,25 
IA 
15 000 „ „ Invalidität 
0,75 
11,25 
für den Verein 
2i/ 2 v. 18,28 
0,45 
für die Gesellschaft 
17,83 
für die Gesellschaft 
89,15 
5 JL tägliche Entschädi- 
1,15 
5,75 
17'/i°/o 
3,67 
statt 
21,50 
statt 
107,50 
gung vom 1. Tag an 
zusammen 
21,50 
10 000 JL für Todesfall 
0,65 
6,50 
für das Mitglied 
15 von 29,50 
4,42 
für das Mitglied 
25,08 
für das Mitglied 
125,40 
22,10 
3,10 
IB 
15 000 „ „ Invalidität 
0,95 
14,25 
für den Verein 
2i/„ v. 25,08 
0,62 
für die Gesellschaft 
24,46 
für die Gesellschaft 
122,30 
5 JL tägliche Entschädi- 
1,75 
8,75 
HV7 o 
5,04 
statt 
29,50 
statt 
147,50 
gung vom 1. Tag an 
zusammen 
29,50 
SO 000 JL für Todesfall 
0,45 
9,00 
für das Mitglied 
15 von 31,00 
4,65 
für das Mitglied 
26,35 
für das Mitglied 
131,75 
23,25 
3,25 
IIA 
20 000 „ „ Invalidität 
0,75 
15,00 
für den Verein 
2 i / 3 v. 26,35 
0,65 
für die Gesellschaft 
25,70 
für die Gesellschaft 
128,50 
10 JL tägliche Entschädi- 
0,70 
7,00 
17*/a °/o 
5,30 
statt 
31,00 
statt 
155,00 
gung vom 15. Tag an 
zusammen 
31,00 
20 000 JL für Todesfall 
0,65 
13,00 
für das Mitglied 
15 von 42,50 
6,37 
für das Mitglied 
36,13 
für das Mitglied 
180,65 
31,85 
4,50 
OB 
20 000 ,, „ Invalidität 
0,95 
19,00 
für den Verein 
2i/., v. 36,13 
0,90 
für die Gesellschaft 
35,23 
für die Gesellschaft 
176,15 
10 JL tägliche Entschädi- 
1,05 
10,50 
U'/V’/o 
7,27 
statt 
42,50 
statt 
212,50 
gung vom 15. Tag an 
zusammen 
42,50
        

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