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einen ausführlichen Vortrag über die Geschichte der neueren 
Architektur. 
Diese kurze Schilderung mag auch denen, die nicht mehr das 
Glück hatten, den großen Baumeister persönlich kennen zu lernen, 
ein Bild von seiner unermüdlichen Thätigkeit und Vielseitigkeit 
geben.*) Der Name Egle ist unzertrennbar mit dem Verein ver 
bunden, er wird auch fortan mit Hochachtung und Verehrung genannt 
werden. Noch über das Grab hinaus folgt dem dahingeschiedenen 
Ehrenmitglied der heiße Dank des Vereins für sein verdienstvolles 
Wirken. Ehre seinem Andenken! 
Bei der Beisetzung der sterblichen Ueberreste des Verblichenen 
am 7. März d. I. hatten sich die Mitglieder des Vereins eingefunden, 
um dem Dahingeschiedenen die letzte Ehre zu erweisen. Baudirektor 
*) Wir verdanken die vorstehenden Notizen dem Herrn Präsidenten 
von Schlierholz. 
von Euting widmete ihm in Vertretung des erkrankten Vereins 
vorstandes folgenden Nachruf: 
„Im Namen des Württb. Vereins für Baukunde lege ich diesen 
Kranz am Grabe des Mannes nieder, der uns durch seinen Geist, 
seine ausgezeichneten Kenntnisse und seinen unermüdlichen Fleiß als 
leuchtendes Vorbild gegolten hat. 
Der Verein ist ihm besondere Ehrung schuldig. Gehörte er ja 
noch zu denen, die im Jahr 1842 bei seiner Gründung mitgewirkt 
haben. Er war ein treues Mitglied; 9 Jahre lang ununterbrochen 
war er Vorstand und schon vor mehr als einem Jahrzehnt ward er 
wegen seiner hervorragenden Verdienste um den Verein zum Ehren 
mitglied ernannt. Auch als ihn zunehmendes Alter und Gebrechen 
verhinderten den Sitzungen anzuwohnen, nahm er doch noch, wie uns 
bekannt ist, regen Anteil an den Angelegenheiten des Vereins. 
Er wird uns unvergessen bleiben." 
An die Vereinsmitglie-er! 
Der Berbandsvorstand hat auf Veranlassung des Ausschusses für die Herausgabe des Werks „Das Bauernhaus" mit Schreiben 
vom 25. Januar d. I. hieher mitgeteilt, daß aus einzelnen Teilen des Königreichs Württemberg noch keine Beiträge vorliegen und damit 
die Bitte verbunden, es möge auf die Förderung dieses für den Verband bedeutungsvollen Unternehmens hingewirkt und die Vereins 
mitglieder zu Aufnahmen durch Zeichnungen und Photographien angeregt werden, da es sehr zu beklagen wäre, wenn das Werk in Bezug 
auf die schwäbische, im Bauernhause ausgeprägte Volkskunst wesentliche Lücken zeigen würde. Eine reiche Ausbeute auf diesem Gebiete 
dürfte insbesondere das Allgäu, die Gegend von Leutkirch und Jsny, bieten. 
Unter Bezugnahme auf den Inhalt des Protokolls vom 14. Januar (s. u.) fordern wir nun unsere Mitglieder, insbesondere die 
Kollegen im Oberland dringend auf, die Mühe nicht zu scheuen, dem verdienstvollen Unternehmen die erbetene Unterstützung zu teil werden 
zu lassen und sich zu diesem Zweck mit der Kommission (Herrn Stadtbaurat Mayer) ins Benehmen zu setzen. 
Die Bauabteilung des Gemeinderats in Stuttgart hat in dankenswerter Weise an den Verein ein auf den neuesten Stand ergänztes 
Exemplar der Straßen Verzeichnisse unentgeltlich abgegeben, dessen fernere Ergänzung jeweils unentgeltlich das städtische Tiefbauamt 
vornehmen lasten wird. Wir machen unsere Mitglieder auf diese Zuwendung mit dem Anfügen aufmerksam, daß diese Verzeichnisse die 
für die einzelnen Straßen geltenden besonderen ortsbaustatutarischen Vorschriften enthalten. Eine Verantwortung für etwaige Fehler oder 
Irrtümer wird seitens der Stadtgemeinde Stuttgart nicht übernommen. 
UereiristtMigkeit. 
Am 14. Januar d. I.: Zweue ordentliche Versammlung. (Geschäftliches. Vortrag von Hilfslehrer Haller an der technischen 
Hochschule in Stuttgart über Photogrammetrie. Mitteilungen von Stadtbaurat Kölle über eine im Bau begriffene große Wasser- 
werksanlage bei Vizzola am Tessin.) 
Am 28. Januar: Gesellige Vereinigung im Vereinslokale. (Mitteilungen des Bauinspektors Reihling über verschiedene Aus- 
führungsanen beim Bau großer Brückengewölbe.) 
Am 11. Februar: Dritte ordentliche Versammlung. (Geschäftliches. Vortrag des Bauinspektors Heiß in Heilbronn über die 
neueste Entwicklung des städtischen Tiefbauwesens in Heilbronn. 
Arolokolk der zweiten ordentlichen Versammlung 
am 14. Januar 1899. 
Vorsitzender: Kölle. Schriftführer: Hofacker. 
Anwesend: 39 Mitglieder und 3 Gäste. 
Der Vorsitzende begrüßt die anwesenden Mitglieder und als 
Gäste die Herren Hilfslehrer Haller, Or. Gradmann und Reg.- 
Baumeister Schuri. Er teilt sodann mit, daß einem Beschluß des 
Ausschusses entsprechend aus Anlaß des 80. Geburtsfestes des Ehren 
mitgliedes von Egle eine Deputation, bestehend aus von Schlier 
holz, von Hänel und Kölle, sich zu dem Jubilar begeben hat, 
um ihm in Form einer Adresse die Glückwünsche und den Dank des 
Vereins zu überbringen. 
Baurat Banholzer-Biberach zeigt seinen Austritt aus dem 
Verein an. Regierungsbaumeister Schuri, vorgeschlagen von Kölle, 
meldet sich als neues Mitglied. 
Vom Verbandsvorsttzenden ist eine Zuschrift eingelaufen, nach 
welcher auf Grund des 8 6 der Satzungen der zu leistende Beitrag 
an den Verband auf den Kopf der Mitglieder der Einzelvereine auf 
1 Ji 50 festgesetzt wurde. Des weiteren ein Schreiben mit Anlagen, 
enthaltend „Grundsätze für das Verfahren bei Wettbewerben im Ge 
biete der Architektur und des Bauingenieurwesens". Zu dem Schreiben 
ist bemerkt, daß weitere Exemplare vom Verleger, Ernst Töche in 
Berlin, direkt bezogen werden können. Bei diesem Anlaß macht der 
Vorsitzende auf die Verbandszeitschrift aufmerksam und empfiehlt die 
selbe zu zahlreichem Bezug.
        

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