Volltext : Stuttgart seit fünf und zwanzig Jahren

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W  emi  wir  uns  eine  Vorstellung  davon  machen  wollen,  welches  bauliche  Bild
Stuttgart  vor  25  Jahren  geboten,  so  liegt  es  nahe,  für  diesen  Zweck  die  Umrisse
der  Stadt  aus  jener  Zeit  festzustellen.  Im  Norden  bildete  das  Friedrichsthor  mit
der  Knapp’schen  Villa  und  den  beiden,  jetzt  abgetragenen  Thorhäuschen  die  Grenzmarke. ­
  Die  Alleenstrasse  war  eröffnet,  aber  erst  mit  wenigen  Häusern  besetzt.  Vor
dem  Büchsenthore  lagen  vereinzelte  Weingärtnerhäusehen;  die  Ecke  der  Kasernenund
  Gartenstrasse  bildete  den  äussersten  westlichen  Punkt  des  Strassen-Netzes.  Südwestlich ­
  schlossen  die  Häuserreihen  vor  dem  Feuersee  ab.  Die  Verlängerung  der
Marienstrasse  über  die  kaum  angelegte  Pauliuenstrasse  hinaus  war  erst  in  Aussicht
genommen.  In  südlicher  Bichtung  schloss  die  Stadt  mit  dem  Tübinger-,  in  südöstlicher ­
  Richtung  mit  dem  Wilhelmsthor  ab.  Bis  zum  Esslingerthor  bildete  die  Katharinenstrasse ­
  die  Ortsgrenze  und  in  der  Neckarstrasse  standen  unterhalb  der  Münze
und  der  Kunstschule  nur  wenige  Wohnhäuser.
Den  baulichen  Charakter  erkennen  wir  aus  der  im  Jahre  1846  erschienenen ­
  Schrift:  „Stuttgart  und  seine  Umgebungen“.  In  der  Absicht,  ein  Bild  von  den
sehenswertliesten  Baulichkeiten  der  Hauptstadt  zu  entwerfen,  bietet  jene  Schrift  als
illustrirte  Beigabe  folgende  Ansichten:  Neben  dem  K.  Residenzschlosse  die  Geis-Eiche
und  den  ehemaligen  Turnplatz,  das  Silber’sche  Kaffehaus  (jetzt  kleiner  Bazar)  und  das
obere  Museum;  die  Schlosskirche  und  die  katholische  Kirche;  die  Stiftskirche  und
deren  Inneres;  das  Gymnasium  und  die  Realschule;  das  Münzgebäude  und  die  Kunstschule; ­
  die  (abgetragene)  Hauptwache.  Auf  einem  anderen  Blatte  finden  wir  neben
dem  alten  Schlosse  den  Bopserbrunnen  und  den  Schlossbrunnen;  das  Katharinenstift

*)  Zu  vergl.  hiezu  die  von  Herrn  Bohnert  gezeichnete  und  in  der  lithographischen  Anstalt  von  Herrn
Gatternicht  in  Farbendruck  ausgeführte  Karte.
            
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