Title:
Das K. Württembergische Landes-Gewerbemuseum in Stuttgart
Creator:
Württemberg. Landesgewerbeamt Gaupp, Robert Gärttner, Oskar von Dolmetsch, Heinrich Knoblauch, August Petzendorfer, Ludwig
Shelfmark:
1Aa 147
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1484296054802/106/
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Wandgemälde und der darunter befindlichen zweiarmigen Marmortreppe, 
welche frei in der Halle eingebaut die Verbindung zwischen Erdgeschoss 
und erstem Obergeschoss vermittelt. 
36 Marmorsäulen (Monolithe) und 6 Marmorpfeiler von Marmor (rouge 
griotte) aus Belgien mit Basen und Plinthen aus Nassauer (Schupbach) 
Marmor tragen die Gebälke der Säulenstellungen. Letztere sind in folgender 
Weise konstruiert. Auf den Säulen und Pfeilern liegen Quader aus bestem 
inländischem Keupersandstein, an besonders belasteten Stellen von Obern- 
kirchener Sandstein, welche unter sich und nach den Wandseiten zu durch 
Zugstangen und I-Träger gehörig verspannt sind. Die Gebälke der Säulen 
stellungen, wie die Unterzüge der Gänge sind sodann zwischen diesen Quadern 
als scheitrechte Bögen ausbetoniert worden. Die Unteransichten der Archi- 
trave wurden mit plastischen Fruchtkränzen verziert. Die Gesimse sind in 
gelblichem Ton gehalten, einzelne Glieder derselben vergoldet. Die Säulen- 
und Pfeilerkapitäle hier, in den ^Gängen, den anschliessenden zwei Sälen, 
wie in der Vorhalle sind von Galvanobronze über den Steinkern der Säulen 
gestülpt. 
Die Galeriebrüstung im ersten Stock ist aus Carraramarmor mit gal 
vanisch bronzierten Eisengussfüllungen, diejenige im -zweiten Obergeschoss 
zwischen den Pfeilern von Haute ville Marmor in Stuckmarmor hergestellt. 
Die vierte Wandung dieser Halle — die Bildwand hat eine imposante 
Ausgestaltung erfahren. Im unteren Teil derselben, einige Stufen erhöht, 
liegt eine Prachtthüre, umrahmt von einem in Marmor hergestellten Säulen 
portikus. Rechts und links davon führt die Freitreppe zur Galerie; die be 
gleitenden abgetreppten Wangen mit ornamentierten Friesen, den Voluten 
darüber, die Postamente wie die Stufen sind aus Carraramarmor (clair blanc) 
hergestellt, welcher sich prächtig abhebt von dem rötlichgelben Stuckmarmor 
belag der Treppenwandungen. Bronzekandelaber, modelliert von Bildhauer 
Schön in Frankfurt a. M., auf den zwei unteren Treppenpostamenten, 
Gruppen auf den mittleren und oberen Postamenten schmücken die 2,68 m 
breite Treppe, über welcher in der ganzen Wandbreite und bis zum Haupt 
gesims des ersten Obergeschosses reichend, das monumentale Wandgemälde 
sich erstreckt. Die zwei Gruppen auf dem mittleren Absatz, rechts »das in 
Frieden ruhende kraftvolle Land«, links »Reichtum und Fruchtbarkeit des 
Landes« darstellend, sind von Professor G. Eber lein in Berlin, die oberen 
Gruppen, Gewerbe und Handel vorstellend, sind von Professor E. Hund 
ries er in Berlin erfunden und modelliert nach ihren seinerzeit preis 
gekrönten Wettbewerbungsarbeiten. Der Bronzeguss der Eberlein’schen 
Gruppen ist in der Erzgiesserei von Paul Stotz und derjenige der Hund- 
rieser’schen Gruppen in der Erzgiesserei von Hugo Pelargus hier ausgeführt 
worden. Die Bildwand ist durch Stuckmarmorpilaster gegen die Gangwand 
abgegrenzt, durch einen von Marmorsäulen (rouge griotte) getragenen 
Portikus mit Giebelaufsatz gegliedert.
        

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