Title:
Das K. Württembergische Landes-Gewerbemuseum in Stuttgart
Creator:
Württemberg. Landesgewerbeamt Gaupp, Robert Gärttner, Oskar von Dolmetsch, Heinrich Knoblauch, August Petzendorfer, Ludwig
Shelfmark:
1Aa 147
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1484296054802/14/
2 
Erzeugnisse: Baumwollgewebe von G. & F. Meebold in Heidenheim, Zeug 
muster von Backnang und Buchau, Türkischrot-Garn von Otto in Nürtingen, 
Messer von J. Ammer und J. W. Rupp in Reutlingen, Zinnwaren von F. A. 
Wolff in Heilbronn, Spindeln von A. Nägele in Murrhardt, Beinwaren von 
J. F. Knoll & Cie. in Geislingen, Papier von G. C. Braun in Reutlingen, 
Leim von Tuttlingen, Schura, Murrhardt und Dornstetten u. a. 
Neben dieser Mustersammlung wurde weiter noch die Gründung einer 
besondern »Landes-Industrie-Handlung« vorgesehen, »um für die vielen 
kleinen Gewerbsleute, die nicht wie die grossem merkantilisch betriebenen 
Manufakturen selbst Absatzwege aufzufinden und Verbindungen mit dem 
Auslande anzuknüpfen und zu unterhalten im stände sind, zur Förderung 
ihres Absatzes solche Einleitungen zu treffen, durch welche auch ihnen der 
Vorteil zugewendet würde, den grössere Manufakturisten durch ihren merkan- 
tilischen Betrieb gemessen«. Dabei war aber die Gesellschaft für Beförderung 
der Gewerbe weit entfernt, diese Handlung auf ihre Rechnung zu gründen; 
sie wollte nur fördernd dazu mitwirken, dass dieselbe von einem Privaten 
unternommen werde. Als das zunächst Notwendige erschien die genaueste 
Erhebung aller der Verhältnisse, von deren Erkenntnis die Beantwortung so 
vieler hier eintretender Fragen abhänge; einen besonderen Wert legte die 
Gesellschaft darauf, dass diese Erhebung durch einen Mann persönlich ge 
schehe, welcher Neigung habe, das Geschäft s. Zt. für seine Rechnung zu 
gründen. Kaufmann Karl Schnell, welcher schon ein Handelsgeschäft mit 
Schwarzwälder Uhren begründet hatte, wurde hiezu ausersehen. Derselbe 
unternahm auf Kosten der Gesellschaftskasse eine Reise durch das Land, 
um die persönliche Bekanntschaft der inländischen Fabrikanten und Ge 
schäftsleute zu machen, ihre Fabrikation kennen zu lernen, sowie Muster, 
Preislisten und alle nötigen Notizen zu sammeln. Das Ergebnis der Reise 
war aber ein ganz unbefriedigendes; nach Schnells Ermittlungen Hessen 
ausser denjenigen Industrieerzeugnissen, für welche die Fabrikanten selbst 
schon Absatzwege ins Ausland gefunden hatten, nur wenige (»Messerschmied 
waren, Arbeiten von Leinwand als: Hemden und Beinkleider, gestrickte 
Waren, Schuhwaren, Kirschengeist, eingemachtes und gedörrtes Obst«) einen 
nachhaltigen Absatz ins Ausland hoffen. Der Genannte nahm deshalb seine 
vorläufig gegebene Zusage, eine solche Handlung zu gründen, wieder zurück 
und eine projektierte Reise ins Ausland musste unterbleiben. Auch über 
die weitere Verfolgung des ganzen Planes durch eine andere Vermittlung, 
welche sich der Gesellschafts-Ausschuss Vorbehalten hatte, verlautete nichts 
mehr. — 
Sechs Jahre später begegnen wir dem ersten Schritt zur Anlegung einer 
Sammlung ausländischer Industrie-Erzeugnisse, als mit höchster Ge 
nehmigung Sr. König 1. Majestät vom 19. Mai 1838 der schon genannte 
nunmehrige Obersteuerrat Mohl ermächtigt wurde, in Frankreich, wo er 
sich auf einer längeren wissenschaftlichen Reise aufhielt, »Muster von Er 
zeugnissen der französischen Gewerbsindustrie, welche württembergischen
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.