Title:
Das K. Württembergische Landes-Gewerbemuseum in Stuttgart
Creator:
Württemberg. Landesgewerbeamt Gaupp, Robert Gärttner, Oskar von Dolmetsch, Heinrich Knoblauch, August Petzendorfer, Ludwig
Shelfmark:
1Aa 147
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1484296054802/15/
3 
Gewerbsleuten, besonders solchen von kleinerem Betrieb, als Vorbilder dienen 
könnten, für Rechnung der Staatskasse aufzukaufen unter der Voraussetzung, 
dass er bei seinen Aufkäufen auf solche in Württemberg einheimische und 
dessen Verhältnissen entsprechende Fabrikationszweige sein Augenmerk 
richten werde, die in ihrer Ausbildung überhaupt noch zurückstehen oder 
wenigsteris zur Entwicklung nach einer neuen Seite hin sich eignen und 
welchen nicht bereits durch grösseren kaufmännischen Handel die besseren 
Muster aus dem Ausland herbeigeschafft werden«. 
Dieser Ermächtigung gemäss kaufte Mohl 918 Muster »im Fache des 
feineren kurzen Waren-Handels oder der sog. Tabletterie und einige Teppich-, 
Geflechtwaren- und lackierte Holzwaren-Muster« mit einem Aufwand von 
zusammen 3333 Frcs. 82 Cts. ein und sandte dieselben im Januar 1840 an das 
K. Finanzministerium, bat aber zugleich, nicht früher darüber weiter zu ver 
fügen, als bis er seinen Reisebericht dazu geliefert haben werde. Aus diesem 
Grunde und da auch eine Kommission von kaufmännischen Sachverständigen 
die Waren »zwar als sehr schön, zum Teil wirklich kunstvoll, vieles davon 
jedoch insofern weniger zu Mustern für vaterländische Gewerbetreibende 
geeignet erklärte, als dasselbe mehr zu Mode- und Luxusartikeln gehöre, 
welche für unsere Verhältnisse weniger passen,« blieb eine weitere Verfügung 
über die Muster mehrere Jahre lang im Anstand, bis der dazu gehörige 
Reisebericht*) einlief, was erst im Juli 1844 der Fall war. 
Nun wurde der Ausschuss der Gesellschaft für Beförderung der Ge 
werbe mit der Begutachtung der in diesem Berichte gemachten Vorschläge 
(welche u. a. noch auf die Errichtung von Gewerbeschulen auch in kleineren 
mit Industrie begabten Landstädten und auf Einführung des Zeichenunter 
richts nach der Dupuis’schen Methode gerichtet waren) beauftragt. Er 
äusserte sich u. a. dahin, dass die Mustersammlung durch die in dem Reise 
bericht enthaltene eingehende Beschreibung: eine <janz andere Bedeutung: 
und Beleuchtung, als sie an und für sich gehabt, erhalte, weil sie Denjenigen, 
welche die Muster zur Einsicht bekommen, Aufschluss gebe, wie sie jene 
Waren zur Verbesserung ihres Gewerbebetriebs benützen können. Was 
insbesondere die Tabletteriewaren betraf, so sollten dieselben nach Molds 
Vorschlag »dem Stadtrat in Geislingen zur Aufbewahrung und öffentlichen 
Benützung übergeben werden«. Diesen Vorschlag befürwortete der Aus 
schuss, bemerkte aber dazu, dass es nicht ausgeschlossen sein werde, dass 
einzelne Stücke auch Gewerbsleuten an andern Orten durch Vermittlung der 
Ortsobrigkeiten zur Nachbildung und Zeichenschulen anderer Orte zum Nach 
zeichnen übergeben werden. Die Teppichmuster mögen in der Sammlung 
der Polytechnischen Schule in Stuttgart ihre Stelle finden; jedoch möchte 
den inländischen Teppichfabrikanten nicht nur die Einsicht davon gestattet, 
*) Der Bericht ist auch im Druck erschienen mit dem Xitel; »Aus den gewerbswissenschaft- 
iichen Ergebnissen einer Reise in Frankreich. Von Obersteuerrat M. Mohl. Stuttgart und Tübingen. 
J. G. Cotta’scher Verlag. 1845.«
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.