Full text: Das K. Württembergische Landes-Gewerbemuseum in Stuttgart

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hiezu besonders geeignet der Saal im Erdgeschoss links vom Eingang erklärt, 
weil dieser sich leicht durch eine Treppe mit dem im obern Stock befind 
lichen Bureau unmittelbar verbinden Hesse. Dabei wurde betont, dass für 
die Aufstellung der Gegenstände von schwerem Gewicht, wie Maschinen u. dgl., 
ein Aufstellungsraum zu ebener Erde absolut geboten sei, zumal wenn 
solche Gegenstände ausgeliehen werden sollen, also eine häufige Trans 
lokation nötig werde. Ein von der K. Zentralstelle deshalb an die K. Ober 
finanzkammer gestelltes Gesuch wurde abermals abschlägig beschieden, da 
in neuerer Zeit der Mangel an solchen Gelassen für dringendere Staatszwecke 
sehr fühlbar geworden sei. 
Inzwischen bereitete sich eine Aenderung mit derjenigen Abteilung des 
Musterlagers vor, welche dem Ganzen eigentlich den Namen gegeben hat — wir 
meinen die auf die Förderung des Absatzes inländischer Gewerbserzeug- 
nisse gerichtete permanente Ausstellung württembergischer Fabrikate. — 
Dieselbe war zu einer ziemlich stattlichen Sammlung von Musterkollektionen 
und Musterkarten der Gewerbetreibenden des Landes herangewachsen. Ein 
im Gewerbeblatt 1853, Nr. 13—14 veröffentlichtes Verzeichnis derselben führt 
zusammen 202 Firmen mit 3265 Nummern auf. Abgesehen von den Schwierig 
keiten, welche der Mangel an grösseren Räumlich eiten machte, hatte sich 
bald auch herausgestellt, dass eine solche Anstalt, um wirklich praktisch 
nützlich zu werden, zugleich eine Verkaufsvermittlungsanstalt sein müsse, 
wozu eine Staatsbehörde sich nicht hergeben und auch nicht in Anspruch 
genommen werden könne, und da inzwischen — 1854 — ein allgemeines 
württembergisches Exporthaus auf dem Wege der Aktienbeteiligung und mit 
Staatsunterßtützung ins Leben trat, so fiel diesem die Aufgabe spezieller 
Bemühungen um auswärtigen Absatz für inländische Gewerbserzeugnisse zu. 
So kam es, dass das von der »ausländischen Musterabteilung« getrennt ge 
haltene »württembergische Musterlager« an diese Exportgesellschaft, die 
»Württembergische Handelsgesellschaft« überwiesen wurde. Um aber nichts 
destoweniger auch künftig besonders ausgezeichneten oder bemerkenswerten 
Industrieerzeugnissen aus dem Lande Gelegenheit zur Schaustellung zu geben, 
blieb die Bestimmung aufrecht erhalten, dass inmitten der ausländischen 
Musterabteilung, soweit darum nachg.esucht und ein öffentliches Interesse 
dafür nachgewiesen werde, vorübergehend auch einheimische Erzeugnisse 
der genannten Art zur Ausstellung gelangen sollen. Diese Bestimmung ist 
namentlich auch in der Bekanntmachung der K. Zentralstelle für Gewerbe 
und Handel vom 17. November 1860 (Gewerbebl. 1860, S. 425) wiederholt 
und im neuesten Statut des Landesgewerbemuseums vom 31. Dezember 1886, 
§ 4, Abs. 6 und 7, zum präzisen Ausdruck gebracht worden. 
Die folgenden Jahre 1853 — 55 brachten wieder mancherlei neue Er 
werbungen von den Ausstellungen in New York 1853, München 1854 und 
Paris 1855. Wir führen beispielsweise an: eine instruktive Veranschaulichung 
der englischen Asphaltpflasterung, hohle Backsteine von der »Gesellschaft 
zur Verbesserung der Wohnungen der arbeitenden Klassen in London«,
	        

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