Full text: Das K. Württembergische Landes-Gewerbemuseum in Stuttgart

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deutschen, englischen und französischen — Zeitungen veröffentlicht. Der 
Erfolg war in den ersten Jahren ein erfreulicher, zu weiteren Hoffnungen 
berechtigender. Nach wenigen Jahren aber —- nach dem im Jahre 1867 
erfolgten Ableben des Vorstandes des Nürnberger Gewerbemuseums (Dr. 
Beeg), welchem bald — im Jahr 1870 — auch Geheimerat Dietz in Karlsruhe 
im Tode nachfolgte — Hess der Verkehr zwischen den Verbandsmitgliedern 
nach und kam bald ganz zum Stillstand. Auch der im Jahr 1872 erfolgte 
Beitritt zu der Uebereinkunft seitens der gewerblichen Muster- und Modell 
sammlung in Bern brachte kein neues Leben in den Verband. 
1864—1866. Von Erwerbungen sind zu nennen: drei amerikanische 
Holzbearbeitungsmaschinen von Rodgers & Co. in Newhaven, nämlich eine 
Hobel- und Kehlmaschine, eine Zapfenschneidmaschine mit Gehrung und 
eine Stemmmaschine, welche bei ihrer Zweckmässigkeit, Einfachheit und 
Billigkeit sich in vielen Holzbearbeitungs-Werkstätten Eingang verschafft 
haben; ferner die Vervollständigung der Thonwarensammlung durch farbige 
Phantasiegegenstände von Barbizet, den liegenden Hirsch und Löwen aus 
gebranntem Thon von Gebr. Gossin, Porzellanwaren von Briauchon in Paris, 
französische Eisen- und Zinkgusswaren, gusseiserner Kleiderständer von 
Crichley & Co. in Birmingham, englische Schmiedarbeiten, feine Messer 
waren, englische Gasuhren, um die im Lande noch mangelnde Gasuhren 
fabrikation zu fördern, Darstellung der Fabrikation der englischen und 
amerikanischen Wagenräder in übersichtlicher Reihenfolge, Werkzeuge zum 
Bohren der Felgenlöcher und Anfräsen der Zapfen an die Speichen, fran 
zösische Holzgalanteriewaren von Boujou und Holzschnitzereien von Gerson & 
Weber, damals in Paris, Damenschmuck aus Bogoakholz von Dublin, ein 
reiches Sortiment französischer Federbesen, irische Lederschuhe mit kom 
binierten Leder- und Holzsohlen und Eiseneinfassung, in sämtlichen Einzel 
teilen veranschaulicht, eine Sammlung von 100 Rückseiten für Spielkarten 
in Gold- und Farbendruck, nach Zeichnungen von Owen Jones und Digby 
Wyatt, neue Werkzeuge für Holz- und Metallarbeiter, englische Wasch- und 
Auswindemaschinen. 
1867. In diesem Jahr wurde ein Katalog über die Sammlungen aus 
gegeben, zunächst Band I Musterlager von Industrieprodukten, Band II 
Kunstbibliothek, Band III Lehrmittel, sowie ein Katalog der wissenschaft 
lichen Bibliothek. Im April 1868 folgten die zwei noch fehlenden Hefte: 
IV Gipsmodelle und V Zeichenvorlagen. Der sehr eingehende, nahezu 
12000 Nummern umfassende Katalog über die Industrieprodukte bildet zu 
gleich einen sehr instruktiven- Führer durch die Sammlung. Bei den wich 
tigsten Produktionszweigen geben leichtfassliche technologische Aufsätze, 
welche der Aufzählung der Gegenstände vorangestellt sind, die Aufklärung 
für den Laien und auch bei einzelnen besonders interessanten Gegenständen 
ist das Charakteristische ihrer Erzeugung hervorgehoben, so dass der Katalog 
zugleich ein populäres Handbuch der Technologie vertreten kann. Eine 
zweite Auflage erschien am 1. Januar 1873, abschliessend mit den An-
	        

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