Title:
Das K. Württembergische Landes-Gewerbemuseum in Stuttgart
Creator:
Württemberg. Landesgewerbeamt Gaupp, Robert Gärttner, Oskar von Dolmetsch, Heinrich Knoblauch, August Petzendorfer, Ludwig
Shelfmark:
1Aa 147
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1484296054802/61/
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des für die Schulen Anzuschaffenden zu erleichtern, so ist in neuerer Zeit 
die Ausbildung der Sammlung auch in Bezug auf Globen und Landkarten 
ins Auge gefasst worden, da deren Beschaffung in genügender Auswahl 
auf dem Wege des Buchhandels nur selten möglich ist. 
Dasselbe gilt in besonderem Grade von den Modellen für den Unter 
richt im Körper- und Fachzeichnen, während die Anschaffung von Schul 
utensilien eingestellt werden konnte, da die in dieser-Richtung sich geltend 
machende Konkurrenz die Fabrikanten zur allseitigen Bekanntmachung ihrer 
mehr oder weniger dem Veralten ausgesetzten Artikel zwingt und die jetzt 
existierenden vielen Lehrmittelhandlungen reiche Auswahl zu bieten vermögen. 
Der im Jahre 1872 erschienene Katalog der Lehrmittelsammlung führt 
die Sammlungsobjekte in der Reihenfolge der damaligen Standorte auf. 
Im Jahre 1882, nachdem der Bibliothekar Göriz in den Ruhestand ge 
treten und Inspektor Bär mit Tod abgegangen war, kamen wissenschaftliche, 
Kunst-Bibliothek und Lehrmittelsammlung unter eine gemeinschaftliche Ver 
waltung, welche dem als Bibliothekar und Leiter der Modellierwerkstätte, 
sowie der Sammlung der Gipsabgüsse angestellten Bauinspektor (jetzt Bau 
rat) Dolmetsch übertragen wurde. Diese Vereinigung der naturgemäss 
zusammengehörigen Abteilungen hatte sich schon länger als Bedürfnis 
•herausgestellt und bewährte sich denn auch in der Folge; waren doch mit 
der- Getrennthaltung gar manche Unbequemlichkeiten für das Publikum so 
wohl wie auch für die Beamten verknüpft, die nunmehr in Wegfall kamen. 
Lebhaften Anklang fand die im Jahre 1884 getroffene Einrichtung, dass 
die Gesamtbibliothek während des Winters an zwei Wochentagen abends 
von 8—10 Uhr geöffnet wurde, um ihre Benützung auch demjenigen Teil 
des Publikums zu ermöglichen, der über die Tagesstunden nicht frei ver 
fügen kann. 
Infolge Anwachsens der Frequenz der Bibliothek waren nachgerade die 
seither innegehabten Räume zu klein geworden, und da auch die Samm 
lungen des Landes-Gewerbemuseums immer mehr Platz beanspruchten, musste 
das Erdgeschoss geräumt werden und die Bibliothek kam in das erste Ober 
geschoss des Flügels in der Marienstrasse. 
Die vielen in der Kunstbibliothek angesammelten Einzelblätter mit Dar 
stellungen aller Art aus dem Gebiete der Kunst und des Kunstgewerbes 
wurden nun benützt zur Schaffung einer systematisch geordneten Vorbilder- 
sammlung, wozu das vorhandene Material allerdings nur die verhältnis 
mässig kleine Grundlage bildete. Zum Ausbau dieser Vorbildersammlung 
waren demnach bedeutende Erwerbungen zu machen, deren Kosten von dem 
Vorstande der K. Zentralstelle, welcher diesem neuen vom Publikum dankbar 
begrüssten Institut seine besondere Aufmerksamkeit glaubte zuwenden zu 
sollen, mittels ausserordentlicher Zuwendungen aus Erübrigungen im Gesamt 
etat der K. Zentralstelle bestritten wurden. Die Einteilung der Blätter nach 
den dargestellten Gegenständen, den Stilarten u. s. w., sowie die äussere An- 
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