Title:
Das K. Württembergische Landes-Gewerbemuseum in Stuttgart
Creator:
Württemberg. Landesgewerbeamt Gaupp, Robert Gärttner, Oskar von Dolmetsch, Heinrich Knoblauch, August Petzendorfer, Ludwig
Shelfmark:
1Aa 147
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1484296054802/87/
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dass solche Entwürfe, welche die auf 2235000 dl. festgesetzte Bausumme 
erheblich überschreiten, von der Beurteilung ausgeschlossen bleiben. Auf 
den festgesetzten Termin (15. Mai 1888) liefen 27 Konkurrenzarbeiten ein, 
wozu der in amtlichem Auftrag vom Regierungstechniker Oberbaurat Sauter 
gefertigte Plan noch hinzukam. 
Das Preisgericht, bestehend unter dem Vorsitz des Regierungsdirektors 
v. Gaupp aus den Herrn Oberbaurat v. Bok und Hofbaudirektor J. v. Egle 
in Stuttgart, Geheimer Regierungsrat Professor Ende in Berlin, Geheimer 
Hofrat Dr. v. Jobst, Oberbaurat Dr. v. Leins, Oberregierungsrat Schitten- 
helm in Stuttgart, Oberbaurat Freiherr v. Schmidt in Wien, Oberfinanzrat 
Dr. Schwarz in Stuttgart, nahm in viertägigen Beratungen eine eingehende 
Prüfung der eingekommenen Arbeiten vor. Ihr Ergebnis war, dass der 
erste Preis (7000 dt) den Architekten Hartei & Neckelmann in Leipzig, der 
zweite (4500 dl) den Architekten Schmid & Burkhardt in Stuttgart, der 
dritte (2500 dt) den Architekten Giese & Weidner in Dresden zufiel und 
dass die Entwürfe von Bauinspektor Dolmetsch und von den Architekten 
Eisenlohr & Weigle in Stuttgart, weil einzelne Programmpunkte in be 
sonders guten Lösungen zeigend, angekauft wurden. 
Da aber keiner der prämiierten Entwürfe unmittelbar zur Ausführung sich 
eignete, so wurde noch eine besondere Kommission, bestehend aus Regierungs 
direktor v. Gaupp als Vorsitzendem, Baudirektor v. Landauer, Baurat Berner, 
Oberregierungsrat Schittenhelm, Oberfinanzrat Dr. Schwarz, Oberbaurat 
Sauter und Baudirektor Dr. v. Ehmann zusammengesetzt, um die vorliegenden 
Pläne hinsichtlich ihrer Ausführbarkeit genau zu untersuchen und Antrag 
darüber zu stellen, welcher der vorliegenden Pläne den weiteren Verhand 
lungen zur Gewinnung eines definitiven Planes zu Grunde gelegt werden soll. 
Unter den prämiierten Entwürfen musste cjer erste, derjenige von Hartei & 
Neckelmann, auch in Absicht auf die Ausführbarkeit die Augen besonders 
auf sich ziehen. Das Preisgericht hatte diesem trotz einiger Mängel, welche 
sich beseitigen Hessen, und weil auch die Bausumme bis auf eine geringe 
Ueberschreitung eingehalten war, »in Anerkennung des wirklich genialen 
Wurfes, welcher sich in der künstlerisch so geschickten Bewältigung der 
Form des Bauplatzes, in der anziehenden Ausgestaltung der Innenräume und 
der Durchbildung der Fassaden ausspricht«, den ersten Preis zuerkannt. 
Da Oberbaurat Sauter sofort nach den Preisgerichtsverhandlungen im amt 
lichen Auftrag eine Umarbeitung seines Planes vornahm, so trat letzterer 
neben demjenigen von Hartei & Neckelmann allein in den Vordergrund, 
bis später die durch den zweiten Preis ausgezeichneten Architekten Schmid & 
Burkhardt freiwillig ihren Plan gleichfalls verbesserten und wieder vorlegten. 
Ueber die Pläne von Hartei & Neckelmann sowie von Oberbaurat 
Sauter hielt die obenerwähnte Kommission mehrere zum Teil von den Staats 
ministern des Innern und der Finanzen geleitete Sitzungen ab, in welchen 
jedesmal die Mängel der beiden Pläne genau festgestellt und den Architekten 
zur Verbesserung der letzteren behanntgegeben wurden. Infolge dessen
        

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