Title:
Das K. Württembergische Landes-Gewerbemuseum in Stuttgart
Creator:
Württemberg. Landesgewerbeamt Gaupp, Robert Gärttner, Oskar von Dolmetsch, Heinrich Knoblauch, August Petzendorfer, Ludwig
Shelfmark:
1Aa 147
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1484296054802/92/
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VIII. Beschreibung des Neubaues. 
A llgemeines. Das Konkurrenzbauprogramm (s. o. S. 74) bot den 
projektierenden Architekten ausser vielen andern schwer zu be- 
friedigenden Forderungen, welche in der Vielgestaltigkeit der Aus 
nützung des Grundplans lagen, hauptsächlich zwei Schwierigkeiten. Die 
eine bestand in der Unregelmässigkeit des Bauplatzes. Dessen schiefe 
Winkel im Grundrisse sollten möglichst vermindert, ja die einzelnen Räume 
sollten so gestaltet werden, dass der Eintretende von der unregelmässigen 
Gestaltung des Bauplatzes nichts gewahr werde. Die zweite Schwierigkeit 
lag in den Höhenunterschieden der den Bauplatz umgebenden Strassenzüge 
(die Ecke Kanzleistrasse-Hospitalstrasse liegt 1,11 m, diejenige der Hospital- 
Lindenstrasse 3,79 m, die Mitte des Lindenstrassenflügels 4,38 m, die Ecke 
Linden-Schlossstrasse 2,73 m höher als die Ecke der Schloss- und Kanzlei 
strasse). 
Die erste Schwierigkeit überwanden die Architekten Hartei & Neckel- 
mann dadurch, dass sie, den Eingang an die Kanzleistrasse legend, die 
Hauptachse des Gebäudes rechtwinklig zu derselben stellten, die verschie 
denen stumpfen und spitzen Winkel durch Rundbauten ausglichen und auf 
diese Weise symmetrische und rechtwinklige Räume erzielten. Der zweiten 
Schwierigkeit begegneten sie dadurch, dass sie den Fussboden des Erd 
geschosses um 5 m höher legten, als der tiefste Punkt des Grundstücks (Ecke 
der Kanzlei- und Schlossstrasse) liegt, so dass die Säle im Erdgeschoss an 
der Lindenstrasse nur wenige Stufen über Trottoirhöhe liegen. 
Dies brachte zunächst den Vorteil, dass eine Durchfahrt durch das ganze 
Gebäude erzielt wurde, ohne das Erdgeschoss durchschneiden zu müssen. 
Sodann wurde es möglich, die in andern Museen oft so störend mitten im 
Verkehr der Museumsbesucher liegenden Räume für die Museumsbeamten 
in dem grossen, weiträumigen Untergeschoss unterzubringen.
        

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