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Extreme.
Extreme.
Das fichcrftc und bequemfte Mittel aufzufallen,
ja geradezu Huffehen zu erregen, ift die Übertr
eibung. Man braucht hierzu nicht einmalfonderlieh
geiftreich zu fein; es genügt vollftändig, daß
man die Un - geniertheit befitjt, felbft ein an fich
gutes Prinzip ins Maßlofe zu verzerren oder aber
mindeftens — eventuell ohne Rückficht auf Zweck"
mäßigkeit und Schönheit - ein gut Stüde mehr
zu wagen, als irgend ein Vorgänger, und der
Effekt ift erreicht.
Daß auch Symmetrie und Unfymmctrie zu
gewagten Extremen Veranlaffung geben können,
ift felbftverftändlid). Hb er eigentümlich ift es, daß
in der Symmetrie-Richtung häufigere und größere
Übertreibungen feftgeftellt werden können, als
in der Hfymmetrie-Richtung. Es gibt zwar manche,
meift moderne Gemälde, die jedes Bcftreben nach
irgend einer fymmetrifchen Hnordnung, ja überhaupt
jedes Gleichgewicht vermiffen laffen, wenn
auch nicht alle folchen Werke fo fonderbar bizarr
zu fein brauchen, wie jenes Bild auf der Münchner
Kunftausftcllung von 1897 (No. 1965), das aller
Logik zum Hohne links eine weibliche Bruft, darüber
nur noch die Kinnpartie des Geflehtes und
von der Mitte bis zum rechten Bildrand nur den