I. Jahrgang. Stuttgart, 26. November 1904. Nummer 49.
Inhalt: Wohnhaus des Fabrikanten Chr. Seilacher, Panoramastraße 17, Stuttgart. — Ueber Abwasserreinigung. — Verbesserungen im
Tunnelbau. — Weitere Wünsche zur Bauordnung und zur Vollziehungsverfügung. — Verbot von Sperrklappen in den Rauchabzugsröhren
der Zimmeröfen. — Vermischtes. — Brief- und Fragekasten.
Wohnhaus des Fabrikanten Chr. Seilacher, Panoramastraße 17, Stuttgart.
Architekt Professor P. Laus er-Stuttgart.
Der Bauherr wünschte am Hauseingang unmittelbar von
außen zugänglich über etwa sieben Stufen mit gläsernem
Vordächchen ein erstes Empfangszimmer zu haben als eine
Art Vorraum für sein Herrenzimmer, dem ein nicht zu großer
Salon folgen sollte als Empfangszimmer der Damen des
Hauses. Unmittelbar anschließend daran wurde das große
Familienspeisezimmer gewünscht, das in seiner Breite von
5 m und seiner Tiefe von 8 m die südwestliche Hausseite einnahm.
Dann
sollte beim
Ausgang vom
Salon über
den schmalen,
1,50 m breiten
Flur ein hübscher
Ausblick
nach einer an
der Böschung
des Weinberges
anzulegenden
kleinen
gärtnerischen
Anlage
geschaffen
werden.Abort,
Küche, zwei
Speisekammern
und
Treppenhaus
schlossen sich
dann an der
Rück- und östlichen
Nebenseite
des Hauses
an, und der
Zugang zur
Haustreppe in
die Obergeschosse
kann
von der Familie
entweder
durch
das erste Empfangszimmer
als Vorraum
nach rechts
über den Flur
oder durch die
Türe im abgerundeten
Vorbau
des Treppenhausesge
werden,
wo auch der Ansicht
Eingang für das Dienstpersonal ist. Diese beiden Haupttüren
wurden durch eine an die Hausmauern anschließende granitene
Freitreppe miteinander verbunden.
Im ersten Stockwerk sollte (über dem Vorraum im
Erdgeschoß) eine freie Veranda sein, um insbesondere den
Ausblick nach Osten genießen und an heißen Sommerabenden
im Schatten des Hauses sitzen zu können. Anschließend
sollte ein kleines Badekabinett zum großen Schlafzimmer angeordnet
sein,
ferner einFrühstückszimmer
und weiter ein
kleines Schlafzimmer
in der
rückwärtigen
Hausecke
nach dem
Weinberg zu.
Da war dann
auch eine
Vertiefung im
Hausgrundriß
angezeigt, um
zugfrei auf
einer solchen
Veranda sitzen
oder in den
Weinberg auf
der kleinen
Brücke hinübergehen
zu
können. Ein
Schlafzimmer
für die Kinder
sollte seinen
Ausgang auf
diese Veranda
und seinen
Ausblick nach
dem Weinberg
haben, ln einem
Halbstock
sollten
die Fremdenzimmer
und
einige kleine
Zimmerfürdie
Dienstboten
sein. Nach der
Talseite war in
ersterLinie anschließend
an
ein Vorzimmer
ein werksteivon
Osten.