Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1906)

2. Juni 1906 
BAUZEITUNG 
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ist der Zimmererstreik durch Einigung vor dem städtischen 
Vermittlungsamt beigelegt. In Hageno w (Arbeitgeber 
verband für Mecklenburg-Schwerin) ist der Streik der 
Maurer und Zimmerer unter Beteiligung des Bürger 
meisters durch Vergleich beendet. In Cammer (Provinz 
Brandenburg) ist der Zimmererstreik durch Vergleich 
beendet. 
Wettbewerbe 
Kolonnaden-Verbindung in Karlsbad. Einen 
Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen für eine ein 
heitliche Kolonnaden-Verbindung zwischen Mühlbrunnen, 
Marktbrunnen und Schloßbrunnen in Karlsbad erläßt die 
Stadt zum 1. September 1906 für Architekten deutscher 
Nationalität. Es scheint, daß man die Absicht hat, eine 
architektonisch bedeutende, dem Weltruf Karlsbads ent 
sprechende Anlage zu schaffen, denn die Bausumme ist 
mit 800 000 Kr. angenommen, und es gelangen ein 
I. Preis von 8000, ein II. Preis von 5000 sowie zwei 
III. Preise von je 3000 Kr. zur Verteilung. Ein Ankauf 
nicht preisgekrönter Entwürfe für je 1000 Kr. ist Vor 
behalten. Es handelt sich um die Verwirklichung eines 
in Karlsbad längst gehegten Wunsches: um die archi 
tektonische Zusammenfassung der getrennt liegenden drei 
Brunnen. Zu diesem Zweck hat die Stadt Karlsbad 
bereits seit längerer Zeit die Häuser erworben, die zur 
Schaffung einer einheitlichen Zusammenfassung der 
Brunnen niedergelegt werden müssen. Die Aufgabe ist 
eine anziehende, wenn auch keineswegs leichte; als 
Schwierigkeit dürfte die verschiedene Höhenlage der 
Brunnen empfunden werden. Hierzu tritt der architek 
tonische Maßstab, der durch die Mühlbnmnen-Kolonnade 
bedingt ist. 
Für eine Benno-Säule bei der St. Benno-Kirche 
in München wird ein Wettbewerb für Münchner 
Künstler und Künstler bayrischer Abstammung mit 
Frist zum 15. Oktober d. J. vom Stiftungsausschuß aus 
geschrieben. Die Säule ist aus wetterbeständigem Stein 
herzustellen. Es sind 30 000 M. für die Kosten, aus 
schließlich Gründung, vorgesehen. Verlangt werden: 1 Model 1 
1:20 oder Zeichnungen 1:20 (Grundriß, geometrische An 
sichten und Schaubild). 3 Preise von 500, 300 und 200 M., 
die auch in andrer Abstufung verteilt werden können. 
Sachverständige Preisrichter: Beichsrat Bildhauer F. 
v. Miller, städt. Baurat H. Grässel, Bildhauer Prof. Floß 
mann in München. Bedingungen kostenlos vom Stadt 
bauamt. 
Entwürfe für kleine Landhäuser in Bad Harz 
burg. 663 Entwürfe sind eingegangen, von denen 138 
in die engere Wahl und 38 in die engste Wahl kamen. 
Den I. Preis erhielten die Architekten Bank und Silbers 
dorf in Schöneberg-Berlin; der II. Preis (150 M.) fiel 
dem Architekten J. Benschender in Darmstadt zu. Vier 
III. Preise (zu je 50 M.) erhielten Baugewerkschullehrer 
Böhm in Osterwieck, Architekt P. Landsmann in Magde 
burg, Architekt E. Dubs in Berlin und Architekt Zechlin 
in Berlin. Der mit dem I. Preise ausgezeichnete Ent 
wurf soll demnächst im Harz ausgeführt und mit einer 
einfachen Wohnungseinrichtung ausgestattet werden, für 
die dann ein weiteres Preisausschreiben, das eine Kosten 
grenze von 2000 M. vorsieht, erlassen werden soll. Der 
größte Teil der Entwürfe wird später in mehreren Städten 
des Harzes ausgestellt werden. 
Entwürfe für einen Bisinarck-Tunn in Düren. 
Preise wurden wie folgt zuerkannt; I. Preis Architekt 
Berns in Köln, je ein II. Preis die Architekten H. Schieb 
und der Verfasser des Entwurfes „Licht“. Außerdem 
wurde der Entwurf des Architekten Dauer in Düren zum 
Ankauf empfohlen. 
Deutsche Gesellschaft für Volksbäder. Auf 
der 23. Hauptversammlung in Worms am 23. Mai wur 
den die Ergebnisse des Preisausschreibens für ein Dorf 
bad bekanntgegeben. Den I. Preis (600 M.) erhielt die 
Bewerbung 34; „Des Wassers Kraft Gesundheit schafft“ 
(Verfasser Ingenieur K. Morgenstern-Stuttgart und 
Architekt L. Bau er-Obertürkheim), den II. (400 M.) 
die Bewerbung 37: „Neptun I“ (Verfasser A. Kühnei 
und L. Meid in Köln). Zum Preise von je 100 M. 
wurden angekauft die Bewerbungen 19 von J. Junk- 
Berlin, 38 von Jul. Koehler und Karl Pantlen- 
Stuttgart, 1 von F. Joop-Breslau, 22 von L. Volk- 
Gießen und 15 von A. Goebel-Berlin. Es waren 
39 Arbeiten eingelaufen. 
Markuskirche Plauen. Das Preisgericht hat von 
der Erteilung eines I. Preises abgesehen und dafür zwei 
II. Preise geschaffen. Es erhielten Preise; Architekt 
H. Adam, Berlin, A rchitekten Prof. Vollmer & Iwan, Halen 
see, und Architekt Lucht, Leipzig. Zum Ankauf empfohlen 
wurden die Entwürfe der Architekten O. March, Char 
lottenburg, Dinklage & Paulus, Berlin, E. Müller in 
Koblenz. 
Warenhausfassaden Kiel. Wie wir hören, hat 
Herr W. Jacobsen in Kiel die weitere Bearbeitung der 
Fassaden seines Warenhauses dem Architekten Franz 
Brantzky in Köln a. Bh. auf Grund seines mit dem 
I. Preise gekrönten Entwurfes „Strebe“ übertragen. Die 
Honorierung erfolgt nach der Gebührenordnung von 1901. 
Kleine Mitteilungen 
Württeuibergischer Kunstverein Stuttgart. Neu 
ausgestellt; Die Quelle von F. Völkerling; Spätherbstabend, 
Vorfrühlingsabend von Art. Wansleben; Jagende Nymphe, 
Nach dem Begen, verschiedene Landschaften von Oskar 
Popp; Arturhof in Danzig, Dusenbachkapelle im Elsaß, 
Der Musikant, Karersee, Haus in Tirol, Maßvoll, Abend 
im Unterinntal, Beiterjoch im Eggental, Brixlegg von 
A. Schlabitz; Stille Gasse, Das Dorf, Abendsonne von 
Otto Jung; Im Vorfrühling (Pastell) von B. Schickhardt; 
Originalradierungen von E. Schlipf; farbige Original 
radierungen französischer Künstler u. s. w. 
Der 14. Verbaudstag deutscher Elektrotechniker 
wurde in der König-Karl-Halle des Landesgewerbemuseums 
in Stuttgart am 25. Mai mit einem festlichen Akt eröffnet, 
zu dem auch der König und die Staatsminister Dr. v. Pischek, 
Dr. v. Weizsäcker und v. Schntirlen erschienen waren. 
Darauf fand eine Geschäftssitzung im Vortragssaal statt. 
Nach dem Jahresbericht gehören dem Verband 19 Vereine 
mit 3866 Mitgliedern an, die Mitgliederzahl ist im letzten 
Jahr um 230 gewachsen. In den Nachmittagsstunden 
wurden verschiedene technische Anlagen besichtigt. Den 
Abschluß bildete ein Festessen im Festsaal der Lieder 
halle. Aus den Verhandlungen des zweiten Tages ist 
hervorzuheben, daß als Ort für die nächste Jahres 
versammlung Hamburg bestimmt wurde. Als Verbands 
vorsitzender wurde Geh. Bat v. Kohlrausch-Hannover ge 
wählt. Den geschäftlichen Verhandlungen schlossen sich 
Vorträge an. Branddirektor Frhr. C. v. Moltke-Kiel sprach 
über „Feuerwehr und Elektrizität“. Fr. Lux-Ludwigs- 
hafen hielt über einen „Apparat zur Aufzeichnung der 
Umlaufsgeschwindigkeit und Ungleichförmigkeit von 
Maschinen“ einen Vortrag, und Dipl.-Ing. P. Humann- 
Mülheim a. Euhr verbreitete sich über „die Material 
konstanten zur Berechnung der Kabel auf Erwärmung“. 
Nachmittags wurde ein Ausflug nach Marbach unter 
nommen mit Besichtigung des städtischen Elektrizitäts 
werks. Abends fand im Kursaal zu Cannstatt ein Garten 
fest statt. Für Sonntag war ein Ausflug mit Damen 
nach dem Lichtenstein geplant und für Montag eine 
Fahrt nach Nürnberg zur Besichtigung der Siemens- 
Schuckert -W erke. 
Stuttgart. Die Markuskirche gelangt nach Ent 
würfen des Oberbaurats Dolmetsch auf dem Gelände 
zwischen Fangelsbachfriedhof und Börner- und Bilder
	        

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