Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1906)

BAUZEITUNG 
Nr. 26 
198 
Beton in Manersteinformat 
Sammelschulhaus in Stuttgart., Relief an der Außenfront 
Straße zu an einem Gebäude, das sich gut verzinse. Er 
lege keinen Wert auf die äußere Ausstattung, mehr aber 
auf die innere Einrichtung. Stadtbaurat Michael-Nord 
hausen berichtet über die dortige Schwimmhalle im Maße 
10:20, die 230 000 M. kostete, obwohl man den Boden 
umsonst bekam und sehr sparsam bei den übrigen Ab 
teilungen der Anstalt verfuhr. Regierungsassessor Torade 
teilt die Erfahrungen in Oldenburg mit und spricht sich 
ebenfalls für ein großes Schwimmbad aus. Besonders 
interessant waren die Mitteilungen des Bürgermeisters 
Yoß-Dülken. Die 10 000 Einwohner zählende Stadt hat 
seit drei Jahren ein Hallenschwimmbad, das sich gut 
rentiert. Man brauche, sagt Redner, gar nicht ängstlich 
zu sein, auch eine kleine Stadt könne das machen. Modern, 
aber bescheiden soll die Einrichtung sein. Das Bad wirke 
sehr segensreich, die Schulversäumnisse wegen Erkran 
kungen machten nur noch ein Prozent aus. Die Pioniere 
der Hallenschwimmbäder aber seien die Yolksschulbrause- 
bäder. Kreisrat Haberkorn-Gießen berichtet über seine 
Erfahrungen. Man habe 152 000 M. Aktien, die nicht 
verzinst würden, in der Bürgerschaft untergebracht, 
60 000 M. habe die Stadt Gießen gegeben. Das Bad 
habe 200000 M. gekostet und habe vom ersten Tage an 
Heberschuß gemacht. Bürgermeister Dr. Donndorf-Weimar 
beschäftigte sich mit dem Yermittlungsprojekt des Stadt 
baurats Schmidt; Brausezellen und Tummelbad, und 
empfiehlt dabei das gemeinsame Baden. Er glaube, daß 
das Yermittlungsprojekt für 150000 M. sicher gebaut 
werden könne. Baurat Herzberg bemerkt, daß die neue 
Bauweise bei der Anlage von Schwimmbassins ganz er 
heblich billiger sei, als dies nach früheren Berechnungen 
der Fall sei. Stadtbaurat Schmidt bleibt bei seiner 
Meinung: besser ein kleines Bad zum Tummeln als gar 
kein Bad. A. 
Ferner hielten 
aufgestampften 
Nachdem sich der Beton im letzten 
Jahrhundert das ganze Gebiet des mo 
dernen Bauwesens erobert hat, tritt er 
uns seit einigen Jahren in neuer Gestalt, 
nämlich als handlicher Mauerstein, ent 
gegen. Während bisher Betonbauten an 
■ Ort und Stelle als Monolith- oder Ein 
steinbauten allgemein üblich waren, hat 
man in Amerika in den letzten Jahr 
zehnten eifrig den sog. Blockbau gepflegt. 
Der Einsteinbau aus Betonmaterial hatte 
Nachteile, welche seine allgemeine Ein 
führung erschwerten; vor allem waren 
teure und umständlich herzustellende 
Einschalungen nötig, welche genau 
nach Maßgabe des vorliegenden Bau 
planes gezimmert werden mußten, 
die fortdauernd aus feuchtem Material 
Mauern , sehr lange die Feuchtigkeit, 
d. h. 
Zeit 
Sammelschulhaus in Stuttgart, Relief an der Außenfront 
Sammelschulhaus in Stuttgart, Zierbrunnen im Hof 
derartig gestampfte Betonhäuser mußten lange 
austrocknen, ehe sie als trockene VYohnungen 
gelten konnten. Immerhin müssen wir 
anerkennen, daß ein sachgemäß aus 
geführter Stampf bau, sowie er einmal 
gehörig ausgetrocknet ist, ein sehr 
dauerhaftes, trockenes und die Tem 
peratur gut isolierendes Bauwerk ist. 
Der amerikanische Blockbau ist insofern 
ein wesentlicher Fortschritt gegen den 
älteren Stamplbau, als durch ihn die 
Möglichkeit geboten ist, die einzelnen 
Blöcke rechtzeitig und in den verlangten 
Abmessungen herzustellen, so daß sie als 
gut abgebundener und genau passender 
Kunststein in das Bauwerk eingefügt 
werden können. Auch können diese 
• | Blöcke größeren Formates leicht mit 
Hohlräumen behufs noch besserer Isolie 
rung hergestellt werden. Wie bemerkt, 
hat in Amerika der Blockbau viel Freunde
	        

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