Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1906)

14. Juli 1906 
BAUZEITUNG 
Chemie und Pharmazie 278, Mathematik und allgemeine 
Fächer 20, Forstwesen 23. Aachen. 586 Studierende, 
122 Gasthörer und 53 Teilnehmer. Von den 586 Stu 
dierenden sind 447 aus Preußen, 48 aus den andern 
deutschen Staaten und 91 aus dem Auslande. Braun 
schweig. 363 Studierende, 69 Gasthörer und 31 Teil 
nehmer. 372 Studierende sind aus Deutschland, davon 
129 aus Braunschweig, 60 aus dem Auslande. Danzig. 
440 Studierende und 248 Gasthörer. Von den Studieren 
den sind 348 aus Preußen, 54 aus andern deutschen 
Staaten und 38 aus dem Auslande. 
Karlsruhe. Die Zweite Kammer hat in der An 
gelegenheit des Heidelberger Schlosses in ihrer 
Sitzung vom 9. Juli die Regierungsforderung von 100 000 M. 
als erste Pate von 300000 M. nach dem Kommissions 
antrag abgelehnt und die Regierung aufgefordert, ein 
Preisausschreiben um geeignete Vorschläge zur Er 
haltung der Ruine des Otto Heinrichs-Baues zu erlassen. 
Dem Beschlüsse ging eine lebhafte dreistündige Erörterung 
voraus, in der Finanzminister Becker und der Abgeordnete 
Baurat Hergt (Zentrum) für die Regierungsforderung ein 
traten, indem sie betonten, daß es mit den bisher an 
gewendeten Mitteln nicht mehr möglich sei, den Otto 
Heinrichs-Bau in seinem bisherigen Zustand zu erhalten, 
und unter den Architekten und Ingenieuren die Meinung 
die Oberhand habe, daß nur durch Ueberdachung der Bau 
dauernd erhalten werden könne. Der Minister meinte, 
wenn die Stimmung sich in solch heftiger Weise gegen 
den Regierungsvorschlag gewendet habe, so liege dies 
daran, daß die öffentliche Meinung irregeführt worden 
und man die Gründe für den Standpunkt der Regierung 
verschwiegen habe. 
III. Deutsche Kiinstgewerbe-Ausstellung Dres 
den 1906. Das Preisgericht zeichnete u. a. folgende 
Aussteller mit Preisen aus: Prof. Bernh. Pankok, Stutt 
gart, Ehrenurkunde (höchste Auszeichnung), Staats- und 
Goldene Medaille; Paul Haustein, Lehrer an der Versuchs 
werkstätte, Stuttgart, Staats-, Goldene und Silberne 
Medaille; Prof. Jos. Olbrich, Darmstadt, Goldene Medaille; 
Prof. Rud. Rochga, Stuttgart, Goldene und Silberne 
Medaille; Prof. Hans v. Beider, Stuttgart, Goldene 
Medaille; der Kunstgewerbeverein Pforzheim und Jul. 
Hoffmann, Verlag in Stuttgart, erhielten die Goldene 
Medaille; Alexander Koch, Verlag in Darmstadt, wurde 
mit der Silbernen Medaille ausgezeichnet. Außerdem 
wurden folgende in bautechnischen Kreisen bekannte 
Firmen prämiiert: Stuttgarter Möbelfabrik, Georg Schöttle, 
Staatsmedaille; Alfr. Bühler, Ledermöbelfabrik, Stuttgart, 
Goldene Medaille; Valentin Saile, Glasmalerei, Stuttgart, 
Goldene und Silberne Medaille; Paul Stotz, Kunstgewerb 
liche Werkstätte, Stuttgart, Goldene Medaille; G. Wölfel, 
Kunstgewerbliche Werkstätte, Stuttgart, Goldene Medaille; 
Germania-Linoleumwerke, Bietigheim, Silberne Medaille; 
E. Schwenk, Zementsteinfabrik, Ulm, Silberne Medaille; 
K. Jahn, Glasmalerei, Stuttgart, Silberne Medaille. Wir 
beglückwünschen genannte Aussteller zu diesen Erfolgen! 
München. Vom 15. bis 22. Juli wird in München das 
XV. deutsche Schützenfest gefeiert. Das Fest ist be 
merkenswert durch die vom Prof. Emanuel Seidl errichteten 
Festbauten, die nach der „Voss. Ztg.“ frei von aller 
Schablone und Anlehnung an alte Formen, doch volks 
tümlich, behaglich und zugleich großzügig gehalten sind. 
Worms. Beamte des Kreisamts, Kreisgesundheits 
amts und Kreisbauamts Worms sind gegenwärtig damit 
beschäftigt, in den Landgemeinden Erhebungen über 
die Wohnungsverhältnisse Anzustellen. Die Unter 
suchungen erstrecken sich nicht nur auf Mietwohnungen, 
sondern auf alle Wohnungen, die in gesundheitlicher 
Hinsicht verdächtig sind. Zugleich sollen auch im Interesse 
der Bekämpfung ansteckender Krankheiten, besonders der 
Lungenschwindsucht, die notwendigen Feststellungen ge 
macht werden. Ein nachahmenswertes Beispiel! 
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Neues städtisches Therraal-Badehaus in Wies 
baden. Die Architekten Werz & Huber in Wiesbaden 
wurden vom Magistrat mit der Verfassung der Aus 
führungsentwürfe für das neue städtische Thermal-Bade- 
haus auf dem Gelände der Adlerquelle in Wiesbaden 
betraut. 
Das neue Rathaus in Remscheid, nach dem 
Entwurf des Stadtbaurats Hertwig daselbst im Stile der 
deutschen Renaissance errichtet, ist kürzlich eingeweiht 
w orden. 
Ein Thüringer Dorfmuseum. Wie man uns be 
richtet, ist am 1. Juli in Ruhla ein Thüringer Dorf 
museum eröffnet worden. Es ist dabei an das Beispiel 
von Gegenden gedacht, die eine reiche künstlerische oder- 
kunstgewerbliche Vergangenheit haben, wie sie die Vier 
lande bei Hamburg und Schleswig-Holstein besitzen. Das 
berühmteste Dorfmuseum ist das zu Meldorf. Durch 
solche Anregungen wird der Heimatsinn geweckt. Gegen 
über den lockenden Reizen des Stadtlebens soll dem 
Einwohner des Ortes die Heimat lieb und wert gemacht 
werden. Die Erzeugnisse der Vergangenheit in Kunst 
und Kunsthandwerk geben dem Dorfhandwerker An 
regung zu selbständigem, frischem Schaffen. So soll ein 
Dorfmuseum nicht nur Geschichte und Kultur eines Ortes 
Gefertigt in der Deutschen Schlossersohule zu Roßwein i. S. 
(siehe Text im Inseratenteil)
	        

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