Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1906)

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BAUZE1TÜNG 
Nr. 36 
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kältend auf die Füße wirken. Dieser Nachteil soll da 
durch vermieden werden, daß diese Platten an ihrer 
Oberfläche mit einer dünnen Schicht Wärme schlecht 
leitenden Stoffes, beispielsweise Papiermasse, bedeckt 
werden. Ein derartig gebildeter Fußboden weist gegenüber 
den bekannten Anordnungen den Vorteil auf, daß das 
Linoleum unmittelbar auf die Isolierschicht gebracht 
werden kann und eine Zwischenschicht, z. B. Estrich, 
sich erübrigt. Weiterhin weisen diese Platten den Vor 
zug auf, daß die Isolierschicht schon vor dem Einbau 
angebracht wird und der ganze Fußboden daher schnell 
gelegt werden kann, da das Befördern der fertigen Platten 
nach der Verwendungsstelle schnell zu bewerkstelligen ist. 
Die Herstellung dieser Platten geschieht derart, daß altes 
Zeitungspapier in bekannter Weise gestampft und zu 
einem Brei aufgelöst wird. Nachdem von diesem Brei 
die wässerige Lösung entfernt ist, werden aus ihm größere 
und kleinere Krümel nach Art eines mittelgroßen Kieses 
hergestellt, welche, mit einer geringen Menge Zement 
vermischt, dann als Schicht aufgebracht werden. 
Das neueste hierher gehörige Verfahren beschäftigt 
sich mit der Verhütung des Hochklappens infolge Los 
lösens der Klebmasse an den Zusammenstoßstellen. Es 
wird hierzu die Verwendung von Drahtklammern empfohlen, 
welche über die Bänder greifend eingetrieben werden 
sollen. J. K. 
Y er einsmitteilimgen 
Deutscher Arbeitgeberbund für das Baugewerbe. 
Landesverband Württemberg. Unter der Spitz 
marke Gipserstreik und Submission klagt ein 
Gipsermeister F. J. H. (warum nicht der volle Name) in 
der Nr. 35 „Das deutsche Handwerk“ vom 1. September, 
daß ihm die durch das Kgl. Bezirksbauamt Stutt 
gart übertragenen Gipserarbeiten durch Verfügung des 
Kgl. Finanzministeriums wieder abgenommen wor 
den seien, weil er es mit seinem Ansehen als Meister 
nicht vereinbaren konnte, die Forderungen der streiken 
den Gipsergesellen anzunehmen und demgemäß auch 
nicht in der Lage war, die übernommenen Arbeiten recht 
zeitig auf die eingegangenen Termine fertigstellen zu 
können. 
Mit dieser unbegreiflichen Verfügung stellt sich das 
Kgl. Finanzministerium auf die Seite der ausständigen 
Gipsergesellen, ein bis heute noch nicht dagewesener 
Fall. — In Nr. 31 der „Bauzeitung für Württemberg etc.“ 
sind die Forderungen der Gipsergesellen besprochen 
worden, und würde es sicher nicht schaden, wenn im 
Kgl. Finanzministerium, neben der „Tagwacht“ auch das 
Organ der Baugewerksmeister aufgelegt und gelesen 
würde. 
Bezahlt denn das Kgl. Finanzministerium allen seinen 
niederen Angestellten einer Kategorie den gleichen 
Gehalt, wenn sie das 19. Lebensjahr überschritten 
haben? Die Gipsermeister wollen ihre Hilfspersonen, 
genau wie das Kgl. Finanzministerium und andre hohe 
Staatsbehörden, nach deren Leistungen bezahlen und 
nicht nach dem Lebensalter. — Wir müssen annehmen, 
daß die ergangene Verfügung ohne Kenntnis der tat 
sächlichen Verhältnisse erlassen worden ist. Mag die 
Sache aber liegen, wie sie will, so wird das Vorgehen 
dieser hohen Staatsbehörde in allen baugewerblichen 
Kreisen bedenklichem Kopfschütteln und entschiedener 
Mißbilligung begegnen. 
Wir hoffen zuversichtlich, daß diese Stellungnahme 
des Finanzministeriums in der Kammer der Abgeordneten 
die gebührende Zurückweisung erfahren wird. 
Wir behalten uns vor, auf diese leidige Angelegenheit 
noch eingehender zurückzukommen.
	        

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