Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1906)

13 Oktober 1906 
BAUZEITUNG 
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Verkaufspreise der Langholzliändler. Die Einstellung der 
Flößerei während des Flößereistreiks, der in den letzten 
Tagen beendet wurde, hat eine größere Belebung im 
Geschäft nicht aufkommen lassen. Nun herrschte aber 
neuerdings seit der Wiederaufnahme der Flößerei eine 
rührige Tätigkeit insofern, als die früher gekaufte Ware 
von den Sägewerken bezogen wurde, welche teilweise 
wegen Rundholzmangels bereits in Verlegenheit gekommen 
waren. Bemerkenswert ist, daß am Mannheimer Markte 
sogar eine Großhandelsfirma von kleineren Händlern Rund 
holz gekauft hat, die offenbar mit dem Holz in der Er 
wartung höherer Preise spekulieren will. Die Zufuhren 
waren in letzter Zeit nicht mehr groß. Im Geschäft mit 
geschnittenen Tannen- und Fichtenkanthölzern konnte man 
immer noch annehmbare Bewegung wahrnehmen. Die 
Auftragsmenge, welche den großen Werken der Säge 
branche noch vorliegt, ist derart, daß sich auch für die 
nächste Zeit noch ein lebhafter Geschäftsgang wird er 
warten lassen. Was die Preise der Kanthölzer betrifft, 
so haben dieselben sich nicht nennenswert verschoben. 
Je nachdem die einzelnen Werke mit Aufträgen versehen 
sind, schwanken auch die Preise, welche verlangt werden. 
Ein Preisdruck ist indessen am Markte vollständig zu 
vermissen. Die rheinischen und westfälischen Werke 
geben hinsichtlich der Preise in keiner Weise nach, 
während die süddeutschen Werke es an Konzessionen 
nicht fehlen lassen. Die niederrheinischen Werke ver 
langen gegenwärtig für den Festmeter baukantig ge 
schnittener Tannen- und Fichtenkanthölzer 44 M. frei 
Rheinhäfen. Der rheinische Brettermarkt steht immer 
noch unter dem Zeichen eines regen Geschäftsgangs, da 
die mittel- und niederrheiuischen Werke mit ihren Be 
zügen in unvermindertem Umfang fortfahren. Von den 
oberrheinischen Häfen werden daher fortwährend Bretter 
ladungen nach dem Rheinland und Westfalen abgefertigt. 
Infolge des ungünstigen Wasserstands und des geringen 
Angebots von Leerraum sind die Schiffsfrachten neuer 
dings in die Höhe gegangen. Zurzeit wird an Schiffs 
fracht ab Mannheimer Hafen für die 100 Stück 16' 12" 1" 
Bretter nach den mittelrheinischen Stationen 4,70 bis 
4,75 M. gefordert. Im Geschäft mit Hobelwaren konnte 
man immer noch den festen Ton wahrnehmen, infolge 
dessen sich die Preise auf der Höhe halten. 
Y er einsmitteilungen 
Württembergischer Baubeamten-Verein. (Mit 
teilung des Ausschusses an die Vereinsmitglieder.) Die 
dritte Ausschußsitzung in diesem Jahre fand am 
3. Oktober d. J. in Heilbronn statt. Anwesend waren 
acht Ausschußmitglieder und drei Gäste. Der Vorsitzende 
begrüßte um 1D/ 2 Uhr vormittags die Erschienenen und 
gab die Einläufe bekannt, die, soweit nötig, sofort zur 
Beratung kamen. Auf eine Anfrage der Kgl. württem- 
bergischen Zentralstelle für Gewerbe und Handel wurde 
beschlossen, den ganzen Ausschuß der Beratungsstelle für 
das Baugewerbe zur Verfügung zu stellen. Der Beitritt 
zu dem neugegründeten Württemhergischen Beamten- 
Verband wurde unter dem Vorbehalt, daß die für diesen 
Verband noch aufzustellenden Statuten auch die Geneh 
migung unsrer Mitglieder erhalten, beschlossen. Dem 
Ausschuß der Privatbeamten-Vereine von Berlin und Um 
gebung soll gedankt werden für seine Zuschriften und 
zugleich aber auch erklärt werden, daß ein Anschluß an 
unsern Verein vorerst nicht in Aussicht zu nehmen sei. 
Auf eine Anfrage, ob der Vorsitzende von der Ab 
sicht des Württemhergischen Bautechniker-Verbands in 
Gemeinschaft mit dem Bauwerkmeister-Verein und dem 
Württemhergischen Baubeamten-Verein zu den kommen 
den Landtagswahlen Stellung zu nehmen, Kenntnis gehabt 
habe, erklärt derselbe, daß ihm diese Zeitungsnotiz erst 
nach einigen Wochen, nach Rückkehr von seinem Urlaub, 
bekannt geworden sei, sonst wäre sofort eine ähnliche 
Erklärung wie von dem Bauwerkmeister-Verein in unsrer 
Zeitung erschienen. 
Zur Beratung und Ausarbeitung einer Eingabe an 
das Kgl. Staatsministerium, betreffend die Vorbildung der 
mittleren Baubeamten, wird eine Kommission, bestehend 
aus den Mitgliedern Dehn, Feil, Mößner und Grotz ge 
wählt, welche ihre Vorschläge hei der nächsten Ausschuß 
sitzung vorzutragen haben. Weiter wurde einstimmig 
beschlossen, das frühere Ausschußmitglied Mößner bei 
den nächsten Ausschußsitzungen zur Beratung beizuziehen, 
und der Schriftführer beauftragt, eine diesbezügliche Bitte 
an denselben zu richten. Nachdem sodann noch drei 
Austritts- und zwei Eintrittserklärungen erledigt waren, 
wurde beschlossen, bis zur nächsten Mitgliederversamm 
lung eine neue Mitgliederliste drucken zu lassen. Darauf 
erfolgte Schluß der Sitzung um D/ 2 Uhr. Nachmittags 
fand unter bewährter Führung Heilbronner Kollegen, 
denen auch hier hiermit unser herzlichster Dank zum 
Ausdruck gebracht wird, eine äußerst lohnende Besich 
tigung verschiedener Neubauten in der Stadt und sodann 
der neuen prächtigen Neckarbrücke bei Neckargartach 
statt. Der Ausschuß. 
Wettbewerbe 
Wettbewerb um Entwürfe für das „Deutsche 
Museum“ in München. Wie wir hören, sollen nicht 
viel über 30 Entwürfe eingelaufen sein; hoffentlich ist 
bei der geringen Anzahl der künstlerische Wert der Ent 
würfe desto größer! 
Wettbewerb betr. bauliche und gärtnerische 
Ausgestaltung eines Geländes in Biebrich a. Rh. 
Es haben den I. Preis Stadtgarteninspektor Lippel, Mann 
heim, den II. Preis Stadtgarteninspektor Trip und Architekt 
W. Frings, Hannover, je einen III. Preis die Architekten 
Schwarz, Leipzig, und Mannhardt und städt. Obergärtner 
Möckel in Metz erhalten. 
Wettbewerb Rathausbau Neustadt, Westpr. 
Unter 86 eingegangenen Entwürfen ist ein I. Preis nicht 
erteilt worden. I. und II. Preis zusammengenommen 
wurden zu gleichen Teilen an die Entwürfe der Archi 
tekten Herrfarth & Wilde in Charlottenburg und Fastje 
& Schaumann in Hannover vergeben, den III. Preis er 
hielt Architekt K. Faller, Mitarbeiter Architekt J. Clev, 
in Pforzheim i. B. Angekauft wurden die drei Entwürfe 
der Architekten E. Döhring in Zpppot, Berger & Lentz 
in Berlin-Steglitz und A. L. Zaar in Berlin. Die Ver 
fasser der nicht preisgekrönten oder angekauften Arbeiten 
werden von der Stadtgemeinde um baldige Adressen 
angabe für die Rücksendung ersucht. 
Pläne zu einer Ausstellungshalle in Olmütz. 
Der dortige Gewerbeverein schreibt mit Frist zum 
31. Oktober d. J. einen Wettbewerb aus. Zwei Preise 
von 1000 und 600 K. Unter den fünf Preisrichtern sind 
die Herren Architekt F. v. Krauß in Wien, Stadtbaurat 
Ingenieur M. Kreß und Baumeister R. Wlaka in Olmütz. 
Die Baukosten der 80:34 m großen Halle, die nicht nur 
zu Ausstellungen, sondern auch zu Konzerten, Festen 
und Versammlungen dienen soll, dürfen 100 000 K nicht 
überschreiten. Ausbildung in „halbpermanenter Bauweise 
als Holzkonstruktion mit beiderseitiger Bekleidung der 
Außenwände und Stuckatierung der Decken“. Heizung 
mittels Luftheizung, elektrische Beleuchtung. Verlangt 
werden sämtliche Grundrisse 1; 200, die nötigen An 
sichten und Schnitte in 1; 100, Baubeschreibung, statische 
Berechnung der Hauptkonstruktionsteile, Kostenüberschlag 
nach Kubikmetern umbauten Raumes. Der Gewerbe 
verein beabsichtigt, die „Ausführung“ dem Gewinner des 
I. Preises zu übertragen. Ob damit die spezielle Plan 
bearbeitung und Leitung oder die Bauausführung gemeint 
ist, geht aus dem Programm, das von dem Präsidium des 
Gewerbevereins unentgeltlich zu beziehen ist, nicht hervor.
	        

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