Title:
Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen
Shelfmark:
XIX/1085.4-3,1906
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1499766280559_1906/415/
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BAUZEITUNG 
Nr. 47 
nur Gebäude zu Wohn- und gewerblichen Zwecken in 
Betracht. Ausgeschlossen bleiben öffentliche Gebäude, 
Kirchen, Kapellen. Zur Sicherung der für die Bau 
gläubiger einzutragenden Hypothek muß ein Bau ver 
merk ins Grundbuch eingetragen, es muß der 
Baustellenwert und die Höhe der dem Bauvermerke 
vorgehenden Belastungen festgestellt werden. Die Bau 
erl auhnis darf von der Baupolizeibehörde nur erteilt 
werden, wenn die vorgehenden Belastungen den Bau 
stellenwert nicht übersteigen oder in Höhe des Ueher- 
schusses Sicherheit geleistet wird. Die Sicherung der 
Bauforderungen erfolgt durch Eintragung einer Hypothek, 
der Bauhypothek. Dazu kommt es aber nur, wenn 
sich im einzelnen Fall eine Sicherung als notwendig er 
weist, nämlich wenn innerhalb der Anmeldungsfrist Bau 
forderungen heim Grundbuchamt angemeldet werden. Der 
Entwurf begnügt sich damit, daß nur ein Viertel der 
Baukosten hinterlegt wird. — Sobald der Entwurf in 
seinen Einzelheiten vorliegt, werden wir auf denselben 
zurückkommen. 
Aus dem Reichstag. In der Sitzung vom 19. No 
vember gab Staatssekretär Graf Posadowsky unter dem 
Beifall des Hauses die Erklärung ab, daß in den aller 
nächsten Tagen dem Bundesrat eine Vorlage zugehen 
wird, wonach das Hecht der Ausbildung von Lehr 
lingen an den Erwerb des Meistertitels geknüpft ist; in 
dieser Vorlage ist auch vorgesehen, daß dem Titel Bau 
meister oder Baugewerkmeister ein entsprechender 
gesetzlicher Schutz zuteil wird. 
Karlsruhe. Die Technische Hochschule hat dem 
Präsidenten des Ministeriums der Finanzen M. Honsell 
in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um das 
Wasser- und Straßenbauwesen im Großherzogtum Baden 
die Würde eines Doktor-Ingenieurs ehrenhalber verliehen. 
München. Dem Deutschen Museum sind be 
deutende Schenkungen im Betrage von 75 000 M. zuteil 
geworden. Die Badische Anilin- und Sodafabrik über 
wies 20 000 M., die Gebrüder Sulzer in Ludwigshafen 
10 000 M., Heinrich Lanz in Mannheim 20 000 M., 
Direktor der Anilinfabrik v. Brunk in Ludwigshafen 
5000 M., Fabrikbesitzer Ludowici in Jockgrim 20 000 M. 
Nürnberg. Das Defizit der Landesaustellung 
beträgt 1 Mül. M. Wie verlautet, werden die Garantie 
fondszeichner mit 45°/ 0 des gezeichneten Betrages in 
Anspruch genommen. 
Berlin. Eine Denkmalsbüste für den Geh. Regie 
rungsrat Prof. Dr. Guido Hauck ist dieser Tage im 
Lichthof der Technischen Hochschule enthüllt worden. 
Die lebenswahre Büste aus weißem Marmor erhebt sich 
auf einem Postament von grauem Marmor, in welchem 
Name und Lebensjahre (1845 bis 1906) eingemeißelt sind. 
Es ist die sechste Büste in der Halle; sie steht rechts 
von der Wiebes, des ersten Rektors der Hochschule. 
Die Deutsche Gesellschaft für Volksbäder wird 
auf Einladung der Residenzstadt Dessau ihre nächst 
jährige Hauptversammlung am Tage vor Himmelfahrt, 
8. Mai 1907, daselbst abhalten. Anmeldungen zur Teil 
nahme und von Vorträgen werden bereits jetzt in der 
Geschäftsstelle der Gesellschaft, Karlstraße 19, ange 
nommen. Das Ergebnis des diesjährigen Wettbewerbes, 
„Dorf bad“, welches auf der Wormser Versammlung durch 
den Geh. Oberbaurat Böttger zur Besprechung gelangte, 
wird demnächst im Druck erscheinen und gewiß dazu 
beitragen, das Baden auf dem flachen Lande mehr als 
bisher zu verbreiten. Ueberhaupt gewinnt die anregende 
Tätigkeit der Gesellschaft lür Volksbäder immer mehr 
und mehr Boden. Dazu tragen namentlich auch Vorträge 
bei, welche an verschiedenen Orten gehalten worden sind. 
So sprach letzthin auf Einladung des Gemeinnützigen 
Vereins zu Rostock im Beisein aller maßgebenden Kreise 
und auch unter Teilnahme der Arbeiterschaft der Vor 
sitzende der Deutschen Gesellschaft Prof. Dr. O. Lassar 
über die „Entwicklung und Bedeutung der Bäderfrage“, 
ein Vorgehen, welches aller Voraussicht nach zur Grün 
dung neuer Badeanstalten in dieser üniversitätstadt und 
im übrigen Großherzogtum Mecklenburg führen wird. 
Personalien 
Baden. Versetzt: Regierungsbaumeister B. Langsdorf! bei 
der Kulturinspektion Karlsruhe zur Rheinbauinspektion Offenburg. 
Bücher 
Das deutsche Kunstgewerbe 1906. III. Deutsche Kunst 
gewerbe-Ausstellung Dresden 1906. Mit Beiträgen hervorragender 
Fachleute herausgegeben vom Direktorium der Ausstellung. Ver 
lag von F. Bruckmann, A.-G., München. Der Gedanke, ein Er 
innerungswerk dieser bochbedeutenden Ausstellung herauszugeben, 
ist mit großer Freude begrüßt worden. Bei der ungeheuren Fülle 
des Materials war die Auswahl der einzelnen Objekte naturgemäß 
sehr schwierig. Zwei Abteilungen der Ausstellung, die unter dem 
Namen „Techniken“ zusammengefaßte Abteilung des alten Kunst 
handwerks und die andre von Werken der Volkskunst, konnten, 
obgleich auch wohlgelungen und bemerkenswert, ausgeschaltet werden, 
da es vor allem galt, das deutsche Kunstgewerbe in seinem heutigen 
Stand vorzuführen. Den Abbildungen der einzelnen Abteilungen 
gehen folgende Aufsätze voraus: Architektur von Hans Poelzig, 
Kirchliche Kunst von Oorn. Gurlitt, Raumkunst von Erich Haenel, 
Kunsthandwerk von Karl Groß, Kunst und Industrie von Friedr. Nau 
mann. Gebäudefür ländliche und Arbeiter-Wohlfahrt von Ernst Kühn 
und Die neuere Entwicklung und der heutige Stand des kunst 
gewerblichen Schulwesens in Preußen. Die folgenden Abbildungen 
in musterhafter Ausführung bieten jedem Fachmann eine Fülle von 
Anregungen. Die auf Seite 377, 378 und 379 heutiger Nummer ab 
gedruckten Klischees mögen eine Andeutung des wertvollen In 
haltes geben. Die ausgezeichneten Reproduktionen bringen Ge 
bäudeansichten nebst Details, Gartenanlagen, Innenansichten aller 
hervorragenden Räume — wir erwähnen nur die Kircheninterieurs — 
Bildwerke, interessante Stücke der Kleinkunst, Grabmäler, Zimmer 
einrichtungen in allen Geschmacksrichtungen und Techniken, 
Brunnen, Kamine, Einzelmöbel, Goldschmiedearbeiten, Porzellau- 
figuren, Stickereien, Kunsttöpfereien, Bucheinbände u. s. w. Fürwahr 
eine reiche Auswahl von Arbeiten der bedeutenden Ausstellung. 
Das Werk sei allen Fachleuten und Kunstfreunden bestens em 
pfohlen, auch als Geschenkwerk wird es jedermann, insbesondere 
jedem Besucher der Ausstellung, willkommen sein. Der Preis von 
15 Mark ist im Hinblick auf das Gebotene sehr mäßig. 
Briefkasten 
A. W. in C. Das erste größere Eisenbeton-(Monier-)Kirohen- 
gewölbe in Württemberg ist das reiche Netzgewölbe der Marien 
kirche (Marienkapelle) in Hirsau bei Calw, welches im März 1891 
nach Plänen von Oberbaurat Sauter durch die Firma Wayß & Frey 
tag, Stuttgart, ausgeführt wurde. 
All unsre Leser! 
Wegen mangelhafter Lieferung der Nr. 46 der „Bauzeitung“ 
(Fehlen des Textes) sind uns mehrere Beschwerden zugegangen. 
Da wir befürchten, daß noch andre Abonnenten unvollständige 
Exemplare der vorigen Nummer erhalten haben, so ersuchen wir 
dringend um alsbaldige Mitteilung, wo dieser Fall vorliegt, damit 
wir die Nachlieferung alsbald veranlassen können. Wir bedauern 
das Versehen um so mehr, als wir an demselben unschuldig sind; 
der Fehler liegt bei der Druckerei bezw. deren Falzabteilung. Bei 
dieser Gelegenheit wiederholen wir unsre frühere Bitte, alle Re 
klamationen und Wohnortmeldungen nicht an uns, sondern an die 
Post zu richten. 
Redaktion und Verlag der „Bauzeitung“ Stuttgart. 
Verantwortliche Schriftleitung: Chefredakteur und Herausgeber Adolf Fausel, 
Architekt W. Klatte, beide in Stuttgart. Adresse für alle Sendungen: ßauzeitung- 
Stuttgart, Büchsenstr. 26 B. Druck: Deutsche Verlags-Anstalt in Stuttgart
        

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