Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1906)

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BAUZEITUNG 
NR. 10 
lieren und Holzschnitzen; P. FiscHEE-Botnang, W. Knapp- 
Höfingen, F. ZiMMEE-Stuttgart; am Fachkurs für die 
Glasmalerei: G. Eeisee-Stuttgart; am Fachkurs für das 
Musterzeichnen: G. Reisee-Stuttgart; am Fachkurs für 
die graphischen Künste: O. ELSÄSSEE-Malmsheim, G. Rei- 
SEE-Stuttgart; am Fachkurs für das Ziselieren; E. Rbxbe- 
Stuttgart; am Fachkurs für die Zeichenlehrer; G. Reisee- 
Stuttgart. 
K. Baugewbekschule Stuttgaet. Bei der mit Preis- 
verteilung verbundenen Schlußfeier des 61. Schuljahrs ge 
dachte Prof. Köhnlein der beiden schwerkranken Lehrer, 
Schulvorstand Oberbaurat Walter und Prof. Gießler, und 
erstattete dann den Jahresbericht. In den Stundenplan 
des Wintersemesters ist eine Yorklasse eingeschaltet wor 
den, um speziell Maschinentechnikern einen ununter 
brochenen Besuch der unteren Klassen zu ermöglichen. 
Der Besuch der Schule ist aufs neue um 93 Schüler 
(von 1543 auf 1460) zurückgegangen trotz des ungewöhn 
lich starken Andrangs zum Wasserbaukurs (201 Schüler); 
letztgenannte hohe Ziffer hat ihren Grund darin, daß 
heuer die Wasserbauprüfung zum letztenmal nach der 
alten Ordnung gehalten wird. Der Rückgang der Schüler 
zahl (seit 1903 600) fällt zu einem Drittel auf die Bau-, 
zu zwei Dritteln auf die Maschinenhauschule. Die 1443 
ordentl. Schüler gliedern sich wie folgt: Dem Beruf nach 
70 °/ 0 Bautechniker, 24% Maschinentechniker, 5% Geo 
meter; der Vorbildung nach 37% Yolksschüler, 30 % 
Schüler aus Bürgerschulen, Unterklassen von Realschulen 
und Gymnasien, 31 % Schüler mit der Berechtigung zum 
Einj. Freiw.-Dienst; der Heimat nach 87% aus Würt 
temberg, 10% aus andern deutschen Staaten, 2% Aus 
länder. Auf die Unterklassen (Vorklasse bis 2. Kl.) 
fallen 34%, auf die Oberklassen 66%. Im Anschluß 
hieran gab der Redner eine statistische Uebersicht über 
die Veränderungen der letzten 16 Jahre betreffend Beruf, 
Vorbildung und Heimat. Die Gesamtschülerzahl betrug 
1890/91 808, 1902/03 1942, also fast das 2 1 /2fache; heute 
beträgt sie 1460 und wird wohl noch weiter zurückgehen. 
Bautechniker waren es 1890 68%, 1901/02 69%, in den 
letzten 2 Jahren 64% und 70%; Maschinentechniker 
1890 22%, 1901/02 32%, heute 24%. Die Geometer 
schwanken zwischen 5 und 8%. 
Wüettembbegischee Künstgeweebeverein. Ausstellung 
von kunstgewerblichen Entwürfen, Studien, Zeichnungen 
u. s. w. von Felix HoiLEsnEEG-Stuttgart bis zum 18.März; 
darauffolgend eine Ausstellung Württemberg! scher Keramik. 
WÜETTEMBEEGISCHBE KüNSTYEBEIN STUTTGART. Neu aus 
gestellt: Postbötin; Auf der Schnitzbank; Wurstlieb 
haber; Vor dem Festtag; Rast; 13 Studien aus Tirol 
von Matthias Schmid; Porträt des Malers Matthias 
Schmid von R. Schmid-Göringer; Damenporträt; Knaben 
porträt von K. Stockmeyer; Porträt von E. Weißer; 
Winterabend; Auf der Weide von Aug. Specht; Im Park; 
Frtihlingswald; Interieur; Bach im Winter; Fließendes 
Wasser; Waldwiese; Sonniger Herbsttag; Sonniger Gang 
von Eugen Wolff; Wolkenschatten; Auf den Bergen; 
Landschaft von Otto Jung, u. s. w. 
Zum Brand des Warenhauses in Ludwigsbueg schreibt 
man uns: Am 7. März abends nach 8 Uhr brach in dem 
Warenhaus Stern ein Brand aus, der so rasch um sich 
griff, daß das Warenlager vollständig ausbrannte. Es 
dürfte vielleicht weitere bautechnische Kreise interessieren, 
die dahei gemachten Wahrnehmungen zu erfahren. Das 
Warenhaus selbst ist in ganz solider Weise konstruiert 
und ausgeführt. Gegen die beiden Nachbarn sind die 
baupolizeilich vorgeschriebenen Brandmauern, die sich 
vorzüglich gehalten haben und keinerlei Beschädigung 
aufweisen. Boden und Decke über den beiden Stock 
werken der Verkaufsräume des Warenhauses sind in 
Eisenbeton ausgeführt. Die eisernen Stützen im Innern 
sind mit Asbest umhüllt. Dieselben haben sich in jeder 
Beziehung bewährt , ebenso die Umhüllung der eisernen 
Unterzüge. Auch die Betoneisendecken haben vollkom 
men standgehalten. Die eisernen, genieteten Ständer der 
Fassade, auf welchen die drei oberen Stockwerke auf 
gesetzt waren, haben sich tadellos gehalten und ist weder 
eine Ausbiegung noch sonst eine Formveränderung wahr 
nehmbar. Dagegen hat sich die eiserne Türe, welche 
von dem oberen Verkaufsraum in das Treppenhaus führte, 
nicht bewährt. Dieselbe bauchte sich aus, und dadurch 
drangen dann die Hitze und der Rauch in das ganz massiv 
hergestellte Treppenhaus, wodurch ein Betreten desselben 
in der ersten Zeit erschwert war. Eine Peuermitteilung 
von dem Warenhaus in die darüber befindlichen Woh 
nungen erschien nach der ausgeführten Konstruktion voll 
ständig ausgeschlossen, da die Decke über demselben ganz 
feuersicher hergestelltwar. Aber die Hitzeentwicklung in den 
Warenräumen war so stark, daß die starken Glastafeln 
der Schaufenster zersprangen und dann das heraus 
schlagende Feuer die darüber befindlichen Fensterrahmen 
und die dort angebrachten hölzernen Rolläden ergriff. 
Von diesen Holzkästen der Rolläden aus verbreitete sich 
dann das Feuer in das hölzerne Gebälk, und so pflanzte 
sich das Feuer in das Innere der Wohnzimmer fort. 
Diese Feuerübertragung von Stockwerk zu Stockwerk 
im Aeußeren der Fassade habe ich noch nie wahrgenom 
men und war mir ganz neu. Als ganz besonders gefähr 
lich für die Feuerübertragung haben sich mir hier diese 
Rolladenkästen gezeigt, da die Balkendecke hierdurch 
eigentlich unterbrochen ist und leichte Angriffspunkte für 
das Feuer bietet. Bei einem Massivbau, der also feuer 
sicher ausgeführt werden soll, wären derartige Anord 
nungen, wie sie hier getroffen waren, zu vermeiden. 
Stadtbaumeister Mössnee 
Silo- und Wehebauten. Der Firma Wayss & Feeytag 
A.-G. in Neustadt a. H., die in Stuttgart eine Zweig 
niederlassung besitzt, sind die Silobauten in Eisenbeton 
für die Societä anonima dei Silos Granari in Genua im 
Wert von 1000 000 M. übertragen worden. Ferner er 
hielt die Tochtergesellschaft der Wayß & Frey tag A.-G., 
die Eisenbeton G. m. b. H. in München, den Auftrag auf 
umfangreiche Betonwehrbauten für die neue Wasserkraft 
anlage der Stadtgemeinde München im Betrag von rund 
1000 000 M. 
Eine Ausstellungshalle am Hohbnzollernplatz in 
Frankfurt a. M., für Ausstellungszwecke aller Art so 
wie für Musikaufführungen gedacht, soll durch die Stadt 
mit einem Aufwande von 1500 000 M. errichtet werden. 
Zur Beschaffung eines geeigneten Entwurfes ist ein öffent 
licher Wettbewerb geplant. 
Anhaltische Bauschule Zeebst. Das Sommersemester 
beginnt am 6. April, Die Direktion versendet, Programme 
kostenfrei. Wir verweisen auf die betreffende Bekannt 
machung im Anzeigenteil. 
PERSONALIEN 
Württemberg. Erteilt: dem Baurat Bareiss in Ludwigsburg die 
Erlaubnis zur Annahme und Anlegung des von dem regierenden 
Fürsten zu Sohaumburg-Lippe ihm verliehenen Ehrenkreuzes III. Klasse 
des Fürstlich Schaumburg-Lippeschen Hausordens. Verliehen: der 
Titel Inspektor dem Forstwegmeister Stetter bei der König!. Forst- 
direktiou. 
Hessen. Bestellt: Zu ständigen Kommissaren des Großherzogi. 
Ministeriums der Finanzen bei den Diplomprüfungen der Großher- 
zogl. Technischen Hochschule Ministerialrat i. P. Geheimer Rat 
Dr. Schaffer für das Hochbau- und das Maschineubaufach und 
Geheimer Oberbaurat Imroth für das Ingenieurfach. 
REDAKTION: ADOLF FAUSEL, STUTTGART; FRITZ SCHMIDT, ARCHITEKT, DIPL. 
ING., DEGERLOCH. ADRESSE FÜR ALLE SENDUNGEN: BAUZEITUNG-STUTTGART, 
HEGELSTRASSE 68 E- DRUCK: DEUTSCHE VERLAGS-ANSTALT IN STUTTGART
	        

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