Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1907)

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BAUZEITUNG 
Nr. 28 
von H. Genter; Kaffeestunde von Walter Wittiug; 
Schneiderwerkstatt von W. Frahm; Krontal, Waldteich, 
Frfthlingsabend von Fritz Wucherer; Vor dem Spiegel 
von A. v. Spreckelsen; Blumen (Aquarell) von G. Scholl; 
Eine Kollektion Originalholzschnitte, Radierungen, Pla 
ketten von Fritz Endell u. s. w. 
Balmhofumban in Stuttgart. Die bürgerlichen 
Kollegien haben die Frage des Zuschusses der Stadt 
Stuttgart zum Bahnhofumbau in der Weise erledigt, daß 
sie einen Beitrag von 1600 000 M. einschließlich der in 
Cannstatt notwendigen Bauten bewilligten. Nachdem die 
Finanzkoramission der Zweiten Kammer sich für den 
Schillerstraßenentwurf entschieden, ist an der Ver 
wirklichung der Regierungsvorlage nicht mehr zu zweifeln. 
Stuttgart. Der Gemeinderat genehmigte ein gene 
relles Projekt für eine elektrische Hauptzentrale 
bei Münster, deren vollständiger Ausbau 5 Milk Mark 
erfordern wird; die einstweilen projektierten Bauten werden 
et wa 1V2 Mill. Mark kosten. — Durch Verfügung des Ministe 
riums des Innern wird die bisher auf die Gemeinden von 
mehr als 3000 Einwohnern sowie auf die sämtlichen Ober 
amtsstädte beschränkte ortspolizeiliche Wohnungs 
aufsicht auf alle Gemeinden des Landes ausgedehnt. 
Im Interesse einer richtigen Durchführung der Wohnungs 
aufsicht, namentlich in kleineren Gemeinden, sollen im 
Wege der Vereinbarung zwischen der Amtskörperschaft 
und den betreffenden Gemeinden die Aufgaben der 
Wohnungsbesichtigung in den einzelnen Gemeinden 
Organen der Amtskörperschaft, insbesondere den Ober- 
feuerschauern, übertragen werden. 
Neue Bauten iu Württemberg. Wie aus der Be 
gründung des dritten Nachtrags zum Finanzgesetz für 
1907/08 hervorgeht, ist beabsichtigt, das neue physi 
kalische Institut der Technischen Hochschule 
in Stuttgart, für welches eine erste Rate mit 200000M. 
gefordert wird, auf dem durch den Kauf des Nillschen 
Anwesens gewonnenen Baugelände, und zwar an dem an 
der Wiederholdstraße gelegenen Teil des Anwesens zu 
erstellen. Der Gesamtaufwand ist zu 447 000 M. ver 
anschlagt. Das Institut soll einen großen, für 300 Hörer 
berechneten Hörsaal, eine eigne Bibliothek und mehrere 
Arbeitsräume für die Lehrer und für selbständige wissen 
schaftliche Arbeiter sowie eine historische Sammlung er 
halten. In der Begründung der Forderung von 150 000 M. 
als erste Rate zur Errichtung eines Neubaus für die 
Universitätsbibliothek in Tübingen wird mit 
geteilt, daß als Bauplatz das in unmittelbarer Nähe der 
Aula befindliche, an der Wilhelmstraße gelegene Gelände, 
das zurzeit der zu verlegende Käsenbach durchzieht, in 
Aussicht genommen ist. Der Gesamtaufwand ist zu 
970 000 M. veranschlagt. Für das neue Landgericht 
in Rottweil wird eine erste Rate mit 100000 M. ge 
fordert (Gesamtaufwand 642 823 M.). Für die Erweiterung 
der Heilanstalt Winnental (Gesamtaufwand 896300 M.) 
werden gefordert als erste Rate 300 000 M. Für Staats 
beiträge an Gemeinden zu den Baukosten ihrer höheren 
Schulen werden 60 000 M. gefordert, wovon die Städte 
Gmünd, Reutlingen, Eßlingen, Backnang und 
Crailsheim Beihilfen erhalten sollen. 
Darmstadt. An der Technischen Hochschule 
beträgt die Zahl der Studierenden und Hospitanten im 
Sommersemester 1777 (gegen 2063 im Wintersemester 
1906/07). Von diesen sind 1602 Studierende, 216 Hospi 
tanten, 69 Hörer. Deutsche Staatsangehörige sind 1243, 
davon 346 Hessen, 634 sind Ausländer. Von diesen 
410 Russen, Oesterreich-Ungarn 57. Unter den Hörern 
befinden sich 20 weibliche. 
Personalien 
Württemberg. Verliehen: dem Oberbaurat Dr.-Ing. v.Ernst, 
ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule in Stuttgart, 
anläßlich der erbetenen Versetzung in den Ruhestand der Titel 
eines Baudirektors mit dem Rang auf der IV. Stufe der Rang 
ordnung. Uehertragen: die Stelle eines Staatsstraßenmeisters 
mit dem Wohnsitz in Heidenheim dem Straßenmeister Wenger 
in Horb, die Stelle eines Staatsstraßenmeisters mit dem Wohnsitz 
in Saulgau dem Bauwerkmeister und Wasserbautechniker K. Schobel 
in Saulgau. 
Staatsprüfung im Maschineningenieurfach. Bei der dies 
jährigen zweiten Staatsprüfung im Maschineningenieurfach sind 
die folgenden Kandidaten für befähigt erkannt worden und haben 
die Bezeichnung „Regierungsbaumeister“ erhalten: M. Braun- 
Biberach a. R., O. K n e c h t - Zuffenhausen, H. K rö n e r - Stuttgart, 
R. L a n g - Heilbronn, E. L uff t - Cannstatt, B. L utz - Tuttlingen, 
R. So n n tag - Duisburg a. Rh., E. Wenger-Cannstatt. 
Baden. Verliehen: das Ritterkreuz 1. Klasse mit Eichen 
laub dem Professor an der Technischen Hochschule M. L ä u g e r 
in Karlsruhe, dem Ingenieur O. Smreker in Mannheim; das 
Ritterkreuz 1. Klasse: dem Professor und Lehrer an der Akademie 
der bildenden Künste H. Billing in Karlsruhe, dem Ingenieur 
und Architekten A. L u d w i g in Mannheim; das Ritterkreuz 2. Klasse: 
dem Stadtbaurat R. Perrey in Mannheim; das Verdienstkreuz vom 
Zähringer Löwen: dem Oberbaukontrolleur J. Fischer, dem Bau 
meister A. Schuster in Mannheim. Ernannt: die Ingenieur 
praktikanten O. Morlock bei der Großh. Kulturinspektion Donau- 
eschingen, A. Bisenlohr bei der Großh. Wasser- und Straßenbau 
inspektion Donaueschingen und W. Büchner bei der Großh. 
Wasser- und Straßenbauinspektion Ueberlingen zu Regierungsbau 
meistern bei der Wasser- und Straßenbauverwaltung. 
Büclier 
Die Städtische Zentral-Fortbildungsschule in München. 
Architekt: Stadtbaurat Grässel, München. Das kleine, vornehm 
ausgestattete Buch enthält zahlreiche Abbildungen des ira Aeußeren 
und Inneren reizvoll ausgestatteten Gebäudes, das in seiner Art 
vorbildlich ist. Im Anhang wird die ganze Organisation des gewerb 
lichen Unterrichts ausführlich behandelt, es werden diese Angaben 
allen, die sich mit ähnlichen Einrichtungen zu befassen haben, wert 
voll sein. 
Anfragen 
Erlaube mir die Anfrage: Wann ist eine Gemeinde verpflichtet, 
eine bereits genehmigte neue Straße herzustellen bezw. auszuführen ? 
An betreffender Straße stehen bis jetzt zwei Gebäude. Die Zufahrt 
zu diesen Gebäuden erfolgt zurzeit von einem Feldweg aus. Ein 
Gebäude, das nun auf die andre Seite der Straße gestellt wird, hat 
keinen Zugang, außer ebenfalls vom Feldweg her. Ist die Ge 
meinde nun verpflichtet, bei Bebauung der andern Seite der Straße 
die Straße zu eröffnen? Hat die Gemeinde auch gleichzeitig die 
Wasserleitung dementsprechend zu erweitern? R. 
Antwort: Der Zeitpunkt, wann eine Gemeinde im Orts 
bauplan vorgesehene Straßen zu erstellen verpflichtet ist, be 
handelt Art. 13 Abs. 2 der Bauordnung und § 14 der Vollzugs 
verfügung hierzu. Nach jener Bestimmung könnte dies im vorliegen 
den Fall noch nicht verlangt werden. Abs. 4 desselben Artikels 
regelt die Verbindlichkeit der Zufahrt zu den Gebäuden. Im 
übrigen bildet die Herstellung einer im Ortsbauplan vorgesehenen 
Ortsstraße keine baupolizeiliche Angelegenheit, für welche im Streit 
fall die Baupolizeibehörde zuständig wäre. Die Fürsorge für die 
rechtzeitige Herstellung der Straßen gehört ihrer Natur nach der 
Straßenpolizei an, deren Handhabung den ordentlichen Polizei 
behörden auch dann obliegt, wenn die für die Entscheidung maß 
gebenden Normen der Bauordnung zu entnehmen sind. (Minist. 
Arntsbl. 1876 S. 342. Ministerialerlaß vom 5. Oktober 1875.) Wo 
eine neue Straße erstellt wird, werden schon aus Kostenrücksiohten 
die in dieselbe zu verlegenden Kanal-, Wasser- und Gasleitungen 
miterstellt, wenn die vorauszugehenden Unterhandlungen mit den 
betreffenden Gebäudebesitzern und sonstigen Anliegern der frag 
lichen Straßenstrecke über die Beitragsleistungen zu diesen Ein- 
riohtungen zu einem befriedigenden Resultat geführt haben. B. 
Verantwortliche Schriftleitung: Chefredakteur und Herausgeber Adolf Fausel, 
Architekt W. Klatte, beide in Stuttgart. Adresse für alle Sendungen: Bauzeitung- 
Stuttgart, Büchsenstr. 26B. Druck: Deutsche Verlags-Anstalt in Stuttgart
	        

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