Volltext: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1907)

29. Juni 1907 
BAÜZEITUNG 
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im Berliner Baugewerbe, gibt eine kurze Dar 
legung des derzeitigen Standes des Kampfes und richtet 
erneut an alle Bauarbeitgeberverbände und Baugewerbe 
treibenden die dringende Bitte, keine aus dem Streik 
gebiet kommenden Leute zu beschäftigen oder, falls dies 
geschehen sein sollte, dieselben schleunigst wieder zu ent 
lassen. Sollten infolge Arbeitsmangels an'einzelnen Orten 
überzählige Maurer, Zimmerer und Bauhilfsarbeiter vor 
handen sein, die bereit sind, am 1. Juli in Berlin in 
Arbeit zu treten, so bittet er die Arbeitgeberverbände 
und einzelnen Kollegen, sofern dies ohne Schädigung 
ihrer örtlichen Verhältnisse geschehen kann, die betreffen 
den Leute mit Weisung versehen zu wollen, sich beim 
Arbeitsnachweis des Verbandes der Baugeschäfte von 
Berlin und Vororten, Berlin C., Beuthstraße 1, zu melden.— 
In Naumburg a. S. sind die Maurer am 4. Juni wegen 
Lohndifferenzen in den Ausstand getreten. In Weißen 
fels a. S. sind die organisierten Maurer am 15. Juni in 
einen partiellen Streik getreten. In Blankenburg 
i. Thür, ist etwa die Hälfte der Maurer und Bauhilfs 
arbeiter ausständig geworden. In Delmenhorst sind 
die Maurer und Bauhilfsarbeiter und danach auch die 
Zimmerer in den Streik eingetreten. In Offenburg 
(Baden) ist der Streik der Maurer durch den Abschluß 
eines Tarifvertrages beendet, in welchem die Arbeitnehmer 
die Forderung eines Minimallohnes, welche die Streik 
ursache bildete, fallen ließen. In Saalfeld a. S. ist der 
Streik der Maurer, Zimmerer und Bauhilfsarbeiter durch 
beiderseitiges Entgegenkommen beim Abschluß eines bis 
zum 1. April 1910 währenden Tarifvertrages seit dem 
7. Juni beendet. In Würz bürg ist der Streik der Bau 
hilfsarbeiter nach kurzer Dauer durch den Abschluß eines 
bis zum 1. Oktober 1908 gültigen Tarifvertrages beendet. 
Es wurde eine Lohnaufbesserung von 2 Pf. pro Stunde 
bis zu 36 Pf. unter Beibehaltung der zehnstündigen Ar 
beitszeit vereinbart. 
Wettbewerbe 
Kgl. Landesge werbemuseum Stuttgart. Die Wett- 
bewerbsentwürfe für das Fachschul- und Museumsgebäude 
in Gmünd sind vom 27. Juni für 14 Tage in den beiden 
Vorhallen ausgestellt. Die interessante Aufgabe, eine 
Fachschule und ein Museum räumlich zu vereinigen, hat 
eine große Beteiligung zur Folge gehabt. 132 Entwürfe 
sind eingelaufen, von denen ein Viertel von Stuttgartern 
stammt. 
Schulhausneubau Meiningen. I. Preis Architekt 
K. Göbel, II. Preis Architekt Th. Krech, beide in Mei 
ningen ; III. Preis Architekt O. O. Kurz in München. Für 
je 300 M. angekauft die Entwürfe der Architekten Preden- 
hagen in Reichenbach i. Schl, und A. Sasse in Hannöver; 
für 200 M. der Entwurf mit dem Kennwort „Der Mai 
ist gekommen“. 
Abb. 9, System Vering, Hamburg 
Ein Preisausschreiben betr. Entwürfe zu Reiben 
landhäusern für 1 und 2 Familien für Erfurt er 
läßt der Magistrat zum 1. Oktober für in Deutschland 
ansässige Architekten. Es gelangen ein I. Preis von 
1200 M., zwei II. Preise von je 400 M. und zwei III. Preise 
von je 300 M. zur Verteilung. Ankäufe für je 100 M. 
sind Vorbehalten. Unter den Preisrichtern befinden sich 
außer den Stadtverordneten und Baugewerksmeistern 
Schmidt, Kummer und Walther Stadtbaurat Peters und 
Prof. Ilnger in Erfurt. Unterlagen gegen M. 1,60 durch 
das Bausekretariat Erfurt. Die preisgekrönten und an 
gekauften Entwürfe werden Eigentum der Stadtgemeinde 
Erfurt, die sich ausdrücklich das Recht vorbehält, über 
diese Entwürfe nach freiem Ermessen zu verfügen. 
Der Verein für deutsches Kunstgewerbe in 
Berlin W. 9, ßellevuestraße 3 (Künstlerhaus), schreibt auf 
Veranlassung von Frau Geheimrat Sophie Riehl einen 
Wettbewerb für Vogelbrunnen aus. Der Brunnen 
soll in Gärten und öffentlichen Anlagen den frei lebenden 
Vögeln zum Trinken und Baden dienen. Bereitgestellt 
sind 1200 M., nämlich für einen I. Preis 600, für zwei 
H. Preise je 200, zwei III. Preise je 100 und zwei 
IV. Preise je 50 M. Verlangt werden Modelle oder 
Zeichnungen im Maßstab 1 zu 5 und Skizzen der gärt 
nerischen Umgebung im Maßstabe 1 zu 50. Einlieferung 
bis 31. Oktober, nachmittags 3 Uhr, an den Verein (zur 
Post zu geben bis 30. Oktober, abends 6 Uhr). Preis 
richter sind Frau Geheimrat Sophie Riehl und Bildhauer 
August Gaul, Direktor Prof. Bruno Paul, Bildhauer Prof. 
Ignatius Taschner, Bildhauer Prof. Louis Tuaillon, sämt 
lich in Berlin. Die Stifterin beabsichtigt, die Ausführung 
der preisgekrönten Entwürfe freizugeben. Bedingungen 
kostenfrei von dem ausschreibenden Verein. 
Kleine Mitteilungen 
Württ. Kunstverein Stuttgart. Neu ausgestellt: 
Fuchsfamilie bei der Mahlzeit von Friedr. Specht; Zwei 
Motive aus den Anlagen von Mich. Lindner; Blumen von 
Hans Büchner; Stilleben von E.Horlacher; Herrenporträt, 
Mädchen in Tracht von P. Schwager; Stilleben von 
J. Maucher; Interieur, Fuhrwerk (Zeichnung) von Otto 
Palmer; Junger Bacchus auf Bock, Weibliche Figur, 
Tänzerin mit Tambourin, Kleines Mädchen, Kleiner 
Bock, Kinderbüste (Bronzen) von Job. Viertbaler u.s.w. 
Kgl. Techn. Hochschule Stuttgart. Der Besuch 
beträgt im laufenden Sommerhalbjabr 748 Studierende, 
darunter 3 weibliche. Im einzelnen befinden sich an der 
Abteilung für Architektur 190 (117 Württemberger, 73 
Nichtwürttemberger), Bauingenieurwesen 161 (128,33), Ma 
schineningenieurwesen 206 (129, 77), Chemie 108 (66,42), 
Mathematik und Naturwissenschaften 68 (62, 6), All 
gemein bildende Fächer 15 (13, 2), zusammen 748 (515, 
233). Von den 233 Nichtwürttembergern gehören an:
	        

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